Kategorie: Recherchieren

Eine kleine Reihe zur Informationskompetenz – Informationsbedarf erkennen

Mit diesem Beitrag möchte ich eine kleine Blogreihe starten, um das gerade im Blog laufende Thema Schreibberatung unserer Kollegin Nora Peters zu unterstützen. Es geht um das Thema Informationskompetenz, eine der Schlüsselkompetenzen im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. Eine kurze Einführung was es beinhaltet und wie man es praktisch im (Bibliotheks)alltag anwendet. Was ist das, Informationskompetenz? Unsere heutige Gesellschaft ist eine Wissensgesellschaft.  Zu fast jedem Thema gibt es detaillierte Informationen, ob nun schriftlich übers Internet, in Nachrichten, Büchern, Zeitschriften, Zeitungen oder auch mündlich über Vorlesungen, Gesprächsforen und so weiter. Man bekommt tagtäglich eine Überfülle von Informationen geboten. Um mit dieser Fülle umgehen zu können, ist es wichtig, mit diesen Informationen auch vernünftig umgehen zu können. Man muss sie erfassen, einschätzen und bewerten können. Es ist eine Schlüsselkompetenz unserer heutigen Zeit, nicht nur aber ganz besonders für die wissenschaftliche Arbeit, denn Wissen(-schaft) entsteht nur durch Informationen. Was beinhaltet das? Es gibt verschiedene Modelle um

Weiterlesen

Was lange währt … Automatische Fächerklassifizierung in GetInfo über die Facette „Fach“

Neu in GetInfo, dem Such- und Bestellportal der TIB, ist die fachliche Zuordnung der Treffer aus dem Index „Interne Datenbanken“ zu den sechs TIB-Fächern Technik sowie Architektur, Chemie, Informatik, Mathematik und Physik. Die Zuordnung erfolgt über die  Drilldown-Facette „Fach“ unter „Treffer erschließen“. Da in GetInfo unter „Interne Datenbanken“ auch multidisziplinäre Datenkollektionen sowie die Kataloge der Deutschen Zentralbibliotheken für Medizin ZB MED und Wirtschaftswissenschaften ZBW indexiert sind, gibt es über die sechs TIB-Fächer hinaus außerdem die Zuordnung „Weitere Fächer“. Was, wie und warum: Zum Konzept von GetInfo gehörte von Anfang an die automatische fachliche Zuordnung der indexierten Daten. Ziel ist die vollständige standardisierte inhaltliche Erschließung auf dem Weg zur TIB-Fachsuche. Vielleicht erinnern Sie sich noch an das erste GetInfo-Release vom Februar 2009: im Layout war durch die Dreischlitzsuche die Option der Fachsuche bereits angelegt. Allerdings hatten wir zu diesem Zeitpunkt nicht die Möglichkeit der fachlichen Clusterung von Suchergebnissen und damit war

Weiterlesen

Aus dem Bibliotheksalltag: „Unser Dramaturg wird sich freuen“

Bibliothekare lieben Deskriptoren. „Informationsvermittlung“ als Schlagwort – das fehlte hier im Blog samt einer Anmerkung zum bibliothekarischen Alltag mit Publikumsverkehr. Am digitalen Horizont schimmern E-Books, E-Journals und andere E’s wie Leuchttürme wichtig, wuchtig und zukunftsweisend. An den Auskunftsplätzen und Leihtheken aller Häuser beraten und unterstützen Menschen – nun ja, nicht 7/24, aber in diesem Hause immerhin 95 Stunden in der Woche kundenorientiert: Leuchttürme im täglichen Kundenstrom. Braucht der Informationssuchende im digitalen Zeitalter überhaupt noch Unterstützung? Ja warum denn nicht? Ob „die Petroleuminsel“ in den gesammelten Werken Feuchtwangers enthalten sei, möchte die Assistentin des Dramaturgen eines bekannten Schauspielhauses am Telefon wissen. Ein Blick ins Internet, ach, der allgemeinen Sprachgebrauch geht schon auf’s Fachpersonal über, also ein Blick in den Bibliothekskatalog, ein Gang in den gerade in neuem Lichte erstrahlenden Lesesaal und: kein Klick, sondern ein Griff ins Bücherregal: Gefunden! Die Assistentin erleichtert und dankbar. Der Gymnasiast hadert mit seinem Passwort am

