Digitalisierung des Energiesektors mit bahnbrechenden Technologien

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Wie PLATOON eine digitale Plattform und Analyse-Tools auf den Energiemarkt bringt

Das von der EU geförderte H2020-Projekt PLATOON stellt neue Ansätze und Analyse-Tools für energiespezifische Big Data bereit. Damit unterstützt es den Übergang zu einem CO2-freien Energiesektor und die Entwicklung neuer Dienstleistungen im Energiebereich. In einem zunehmend komplexen und heterogenen Umfeld ermöglicht PLATOON die Entwicklung von einem klassischen, zentralisierten hin zu einem stärker dezentralisierten Energiesektor, mit erneuerbaren Energiequellen und neuen erweiterten digitalen Fähigkeiten.

Die TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften ist als Projektpartnerin bei PLATOON für Verbreitung und Kommunikation des Projektes und die Entwicklung von Techniken zum Big-Data-Management verantwortlich, die die Aufnahme, Transformation und Integration von Big Data im Energiesektor ermöglichen.

Pilotprojekte im Energiesektor in fünf europäischen Ländern

PLATOON leistet einen Beitrag zu künstlicher Intelligenz (KI), Interoperabilität, Datenschutz und Sicherheit, hält dabei die Standards der International Data Spaces Association (IDSA) ein und strebt damit die Realisierung des ersten IDS-konformen Datenmarktplatzes für den Energiesektor an. Das Projekt wird in Pilotprojekten in fünf Ländern (Frankreich, Spanien, Italien, Belgien und Serbien) validiert, wobei reale energiespezifische Big-Data-Fälle behandelt werden. Die Pilotprojekte von PLATOON decken das gesamte Spektrum der Energiedienstleistungen entlang der Energieversorgungskette ab: von Energieeffizienz über Strombilanz und vorausschauende Wartung von Windparks und Smart Cities bis zu Gebäuden und Office Hubgrades (Optimierung von Energieeffizienz und Wartung in Bürogebäuden). Sie haben das Ziel, die Betriebsleistung mit physikalischen Modellen und KI-Algorithmen zu erhöhen. Darüber hinaus konzentrieren sich die Pilotprojekte von PLATOON auf die Stabilität, Konnektivität und der Verlängerung der Lebensdauer von Stromnetzen, fortschrittliche Energiemanagementsysteme und das Energiemanagement von Mikronetzen. PLATOON wird den Technologietransfer auf dem Energiemarkt durch ein gut etabliertes Verfahren über offene Ausschreibungen erleichtern.

Digitalisierung unterstützt Weg zum CO2-freien Energiesektor

Die Digitalisierung des Energiesektors ermöglicht ein höheres Maß an betrieblicher Spitzenleistung durch den Einsatz bahnbrechender Technologien. Das energiespezifische Big Data Framework der modernen und intelligenten Energienetze bietet das ideale Ökosystem für die Nutzung von Wissen aus Daten. Der international tätige Energieversorgungskonzern ENGIE investiert stark in einen CO2-freien Übergang für Unternehmen und lokale Behörden. Zur Umsetzung dieses Ziels bietet ENGIE integrierte Lösungen als Dienstleistung an, um den Energieverbrauch zu senken und die Energieeffizienz zu verbessern. ENGIE koordiniert das Projekt PLATOON über sein ENGIE Lab CRIGEN. Das ENGIE Lab CRIGEN ist das Unternehmenszentrum für Forschung und Entwicklung der ENGIE-Gruppe und gehört zum Netzwerk der ENGIE Labs. Der Koordinator des PLATOON-Projektes, Dr. Philippe Calvez, Leiter des Labors für Informatik und künstliche Intelligenz (CSAI-Lab), ist überzeugt, dass das PLATOON-Projekt ENGIE in die Lage versetzen wird, die Entwicklung seiner ehrgeizigen Strategie zu beschleunigen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, vollständig kompatible und intelligente Lösungen sowie fortschrittliche, eingebettete Entscheidungshilfen zu erarbeiten und gleichzeitig mit den an dieser ökologischen und energetischen Revolution beteiligten Akteuren zu interagieren.

