Physik@Home

Physik im Homeoffice

Wenn plötzlich alles anders ist, ist es gut, wenn vieles trotzdem gleich bleibt.

Die Türen der Bibliothek sind zu, Schüler*innen und Studierende wurden nach Hause geschickt und viele von uns arbeiten im Homeoffice – und sind all denjenigen dankbar, die das nicht können und für uns im Bus, in der Apotheke, im Supermarkt, im Krankenhaus, … da sind und ihre eigene Gesundheit riskieren.

Der Beginn des Vorlesungs- und Lehrbetriebs ist an der LUH zunächst auf den 20. April 2020 verschoben worden, Lernen und Forschen gehen trotzdem weiter.

Wie gut, dass die Entwicklung der letzten Jahre mit ihrer fortschreitenden Digitalisierung gerade im Wissen(schaft)sbetrieb die (virtuellen) Räume der Informationsbereitstellung über die (realen) – zur Zeit geschlossenen – Bibliotheksgebäude hinaus erweitert hat, und wir und Sie nicht mehr alleine von gedruckten Informationsquellen und Werken abhängig sind. Mit der Folge, dass wir jetzt sagen können:

Die Bibliothek ist zu, aber wir sind weiterhin für Sie da!

Gerade in der Physik stehen zentrale Quellen wie z.B arXiv.org ausschließlich elektronisch zur Verfügung, andere, wie die meisten Zeitschriften von APS, IOP, AIP gibt es zwar auch noch gedruckt, diese werden aber überwiegend online genutzt.

Kaffee für arXiv@Cornell

Wenn ich hier also aus aktuellem Anlass (m)ein Best of Physics Online Resources in Zeiten geschlossener Bibliotheksstandorte zusammenstelle, fällt auf, dass die meisten dieser Informationsdienste bereits zu Pandemie-freien Zeiten angeboten wurden, mit dem Ziel Wissenschaftler*innen einen umfassenden und komfortablen Zugang zu relevanten Informationen bereitstellen zu können. Dadurch sind wir jetzt in der glücklichen Lage direkt und kontaktfrei auf diese Dienste zugreifen zu können. Mein Best of ist damit eigentlich nur eine kleine Erinnerung an existierende Angebote der Bibliothek, wie sie im Facheinstieg Physik oder im TIB Blog zusammengestellt worden sind.

Auch in „normalen“ Zeiten ist der sicherste Weg von außerhalb (oder neudeutsch off-campus) auf lizenzpflichtige Inhalte zuzugreifen, die Nutzung des VPN-Dienstes der eigenen Universität.

In Corona-Zeiten bieten viele Verlage Forscher*innen zusätzliche Optionen, auf die relevanten Inhalte zugreifen zu können.  Entsprechende Informationen werden auf den Verlagsseiten angeboten, wie z.B. bei AIP oder APS.

Open-Access-Plattformen oder -Zeitschriften sind natürlich aktuell das non plus ultra hinsichtlich der Zugänglichkeit … Ich bin mal sehr gespannt wie sich der SARS-CoV2-Shut-Down weltweit auf die Nutzungszahlen von arXiv auswirken wird. (Aktuelles zu arXiv und COVID-19 findet sich im arXiv.org Blog und in den arXiv-Papern ist das Coronavirus bereits im Januar angekommen.)

Das TIB-Portal ist der Weg zu von der TIB bereitgestellten physikrelevanten Informationen, da wir seit Jahren hier die wichtigsten Informationsquellen unabhängig von ihrer physischen und Lizenzform zusammentragen.

Von den insgesamt 123.093.600 Treffern lassen sich 19.870.387 der Physik zuordnen, davon sind wiederum 8.413.937 elektronische Ressourcen (Zahlen Stand 2020-03-25 12:39:11)

Viele dieser Treffer sind (lizenzpflichtige) Zeitschriftenartikel aus Verlagen wie z.B. Elsevier, Springer, AIP, IOP, oder Wiley. (Im Rahmen der DEAL-Verhandlungen konnten für Springer und Wiley Transformationsverträge mit Open-Access-Komponente abgeschlossen werden. Auch für IOP gibt es einen entsprechenden Konsortialvertrag.)

Mit arXiv, den Inhalten des Directory of Open Access Journals (DOAJ) und von BASE sind wertvolle Open-Access-Quellen eingebunden.

Neben den Einzelartikeln bietet das Portal als Katalog natürlich auch den Nachweis der elektronischen Zeitschriften als solche, wie z.B. Nature, Nature Physics oder Nature Communications und wie sie sonst noch alle heißen. Dabei lässt sich übrigens auch gezielt nach Open-Access-Journals aus der Physik wie z.B. SciPost Physics filtern!

Und weil (mir) das Filtern der Treffer im TIB-Portal so viel Spaß macht, seien hier noch weitere Links auf interessante und für die Physik (hoffentlich) relevante, elektronisch verfügbare Quellen, Medienarten und -formate im Portal zusammengestellt:

Wenn das nicht genug „Lese“stoff für die Quarantäne ist!

Insbesondere auf die E-Books möchte ich hier noch im Detail eingehen: Zum Glück habe wir in den letzten Jahren (nicht nur) für die Physik einige E-Books und E-Book-Pakete lizenziert, so dass Sie diese Bücher jetzt online nutzen können, Sie müssen also nicht verzweifelt vor geschlossenen Türen stehen!

Springer Verlag

Cambridge University Press

Zu Hause bleiben, abwarten und viel (gesunden) Tee trinken.

Mit der SPIE Digital Library ermöglichen wir nicht nur den Zugriff auf die Inhalte der SPIE Conference Proceedings oder der SPIE Journals sondern stellen auch E-Books zu Verfügung, auch hier ist einiges für die Physik dabei.

Verlagsunabhängig finden Sie hier eine Zusammenstellung elektronischer Lehrbücher zur Physik.

Haben Sie weitere Wünsche? Dann schicken Sie uns einen Anschaffungsvorschlag Wir werden für Sie die benötigten Werke schnellstmöglich als E-Book erwerben und bereitstellen.

Und weil es einfach zu schön ist, und vielleicht der ein oder die andere Physiker*in noch Lesestoff für die Zeit zu Hause sucht, sei hier noch auf ein paar interessante Werke aus der Physikgeschichte hingewiesen, die wir digital (und analog) im Bestand der Bibliothek haben:

Physiker*innen, die nun im Homeoffice noch etwas Zeit übrig haben sollten, sei unsere Umfrage zur NFDI4Phys rund um Forschungsdaten und Forschungsdatenmanagement noch wärmstens ans Herz gelegt. Mit der Corona-bedingten Absage der diesjährigen Frühjahrstagungen konnten wir leider dort nicht im direkten Kontakt zu Wissenschaftler*innen an den Start gehen …

Für das Homeschooling erinnere ich sehr gerne an PiA – Physik im Advent, das auch in vorösterlicher Zeit spannende Experimente „für zu Hause“ erkunden lässt. Sollte die Zeit etwas länger dauern, gibt es die Experimente der (vor)letzen Jahre im PiA-Archiv.

Gleich bleibt, dass ich auch von zu Hause aus gerne weiterhelfe, meine Kontaktdaten haben sich nicht geändert. Bleiben Sie gesund!

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Esther Tobschall

Esther Tobschall

... ist Fachreferentin für Physik und zuständig für die Nationale Kontaktstelle im Netzwerk arXiv-DH