TIB startet neue Open-Access-Plattform für Zeitschriften und Konferenzen

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Die TIB startet eine neue Open-Access-Plattform, auf der wissenschaftliche Zeitschriften und Konferenzpublikationen veröffentlicht werden können. Damit unterstreicht sie ihre Ausrichtung auf Open Access und ergänzt die Angebote zur Open-Access-Transformation um eine maßgebliche neue Säule. Als Partner der Forschung setzt sich die TIB für professionelle, optimal zugängliche und weithin sichtbare Veröffentlichungen ein.

Positionierung

Momentan arbeiten wir an dem Aufbau der Plattform und sprechen mit ersten Interessierten. Die gewünschte Positionierung der Plattform ist bereits klar: Mit einem solchen Unterfangen wird sich die TIB direkt als Ort für Open-Access-Erstveröffentlichungen aufstellen. Hierzu gehören professionelle Publikationsabläufe, die die Entstehung der Publikationen begleiten – nicht nur die Veröffentlichung von Dateien, die extern (ohne Einreichungssystem) begutachtet und erstellt wurden. Mit einem solchen Dienst übernimmt die TIB die Aufgabe, wissenschaftliche Publikationen in Umlauf zu bringen und allen zugänglich zu machen. Alle Publikationen werden Open Access sein, und die TIB wird nicht exklusive Rechte an den Publikationen erwerben.

Wir werden uns an wichtigen avancierten Standards orientieren. Dies gilt sowohl für die Open-Access-Kriterien als auch für die Publikationsworkflows und technischen Grundlagen. Ein wichter Parameter ist für uns der Einsatz professioneller Open-Source-Werkzeuge. Als Grundlage dient die erfolgreiche und weltweit eingesetzte Software Open Journal Systems (OJS) des Public Knowledge Project (PKP). Wir werden uns aktiv an der Weiterentwicklung der Software und an der Vernetzung der Community beteiligen und bringen langjährige Erfahrungen ein. In einem permanenten Qualitäts- und Weiterentwicklungsprozess wird die Plattform erprobt, an sich wandelnde Anforderungen angepasst und für die wichtige Funktion im wissenschaftlichen Publikationsprozess optimiert.

Der neue Dienst wird offen sein für alle wissenschaftlichen Disziplinen. Der Fokus wird allerdings auf den zentralen Fächern der TIB liegen: Naturwissenschaften und Technikwissenschaften. In diesen akademischen Bereichen fehlen vielfach noch unkommerzielle und hochwertige Open-Access-Optionen. Alle Zeitschriften und Konferenzveröffentlichungen müssen die gesetzten Qualitätskriterien einhalten.

Konferenzveröffentlichungen

Für Konferenzveröffentlichungen mangelt es nach wie vor an Open-Access-Optionen, insbesondere an bezahlbaren und fair ausgestalteten Angeboten. In einigen Disziplinen sind Konferenzveröffentlichungen von großer Bedeutung, haben aber eine gegenüber Zeitschriftenartikeln geringere Sichtbarkeit und geringere Open-Access-Quote. Es ist eine wesentliche Motivation für den neuen Dienst, hier Abhilfe zu schaffen. Wir werden uns um die Veröffentlichung relevanter Konferenzpublikationen bemühen. Dazu werden wir teilweise Software, Workflows und Qualitätsstandards aus dem Zeitschriftenbereich adaptieren, insbesondere also auch OJS anpassen. Wir gehen davon aus, dass Konferenzveröffentlichungen sehr relevant sind und eine optimale Zugänglichkeit verdient haben.

Wir setzen damit vielfältige Aktivitäten der TIB zur Unterstützung wissenschaftlicher Konferenzen im engeren (siehe etwa die Konferenzbestände, das Projekt ConfIDent und den Konferenzaufzeichnungsdienst) und grauer Literatur im weiteren Sinn fort.

Wir wissen, dass dies in Teilen eine größere Herausforderung darstellt als der Start eines weiteren Zeitschriftenangebots. Wir sind optimistisch, dass wir hier relevante Lösungen bieten können, und freuen uns über jegliches Interesse an dem neuen Dienst. Dies schließt Konferenzveranstalter*innen auf der Suche nach einer Veröffentlichungsoption ebenso ein wie andere potentielle Kooperationspartner in diesem Feld.

Unterstützung der Open-Access-Transformation

Die TIB gestaltet die Open-Access-Transformation aktiv und vielfältig mit. Wir folgen damit unserem Auftrag und unserer Strategie, den bestmöglichen Zugang zu wissenschaftlicher Literatur zu ermöglichen. Hierzu beraten wir Wissenschaftler*innen und leisten Informationsarbeit. Die TIB betreibt bereits Open-Access-Repositorien (und viele verwandte Dienste wie das TIB-AV-Portal oder das OER-Portal Niedersachsen). Wir sind engagiert in vielen weiteren Facetten der Open-Science-Infrastruktur, beispielsweise beim Umgang mit Forschungsdaten oder in der Unterstützung von ORCID und Datacite, aber auch durch die Arbeit an und mit Metadaten (inklusive des Open Research Knowledge Graph). Wir finanzieren Open Access auf verschiedenen Wegen – durch Publikationsfonds, durch Beteiligung an Open-Access-Modellen inklusive SCOAP³ und DEAL und durch pilothaftes Journal Flipping (Umstellung von Zeitschriften auf Open-Access-Modelle).

Mit der neuen Publikationsplattform schaffen wir eine wesentliche neue Säule: Wir ermöglichen die direkte Open-Access-Veröffentlichung von Konferenzpublikationen und Zeitschriften. Dieses Angebot, das ausschließlich für Open-Access-Publikationen geschaffen wird, unterstützt damit die Gründung neuer Publikationen, aber auch das Journal Flipping: Zeitschriften, die in ihrer bisherigen Situation keine hinreichenden Open-Access-Optionen vorfinden, können zu unserer Plattform wechseln und hier eine unterstützende, faire Umgebung vorfinden, die optimalen Zugang und optimale Auffindbarkeit als Ziel hat.

In weiteren Beiträgen in den nächsten Wochen werden Xenia van Edig und Dulip Withanage unsere Pläne weiter vorstellen. Wir freuen uns über alle Kommentare, Anregungen und Anfragen.

Interesse?

Bei Interesse an unserem Angebot können Sie uns gerne kontaktieren:

Dr. Xenia van Edig (redaktioneller Kontakt): xenia.van.edig@tib.eu
Dulip Withanage (technischer Kontakt): dulip.withanage@tib.eu

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