Effizientere Netzverwaltung,  stärkere Beteiligung der Verbraucher und Schaffung neuer datengestützter Geschäftsmodelle

Wie Erik Maqueda, Datenanalyst bei TECNALIA und Technischer Leiter des Projektes, erklärt:PLATOON wird bereits bestehende digitale Plattformen im Energiesektor durch die Entwicklung einer Interoperabilitätsschicht, von Data-Governance-Modulen und einer benutzerfreundlichen Datenanalyse-Toolbox effektiv integrieren und verbessern. Dies wird einen vollständig digitalisierten und integrierten Energiesektor ermöglichen, in dem Daten von verschiedenen Interessengruppen gemeinsam genutzt und verwertet werden, wodurch eine effizientere Netzverwaltung, eine stärkere Beteiligung der Verbraucher und die Schaffung neuer datengestützter Geschäftsmodelle und Dienste ermöglicht wird.“

PLATOON wird Technologien zu distributiven Edge Processing- und Datenanalysen für ein optimiertes und eicht handhabbares Energiesystemmanagement in Echtzeit für den Energiebereich einsetzen. Die Data Governance, das ganzheitliche Management von Daten, zwischen den verschiedenen Anspruchsgruppen für den Datenaustausch, die Koordinierung und die Zusammenarbeit innerhalb der Energie-Wertschöpfungskette wird über ein Data-Governance-Framework gewährleistet, das den Standards der International Data Spaces Association (IDSA) entspricht. Diese Austauschumgebung wird sich zu einem offenen und vertrauenswürdigen Datenmarktplatz entwickeln, der einen sicheren Datenaustausch und die Gewährleistung der Datenhoheit im Einklang mit den IDSA-Grundsätzen ermöglicht. Der IDS-Rahmen, der aus Datencontainern, Brokern und dem Markt selbst als Teil der PLATOON-Referenzarchitektur besteht, garantiert die Datenverwaltung und den sicheren Transfer vom Dateneigentümer zum Technologieanbieter.

Benutzerfreundlicher Marktplatz im Energiebereich

Nach Angaben des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) ermöglicht das PLATOON-Projekt die Anwendung innovativer Datenarchitekturen, die die Zusammenführung und Verarbeitung verteilter Daten im Besitz verschiedener Interessengruppen auf einem Marktplatz erleichtern können. Darüber hinaus wird das Projekt die flexiblen Fähigkeiten der interoperablen Comprehensive Architecture for Smart Grid (COSMAG) weiterentwickeln und nutzen, um skalierbare und replizierbare Energiemanagementlösungen aufzubauen und einzusetzen. COSMAG ermöglicht die Interoperabilität heterogener Datenquellen, -formate und -schnittstellen und garantiert gleichzeitig die Datenverwaltung und -sicherheit für mehrere Datenbesitzer und -anbieter sowie die Benutzerfreundlichkeit für Experten aus dem Energiebereich, die nicht über umfangreiche mathematische Kenntnisse verfügen.

Durch das etablierte Verfahren von PLATOON über offene Ausschreibungen wird der Technologietransfer in den Markt systematisch ermöglicht. Dies stellt eine wichtige Gelegenheit dar, die tatsächlichen geschäftlichen Auswirkungen des Projektes zu verifizieren, indem die Reife und die Auswirkungen neuer Technologien auf die Energieakteure demonstriert werden. Auf diese Weise wird die Schaffung eines offenen Marktes für fortschrittliche analytische Lösungen in Europa gefördert, sodass Versorgungsunternehmen den Wert der Energiedaten nutzen können. Während des letzten Jahrzehnts hat der Konsortialpartner Minsait als Indra-Unternehmen, das ein wichtiger technologischer Akteur in Europa ist, bereits relevante Technologien in seine Energiemanagementprodukte integriert. Für das Institut Mihajlo Pupin wird PLATOON die Möglichkeit bieten, die Projektergebnisse für eine zuverlässige Prognose der Energieerzeugung und des Energieverbrauchs einzusetzen, um effiziente, nutzerorientierte Dienste der intelligenten Netze bereitzustellen. Pupin verfügt über einen bedeutenden Marktanteil in Serbien, was die Steuerung und Überwachung der Stromerzeugung durch Wasserkraft-, Wärmekraft- und Photovoltaikanlagen, Windparks sowie die Stromübertragung und -verteilung betrifft.

Verantwortungsvoller Energieverbrauch als wichtiger Erfolgsfaktor für Umweltfreundlichkeit

Die Digitalisierung des Energiesektors erfordert neue, auf lokaler Ebene spezifische Lösungen bei der Regulierung mit Echtzeit-Datenverarbeitung. „Durch die Teilnahme an verschiedenen PLATOON-Pilotprojekten wollen wir neue Algorithmen entwickeln und verschiedene Szenarien vor Ort angehen“, erläutert Andrej Čampa, unabhängiger Entwicklungsingenieur bei ComSensus. Pau Joan Cortés Forteza, Leiter der Forschungsabteilung von Sampol Ingenieria y Obras, erklärt: „PLATOON wird Lösungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung integrieren, indem es Industry-4.0-Lösungen mit Energieexperten verbindet und so das Smart Grid – das intelligente Stromnetz – der Zukunft kreiert. Die Digitalisierung wird auf diesem Weg eine wichtige Rolle spielen, indem sie jedes überschüssige Watt überwacht und analysiert. Die EU führt uns mit Projekten wie PLATOON zu einem verantwortungsvollen Energieverbrauch und einer fortschrittlicheren Gesellschaft, in der Umweltfreundlichkeit ein Erfolgsfaktor ist.“