Weiterlesen

Lokale Verfügbarkeitsprüfung in GetInfo

Unser Portal GetInfo ermöglicht die Suche in über 150 Millionen Datensätzen aus führenden Fachdatenbanken und Verlagsangeboten aus dem Bereich Technik und Naturwissenschaften. Als zentrale Fachbibliothek versorgen wir über GetInfo vor allem die nationale wie internationale Forschung und Industrie mit Literatur und weiterer Information, wie z.B. Forschungsdaten, audiovisuelle Medien und 3D-Modelle. Nun ist GetInfo aber nicht nur ein reines Bestellportal mit dem Schwerpunkt der klassischen Dokumentlieferung, sondern soll verstärkt auch als überregionales Rechercheportal genutzt werden können. Als Zielgruppe sind hier besonders Angehörige größerer Einrichtungen der Forschung und Lehre angesprochen, die oft über eigene lizenzierte Bestände verfügen. Gehören Sie zu dieser Nutzergruppe? Dann konnten Sie im Anschluss an eine Recherche in GetInfo meist nur auf die Dokumente direkt zugreifen, die ohnehin frei zugänglich sind oder Sie mussten die in GetInfo angebotenen Bestell- und Zugriffsmöglichkeiten (z.B. Pay-per-View oder klassische Dokumentenlieferung) nutzen. Doch wieso etwas kostenpflichtig bestellen, was über die eigene Einrichtung ebenso bequem und

Weiterlesen

Open access and theoretical physics

Gastbeitrag von Tobias J. Osbourne Tobias J. Osborne ist seit 2010 Professor am Institut für Theoretische Physik der Leibniz Universität Hannover und forscht auf den Gebieten der theoretischen Quanteninformation, der komplexen Quantensysteme und der kondensierten Materie. Weitere Informationen zu Tobias J. Osbourne und zu seiner Arbeit finden Sie in seinem Weblog. Most scientific research is funded, at least in part, by the public. Yet for many years, the bulk of this research has appeared in scientific journals available only for exorbitant subscription fees. However, this unethical situation has been recently challenged by several major governments, for example, by the proposed US Federal Research Public Access Act and the Finch Report in the UK. These initiatives are intended to ensure that all publicly funded scientific research be freely and openly accessible to the public. These are extremely welcome developments and I sincerely hope that they are mandated and that many more

Weiterlesen

Open Access — Zehn aktuelle Daten und Fakten

Nachtrag (31.10.2012): Aktuelles über Open Access im TIB|Blog. Die untenstehenden Daten und Fakten über Open Access gibt es seit heute auch als Broschüre. (Holen Sie sich das PDF hier oder die gedruckte Broschüre bei Ihrer Fakultät oder Ihrem Standort der TIB/UB Hannover.) In der Broschüre werden zudem einige der vielen OA Journals, in denen sich WissenschaftlerInnen der Leibniz Universität Hannover engagieren, kurz porträtiert. Mehr dazu bei unseren Veranstaltungen zur internationalen Open Access Week 2012. Open Access fördert — durch den freien Zugang zu (meist) öffentlich finanzierten Forschungsergebnissen — effizientes, zeitgemäßes Forschen, Lehren und Lernen. Die EU-Kommission hat Open Access zur Norm für die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen der von ihr geförderten Projekte erklärt — bis 2020 sollen alle Publikationen Open Access veröffentlicht werden. („Horizon 2020“)

Weiterlesen

arXiv – Die TIB übernimmt zentrale Finanzierung für deutsche Hochschulen

In meinem letzten Beitrag „arXiv – Who pays? Auf der Suche nach Nachhaltigkeit“ habe ich davon berichtet, wie die Cornell University Library arXiv als zentrale Kommunikationsplattform unter Einbindung der internationalen Community sichern will. Nach dem neuen arXiv Membership Program haben die deutschen Universitäten unter den Top 200-Institutionen einen Betrag von 50.000$ (ca. 40.000€) beizusteuern. Zur Sicherstellung der Finanzierung hat die TIB im Rahmen ihrer mittelfristigen Finanzplanung diesen Betrag für die Jahre 2013 bis 2017 zentral in ihrem Erwerbungsbudget eingestellt. Mit Übernahme der Finanzierungsmaßnahme durch die TIB wird vermieden, dass die Kosten des Verwaltungsaufwandes einer dezentralen Bereitstellung den bereitzustellenden Betrag übersteigen. (Der Anteil für 2012 wird noch über das DFG-Projekt arXiv-DH bereitgestellt.)

