Open Access an der TIB: Rückblick 2019

Wie vor einem Jahr wollen wir wieder einen Rückblick auf das abgelaufene Jahr bieten. Wir ziehen Bilanz und fassen unsere wichtigsten Open-Access-Aktivitäten im Jahr 2019 zusammen, gefolgt von einem Ausblick auf das Jahr 2020. Mitgeholfen bei der Zusammenstellung haben Katrin Leinweber, Jessica Michel, Corinna Schneider und Dana Vosberg.

Repositorium

Nachdem das Institutionelle Repositorium der Leibniz Universität Hannover Anfang Juli die Marke von 5000 Dokumenten überschritten hatte, waren es mit Jahresende bereits über 9000. Ein großer Teil der 4781 Publikationen, die im Jahr 2019 veröffentlicht wurden, sind ältere elektronische Dissertationen, die bereits im Bestand der TIB waren, aber auf diese Weise deutlich sichtbarer sind und einen DOI bekamen. Neben den 3421 Alt-Dissertationen kamen auch 197 neue Doktorarbeiten hinzu. Mit GeoMonitoring 2019 und der 7. DAfStb-Jahrestagung wurden zwei Konferenzbände veröffentlicht, mit der TRUST-Schriftenreihe des Forschungszentrums „TRUST Räumliche Transformation – Zukunft für Stadt und Land“ ist eine neue Schriftenreihe gestartet. Auch der Begleitband zu der von der TIB mitorganisierten Ausstellung „Herrenhausen und Europa. Ein Gartennetzwerk“ wurde frei zugänglich über das Repositorium veröffentlicht.

Im Jahr 2019 gab es 372.127 Volltextdownloads. Am häufigsten (4199 Mal) wurde die Dissertation „Concepts and tools for the effective and efficient use of web archives“ von Helge Holzmann heruntergeladen.

Open-Access-Finanzierung

Seit 2013 betreiben wir den Open-Access-Publikationsfonds der Leibniz Universität Hannover, über den Artikel in Open-Access-Zeitschriften finanziert werden können. Im Jahr 2019 standen dafür 145.000 Euro zur Verfügung, es konnten 89 Artikel finanziert werden, 22 mehr als im Jahr davor.

Über den Publikationsfonds der Leibniz-Gemeinschaft, der von den 50 teilnehmenden Instituten finanziert, aus zentralen Mitteln mit 20 % bezuschusst und an der TIB verwaltet wird, wurden 202 Open-Access-Artikel gefördert. Neu hinzugekommen ist 2019 ein Publikationsfonds für Monographien. Dieser fördert Bücher, Sammelwerke und Beiträge in Sammelwerken, die unmittelbar Open Access erscheinen. Mit dem Pilotprojekt unter Federführung mehrerer Leibniz-Institute und der TIB sollen auch Erfahrungen gesammelt und Standards für Open-Access-Bücher entwickelt werden.

Nach langen Verhandlungen trat am 1. Juli 2019 der Vertrag zwischen Projekt DEAL und dem Verlag Wiley in Kraft, an dem sich auch die TIB beteiligt. Die Vereinbarung bietet den Angehörigen der Leibniz Universität Hannover Online-Zugriff auf alle Wiley-Zeitschriften. Gleichzeitig macht sie die Open-Access-Publikation zum Standard für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland.

Die Kooperationsvereinbarung mit EDP Sciences zur Veröffentlichung von Konferenzberichten wurde um ein weiteres Jahr verlängert. Die Anzahl der teilnehmenden Einrichtungen am Read-and-Publish-Modell der Royal Society of Chemistry (RSC) konnte von 6 im Jahr 2018 über 12 im Jahr 2019 auf 15 für 2020 gesteigert werden.

Beratung

Auch 2019 haben wir wieder zu unterschiedlichsten Themen rund um das wissenschaftliche Publizieren, Open Access und Forschungsdaten beraten und Schulungen veranstaltet. Als neue Formate hinzugekommen sind TIBgefragt und Carpentry Workshops.

Open-Access-Tage 2019

Der Höhepunkt im vergangenen Jahr waren die Open-Access-Tage, die vom 30. September bis zum 2. Oktober in Hannover stattfanden und von der TIB gemeinsam mit der Leibniz Universität Hannover und der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek veranstaltet wurden. Drei Tage lang haben sich mehr als 400 Teilnehmende unter anderem aus Bibliotheken, von Verlagen und Forschungsfördernde mit Fragen rund um Open Access beschäftigt. Thematischer Schwerpunkt der Veranstaltung war die Nachhaltigkeit von Open Access. Die Folien der Vorträge sind frei auf Zenodo verfügbar, die Aufzeichnungen der Vorträge werden im TIB AV-Portal veröffentlicht. Das Thema Nachhaltigkeit haben wir auch bei der Organisation zu berücksichtigen versucht, etwa mit einem vegetarischen Catering und Konferenzdinner, der Reduzierung von gedruckten Unterlagen oder einem Fokus auf die Nachnutzbarkeit von Materialien. Einen Rückblick von Teilnehmerinnen gibt es unter anderem hier und hier im TIB-Blog.

Ausblick 2020

Am 1. Dezember 2019 ist das BMBF-geförderte Projekt open-access.network gestartet, das eine neue zentrale Informations- und Vernetzungsplattform zu Open Access schaffen wird. Mit zahlreichen Angeboten wie Forum, Helpdesk, moderierten Fokusgruppen und detaillierten Datenbanken wird zu zentralen Themen des Open Access informiert werden. Die TIB ist mit fünf weiteren Partnern an dem Projekt beteiligt. An der TIB werden wir uns insbesondere mit der Herstellung von Informations- und Lehrmaterialien, der Konzeption und Durchführung von Online-Schulungen, dem Betrieb eines Online-Forums zu Open Access sowie der Erforschung von Open-Access-Bedingungen und -Herausforderungen in verschiedenen Wissenschaftsbereichen beschäftigen.

Ebenfalls im Aufbau befindet sich eine neue Open-Access-Publikationsplattform der TIB für Konferenzveröffentlichungen und Zeitschriften. Die Plattform auf Basis von Open-Source-Technologien wird auf moderne Benutzungserwartungen und aktuelle technische Möglichkeiten ausgerichtet. Sie wird auch für Konferenzveröffentlichungen wesentliche Anforderungen an Open-Access-Veröffentlichungen erfüllen.

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Stefan Schmeja
... arbeitet im Bereich Publikationsdienste der TIB und ist insbesondere für Beratung und Schulungen zum Thema Open Access zuständig.
Stefan Schmeja

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