Jose I. Hormaeche, Generaldirektor des Basque Energy Clusters (CEPV), teilt mit: „Unserer Meinung als Cluster-Organisation nach, werden die Ergebnisse des PLATOON-Projektes von entscheidender Bedeutung sein, um den Datenzugang und die Datennutzung im Energiesektor zu erleichtern. Die zu definierende Architektur, die zu entwickelnden Analyse-Tools und die zu implementierenden Standards für die Datenverwaltung sollten es den Unternehmen in den verschiedenen Segmenten der Energiewertschöpfungskette ermöglichen, untereinander Daten auszutauschen und miteinander zusammenzuarbeiten, um aus den Daten, die aus den Energieanlagen gesammelt werden, einen ökonomischen Wert zu erzielen.“

Daten als Ressource für die Maximierung der Energieeffizienz

PLATOON hat zweifellos das Potenzial, die Modernisierung der europäischen Energienetze durch die Einführung innovativer Lösungen zu ermöglichen. Durch die Einführung der neuen Implementierungen von verteilter Energiedatenverarbeitung und Datenanalyse versucht PLATOON, auf Daten als Ressource für die Maximierung der Energieeffizienz aufzubauen. Da der Ansatz von PLATOON darauf abzielt, alle Elemente innerhalb der Wertschöpfungskette anzusprechen, ist der Interessenschutz der Endnutzerinnen und Endnutzer und die Schaffung von Vertrauen eine Schlüsselvoraussetzung um sicherzustellen, dass dieses Projekt eine positive Wirkung hat und seine Ergebnisse vom Energiesektor auf EU-Ebene übernommen werden können.

Adrian Quesada Rodriguez, Projektleiter und Datenschutzbeauftragter bei Mandat International, bestätigt: „In diesem Zusammenhang werden wir uns darauf konzentrieren, die Einhaltung der einschlägigen ethischen und rechtlichen Anforderungen sicherzustellen (mit besonderem Schwerpunkt auf dem Schutz personenbezogener Daten). Wir versuchen, das Vertrauen der Endnutzerinnen und Endnutzer in PLATOON zu stärken, indem wir auf den Erfahrungen, die wir in einer langen Reihe von erfolgreichen H2020-Forschungsprojekten gesammelt haben, sowie auf dem multidisziplinären Fachwissen, das unsere Organisation seit jeher auszeichnet, aufbauen.“

Wenn Sie mehr über PLATOON erfahren oder assoziierter Partner, Mentor oder Botschafter werden möchten, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpersonen an der TIB

Alexandra Garatzogianni

Leiterin Kommunikation und Verbreitung PLATOON

E-Mail: alexandra.garatzogianni@tib.eu

Michael Fribus

Stellvertreter Kommunikation und Verbreitung PLATOON

E-Mail: michael.fribus@tib.eu

Über PLATOON

Das H2020-Projekt PLATOON wird durch das Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 der Europäischen Union im Rahmen der Zuschussvereinbarung Nr. 872592 finanziert. Das Projekt startete 2020 und läuft drei Jahre. PLATOON wird die europäischen Bemühungen um die Modernisierung des europäischen Stromnetzes verstärken und den Verbraucherinnen und Verbrauchern Zugang zu billigerer und nachhaltiger Energie bei gleichzeitiger Maximierung des sozialen Wohlergehens verschaffen. Zusammen mit ENGIE beteiligen sich die folgenden Institutionen und Unternehmen an dem Projekt: TECNALIA Research & Innovation, Universität Bonn, das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS), Engineering, Universität Brüssel (VUB) mit dem dazugehörigen OWI-Lab, das Institut Mihajlo Pupin, Giroa als Mitglied der VEOLIA-Gruppe, SISTEPLANT, SAMPOL Ingeniería y Obras S.A., TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften, Politecnico di Milano, die Stadtverwaltung Rom, Poste Italiane, Mandat International, FundingBox Accelerator (FBA), Minsait (ein Unternehmen der Indra), ComSensus, Basque Energy Cluster (CEPV) und UDG Alliance.

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Dieses Projekt wurde durch das Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 der Europäischen Union im Rahmen der Zuschussvereinbarung Nr. 872592 finanziert. Jegliche Verbreitung der hier vorgestellten Ergebnisse spiegelt nur die Sicht des Konsortiums wider. Die Kommission ist nicht verantwortlich für die Verwendung der darin enthaltenen Informationen.
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Alexandra Garatzogianni

Alexandra Garatzogianni

Leitung Wissens- und Technologietransfer, Koordinatorin von EU-Projekten // Head of Knowledge and technology transfer, Coordinator of EU Projects