Weiterlesen

arXiv – Who pays? Auf der Suche nach Nachhaltigkeit

In meinem Beitrag „arXiv – Veteran und Vorreiter“ habe ich die Entstehung und die Entwicklung des E-Print-Servers arXiv beschrieben.  In diesem Beitrag gehe ich näher darauf ein, welche Schritte zur Sicherung der Nachhaltigkeit von arXiv unter Einbindung der internationalen Community in den letzten Jahren gegangen wurden. Im Januar 2010 hat die Cornell University Library in ihrem arXiv Business Model White Paper ihre Initiativen zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit von arXiv veröffentlicht. Sie hat schlichtweg festgestellt, dass es nicht gut ist, wenn ein international benötigter Dienst abhängig ist von dem Wohl und Weh nur einer Einrichtung und startete deshalb den „Sustainability Planning Process“. Zur Sicherung der Nachhaltigkeit wurde die Internationalisierung der Finanzierung von arXiv aber auch der Organisation von arXiv durch Erarbeitung eines neuen Finanzierungs- und Organisationsmodells angekündigt. arXiv wird damit zur internationalen Aufgabe!

Weiterlesen

Elektronische Zeitschriftenbibliothek EZB ab sofort mit neuem Layout

Im 15. Jahr ihres Bestehens hat die Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB)  ein neues, zeitgemäßeres Weblayout erhalten. Neben dem modernisierten Erscheinungsbild sind auch einige Funktionalitäten neu hinzugekommen bzw. verändert worden: Die Suchfunktion erscheint jetzt sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite (wobei der Kasten rechts über „-“  und „+“ aus- und einblendbar ist). Neu ist die Funktion „Neu in der EZB”, mit der Sie rasch eine Übersicht über alle innerhalb der letzten Woche neu in der EZB aufgenommenen Zeitschriften erhalten. Ebenfalls neu ist die direkte Verlinkung vom Ampelsymbol auf die gewünschte Zeitschrift. Bei Zeitschriftenlisten gelangen Sie durch Klick auf das Ampelsymbol (außer bei gelb-roten Ampeln) direkt zur Zeitschrift. Klicken Sie hingegen auf den Zeitschriftentitel, bekommen Sie neben dem Zeitschriftenlink zusätzliche Angaben zum Journal, z.B., welche Jahrgänge den Mitgliedern der Universität Hannover im Volltext zugänglich sind. In der EZB werden z.Zt. (Stand: 11. September 2012) insgesamt 73.893 Zeitschriften nachgewiesen. Auf

Weiterlesen

arXiv – Veteran und Vorreiter

Der E-print-Server arXiv  gilt als Vorreiter und Musterbeispiel des Open Access-Publizierens und ist der Prototyp eines fachlichen Repositoriums schlechthin. Was passiert, wenn ein seit immerhin schon 20 Jahren etablierter und für Autoren und Leser kostenfreier Community-Dienst sich der Frage seiner nachhaltigen Sicherung stellt, möchte ich in dieser kleinen Reihe von Blog-Beiträgen darstellen. Kurz zur Entstehung und Hintergründen von arXiv: Begründet wurde arXiv bereits 1991 durch Paul Ginsparg, seit 2001 wird der Dienst durch die Cornell University Library betrieben. arXiv war letztlich eine „technische Anpassung“; die in Paul Ginspargs Community der Hochenergiephysik bestehende Kultur der Zirkulation gedruckter Preprints wurde ins Online-Zeitalter mit seinen entsprechenden technischen Möglichkeiten (wie einheitliche Textaustauschformate (TeX/LateX), WWW und -Server) transferiert. Das Vorbild der Teilchenphysik hat schnell in weiteren Teildisziplinen der Physik, aber auch physiknahe Gebiete wie die Mathematik oder Informatik Schule gemacht. arXiv wurde bereits in den 90ern um diese Facharchive erweitert.

Weiterlesen