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Schattenbibliotheken: Licht und Schatten

Wussten Sie schon, dass es nicht nur Universitätsbibliotheken, Öffentliche Bibliotheken und Gefängnisbüchereien gibt? Tatsächlich sind es sogar ziemlich viele Bibliothekstypen, die TIB ist zum Beispiel eine Zentrale Fachbibliothek. Zur Charakteristik der meisten Bibliothekstypen gehört immer noch die Materialität von Räumen und Beständen, auch wenn viele Bibliotheken parallel dazu inzwischen digitale Bestände anbieten und diese unter dem Label “Digitale Bibliothek” weiter ausbauen. Doch nicht alles gibt es digital, und bei dem, was digital verfügbar ist, sind oft die Lizenzbedingungen so gestaltet, dass Angebote teuer und die Benutzung stark eingeschränkt sind. Für Wissenschaftler wird daher zunehmend Open Access zur Publikationsalternative: Benötigte Literatur ist weltweit frei zugänglich, und damit haben die Autoren eine deutlich größere Chance, wahrgenommen zu werden. Auch die traditionellen Bibliotheken engagieren sich für Open Access, doch der Prozess verläuft langsam, manchen auch zu langsam. Und so entstand über Jahre der Typus der “Schattenbibliothek” (den die deutsche Wikipedia noch gar nicht kennt). Wer dabei an den “Friedhof der Vergessenen Bücher” aus Carlos Ruiz Zafóns ‘Der Schatten des Windes’ denkt, geht fehl. Auch geht es nicht um verbotene Bücher (das Buch von Werner Fuld haben wir im Bestand), vielmehr handelt es sich bei Schattenbibliotheken um rein digitale Datensammlungen, in denen – vermutlich großenteils jenseits der Legalität – digitale und digitalisierte Texte (Aufsätze und Bücher) eingestellt und benutzt werden.