Kategorie: Publizieren

arXiv – Veteran und Vorreiter

Der E-print-Server arXiv  gilt als Vorreiter und Musterbeispiel des Open Access-Publizierens und ist der Prototyp eines fachlichen Repositoriums schlechthin. Was passiert, wenn ein seit immerhin schon 20 Jahren etablierter und für Autoren und Leser kostenfreier Community-Dienst sich der Frage seiner nachhaltigen Sicherung stellt, möchte ich in dieser kleinen Reihe von Blog-Beiträgen darstellen. Kurz zur Entstehung und Hintergründen von arXiv: Begründet wurde arXiv bereits 1991 durch Paul Ginsparg, seit 2001 wird der Dienst durch die Cornell University Library betrieben. arXiv war letztlich eine „technische Anpassung“; die in Paul Ginspargs Community der Hochenergiephysik bestehende Kultur der Zirkulation gedruckter Preprints wurde ins Online-Zeitalter mit seinen entsprechenden technischen Möglichkeiten (wie einheitliche Textaustauschformate (TeX/LateX), WWW und -Server) transferiert. Das Vorbild der Teilchenphysik hat schnell in weiteren Teildisziplinen der Physik, aber auch physiknahe Gebiete wie die Mathematik oder Informatik Schule gemacht. arXiv wurde bereits in den 90ern um diese Facharchive erweitert.

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„Wow, someone wants to publish me!“ — Revisited

Vor drei Jahren schrieb der Bibliothekar und Hochschuldozent Dale Askey in seinem Weblog ein lesenswertes Posting unter dem Titel Wow, someone wants to publish me! Bei den regelmäßig wiederkehrenden Diskussionen über die schwierige Suche nach einem geeigneten Verlag im Kontext der TIB/UB-Workshops über Publikationsstrategien war mir Dale Askeys Beitrag wieder eingefallen. Unsere Überlegungen aus dem Workshop über diesen Wow-Augenblick und darüber, was hinter den verlockenden Angeboten mancher Verlage steckt, möchte ich in diesem Beitrag thesenartig zur Diskussion stelllen.

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Erste Schritte zum wissenschaftlichen Schreiben mit LaTeX

In unseren seit zwei Jahren regelmäßig angebotenen Kursen zum Digitalen Publizieren war bisher stets die Arbeit mit dem Textsatzsystem LaTeX ein Programmpunkt. Auch wenn sich das Interesse meistens auf das wissenschaftliche Schreiben mit MS Word und Citavi konzentrierte, hat LaTeX dort, wo viele Formeln vorkommen – also vor allem in Mathematik, Theoretischer Informatik und Physik – seine Berechtigung. Brauchbar ist es aber darüber hinaus für alle anderen Disziplinen, sofern man Wert auf gute Unterstützung u.a. von Querverweisen, Literaturnachweisen, Indexerstellung und Einbindung von vielen Grafiken sowie exzellente Typografie legt. Die zugegeben etwas steile Lernkurve schreckt oft ab, aber aus eigener Erfahrung (mit Umstieg von Word auf LaTeX während der Arbeit an meiner Dissertation) kann ich sagen, dass sich die Einarbeitung lohnt. Was man mit LaTeX erreichen kann, zeigt eine beeindruckende Beispielsammlung.

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„The Wikipedia Journal“ — Crowdsourcing als Open Access-Geschäftsmodell?

In lockerer Folge haben wir in den letzten Wochen Journals vorgestellt, die Open Access erscheinen, d.h. weltweit frei zugänglich sind. Open Access bedeutet natürlich auch, daß keine Einkünfte durch Verkauf, Abo oder Online-Lizensierung erzielt werden. Bei den beiden bisher besprochenen Beispielen, PLoS ONE und PeerJ, werden Profis, die den Betrieb der Journals gewährleisten, letztlich aus Gebühren bezahlt, die von den Autoren gezahlt werden — pro Artikel bei PLoS ONE, als Flatrate bei PeerJ. Nun fällt auf, daß die meisten der ca. 8.000 peer-reviewten Open Access Journals auch ohne Autorengebühren auskommen. Bis zu einem gewissen Punkt ist das auch deshalb möglich, weil das Internet selbst, weitere darauf aufbauende freie Infrastrukturen sowie freie Software die Sachkosten zur Erstellung und Verbreitung wissenschaftlicher Inhalte deutlich senken. So kommt es unter anderem zu Journals mit „Schnürsenkel-Budgets“, d.h. alle notwendigen Arbeiten werden — meist von einzelnen Mitarbeitern wissenschaftlicher Einrichtungen — nebenher erledigt. Dieses Modell scheint für

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PLoS ONE und Co: Das Phänomen „Megajournal“

Bis vor wenigen Jahren galt: In wissenschaftlichen Zeitschriften zu publizieren kostet Zeit. Die Journals brauchen diese Zeit — oft viele Monate, manchmal Jahre — um zu entscheiden, welchen Artikel sie publizieren und welche nicht. Was dabei herauskommt erfährt die Leserin in den regelmäßigen erscheinenden neuen Ausgaben der Zeitschrift. Und um zu erfahren, was die Welt da draussen von den Artikeln hält, sind aufwändige Recherchen nötig. Das alles dauert — während Forschungsergebnisse immer schneller poduziert werden. Viele WissenschaftlerInnen haben in den letzten Jahren eine neue Alternative zu solchen langsamen, wenig transparenten Publikationswegen für sich entdeckt: Die sogenannten Megajournals, allen voran PLoS ONE. In diesem Beitrag will ich kurz beleuchten was das Besondere an Megajournals ist, was sie für (manche) AutorInnen so attraktiv macht, und was wir von dieser Entwicklung vielleicht erwarten können.

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Das Kompetenzzentrum für nicht-textuelle Materialien

Interview mit Margret Plank, Leiterin des Kompetenzzentrums für nicht-textuelle Materialien an der TIB Frau Plank, wozu ein Kompetenzzentrum für nicht-textuelle Materialien? In Forschung und Lehre werden immer mehr AV-Materialien, 3D-Modelle und Forschungsdaten produziert aber nur ein geringer Teil davon kann recherchiert und genutzt werden. Die Suche nach diesen Objekten muss unserer Meinung nach so einfach gemacht werden, wie es heute für textuelle Dokumente schon möglich ist. Hierfür sind neue Such- und Visualisierungswerkzeuge ebenso gefragt wie eine verbesserte Erschließung, eine eindeutige Referenzierung und digitale Langzeitarchivierung. Darüber hinaus müssen neue Workflows und Standards für diese Bereiche entwickelt werden, Netzwerke aufgebaut und die Mitarbeiter geschult werden. Zur Bündelung all dieser Aktivitäten und der im Haus vorhandenen Expertise haben wir 2010 das Kompetenzzentrum für nicht-textuelle Materialien an der TIB gegründet.

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Autorengebühren bei Open Access Journals: Ein Wettlauf nach unten

Open Access Journals sind wissenschaftliche Fachzeitschriften, deren Artikel weltweit frei online zugänglich sind. Solche Journals sind seit einigen Jahren ein wichtiger Trend, über den wir sicherlich noch häufiger hier im Blog berichten werden. Aktuell fällt uns das in dieser Woche angekündigte Journal-Startup PeerJ ins Auge, das einen „Wettlauf nach unten“ bei den Autorengebühren der OA Journals einläuten könnte. Worum geht es dabei?

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