Autor: Bernhard Tempel

... ist Leiter des Bereichs Lokale Dienste.

Schattenbibliotheken: Licht und Schatten

Wussten Sie schon, dass es nicht nur Universitätsbibliotheken, Öffentliche Bibliotheken und Gefängnisbüchereien gibt? Tatsächlich sind es sogar ziemlich viele Bibliothekstypen, die TIB ist zum Beispiel eine Zentrale Fachbibliothek. Zur Charakteristik der meisten Bibliothekstypen gehört immer noch die Materialität von Räumen und Beständen, auch wenn viele Bibliotheken parallel dazu inzwischen digitale Bestände anbieten und diese unter dem Label „Digitale Bibliothek“ weiter ausbauen. Doch nicht alles gibt es digital, und bei dem, was digital verfügbar ist, sind oft die Lizenzbedingungen so gestaltet, dass Angebote teuer und die Benutzung stark eingeschränkt sind. Für Wissenschaftler wird daher zunehmend Open Access zur Publikationsalternative: Benötigte Literatur ist weltweit frei zugänglich, und damit haben die Autoren eine deutlich größere Chance, wahrgenommen zu werden. Auch die traditionellen Bibliotheken engagieren sich für Open Access, doch der Prozess verläuft langsam, manchen auch zu langsam. Und so entstand über Jahre der Typus der „Schattenbibliothek“ (den die deutsche Wikipedia noch gar nicht

Weiterlesen

Zitierstile mit LaTeX

Neben dem hervorragenden Formelsatz war die gute Unterstützung für Zitatnachweise und Bibliographie immer einer der Gründe, das Textsatzsystem LaTeX zum Schreiben wissenschaftlicher Texte einzusetzen. Der Schwerpunkt lag dabei auf Zitiersystemen, die in Fächern wie Mathematik und Physik am verbreitetsten sind: mit abgekürzten Zitatnachweisen im Text (rein numerisch, alphanumerische Kürzel oder mit Autor-Jahr-Verweisen). Dabei muss die Bibliographie entsprechend organisiert sein, weil eine abgekürzte Zitierweise immer das Nachschlagen im Literaturverzeichnis verlangt.

Weiterlesen

Unsere Leihfristen

Haben Sie sich auch schon manchmal geärgert, wenn Sie ein umfangreiches Buch nur für 14 Tage ausleihen konnten? Oder ein verliehenes Buch vormerken wollten, Ihnen aber mehrere Interessenten mit ihren Vormerkungen zu vorgekommen waren und Sie das Buch vielleicht erst bekommen hätten, wenn Sie Ihre Arbeit hätten erledigt haben müssen? Beide Fälle hängen zusammen:

Weiterlesen

Präsentationsfolien als Buch – wer braucht das?

Im Jahr 2009 erschien ein Sammelband mit dem Titel „PowerPoint. Macht und Einfluss eines Präsentationsprogramms„. Diese Macht und der Einfluss von PowerPoint sind Thema für Medienwissenschaft, Kulturkritik – und selbstverständlich auch Bibliotheken. Waren die mit diesem und ähnlichen Programmen erzeugten Präsentationsfolien auf Konferenzen und in der Lehre schon lange nicht mehr wegzudenken, beginnen sie nun auch die Gestalt wissenschaftlicher Bücher zu verändern. In der grauen (Konferenz-)Literatur begann es vor ein paar Jahren, dass Vorträge häufig nicht mehr in Ausarbeitung, sondern in Form der Präsentationen veröffentlicht wurden. Anfangs hatten wir Fachreferenten Bedenken, solche Konferenzbände überhaupt in den Bestand aufzunehmen, und aus dieser Zeit stammen die seitdem üblichen Vermerke im Katalog wie z.B. „Enth. überwiegend Präsentationsfolien, keine ausgearb. Vorträge“, „Enth. nur Präsentationsfolien, kein ausgearb. Vorträge“ oder „Auf Anschaffung verzichtet, da nur Präsentationsfolien“. Irgendwann tauchten die ersten im Buchhandel erhältlichen ‚Bücher‘ auf, die nur aus Präsentationsfolien bestanden, was aus den den Ankündigungen kaum jemals

Weiterlesen

Open Access Week – Open Access für Geisteswissenschaftler?

Am vierten Tag unserer Veranstaltungsreihe zur Open Access Week standen die Geisteswissenschaften im Fokus. Der Titel „Open Access für Geisteswissenschaftler?“ war nicht ohne Grund mit Fragezeichen versehen, denn im allgemeineren Bewusstsein ist das Thema immer noch eher mit Fächern wie Physik und Mathematik verbunden, die eine ausgeprägte Preprint-Kultur zur beschleunigten Verbreitung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse entwickelt hatten und als erste Disziplinen diese Kultur ins World Wide Web übertrugen. Dass Open Access sich nicht auf freie Zugänglichkeit von wissenschaftlichen Publikationen beschränkt, sondern in einem viel weiteren Zusammenhang steht, der eine Umwälzung der wissenschaftlichen Diskussionskultur bedeuten kann, zeigte der Vortrag von Prof. Dr. Claudia Schomaker und Karen Weddehage (beide vom Institut für Sonderpädagogik der Leibniz Universität Hannover). Beide sind Mitglied im Beirat der Zeitschrift http://www.widerstreit-sachunterricht.de/ und am Reviewprozess der seit 2003 erscheinenden Zeitschrift beteiligt. Der im Titel genannte Widerstreit ist in positivem Sinne programmatisch gemeint, da er eine vitale Grundlage für die diskursive wissenschaftliche

Weiterlesen

Erste Schritte zum wissenschaftlichen Schreiben mit LaTeX

In unseren seit zwei Jahren regelmäßig angebotenen Kursen zum Digitalen Publizieren war bisher stets die Arbeit mit dem Textsatzsystem LaTeX ein Programmpunkt. Auch wenn sich das Interesse meistens auf das wissenschaftliche Schreiben mit MS Word und Citavi konzentrierte, hat LaTeX dort, wo viele Formeln vorkommen – also vor allem in Mathematik, Theoretischer Informatik und Physik – seine Berechtigung. Brauchbar ist es aber darüber hinaus für alle anderen Disziplinen, sofern man Wert auf gute Unterstützung u.a. von Querverweisen, Literaturnachweisen, Indexerstellung und Einbindung von vielen Grafiken sowie exzellente Typografie legt. Die zugegeben etwas steile Lernkurve schreckt oft ab, aber aus eigener Erfahrung (mit Umstieg von Word auf LaTeX während der Arbeit an meiner Dissertation) kann ich sagen, dass sich die Einarbeitung lohnt. Was man mit LaTeX erreichen kann, zeigt eine beeindruckende Beispielsammlung.

Weiterlesen