Open-Access-Informationen für alle – bundesweites Projekt open-access.network

In den nächsten drei Jahren wird ein neues Verbundprojekt mit Förderung des BMBF eine bundesweite Kompetenz- und Vernetzungplattform für Open Access konzipieren, erstellen und betreiben. Ziele sind, Informationen zum Thema Open Access zur Verfügung zu stellen, Weiterbildung und Vernetzung zu ermöglichen und tägliche Hilfe beim Umgang mit Open Access zu bieten. Adressat*innen des Projekts sind Wissenschaftler*innen aller Disziplinen sowie weitere Akteure der Open-Access-Community. Die TIB beteiligt sich an dem Projekt und übernimmt Arbeitsschwerpunkte bei der Erstellung von Informations- und Lehrmaterialien, bei der Konzeption und Durchführung von Online-Schulungen, bei der Erforschung von Open-Access-Lücken und beim Betrieb eines zentralen Diskussionsforums.

Projekt open-access.network

Die drei zentralen Ziele des Projekts sind die Bereitstellung von Informationen, die Kompetenzvermittlung sowie die Vernetzung der bestehenden Community.

Das Projekt schafft ein neues Informations- und Vernetzungsangebot, das vorhandene Initiativen aktivieren und überregional vernetzen sowie den Austausch innerhalb der Wissenschaft zu Open Access nachhaltig verbessern wird. Es werden disziplinübergreifend, zentral und zuverlässig Informationen zum Thema Open Access zur Verfügung gestellt. Neu erstellte frei zugängliche Materialien, Fortbildungs- und Schulungsangebote qualifizieren Akteure und Multiplikator*innen in Wissenschaft und Bibliotheken weiter und vermitteln Kompetenzen zu praktischen, organisatorischen und rechtlichen Fragestellungen.

Dazu werden Angebote über eine zentrale Plattform bereitgestellt, die auf der existierenden Informationsplattform open-access.net aufbauen wird. Erste Informationen sind der Pressemitteilung der Projektpartner zu entnehmen, die auf der vorläufigen Webseite des Projekts eingestellt ist.

In den nächsten drei Jahren wollen die Projektpartner eine neue Plattform schaffen, die mit vielen neuen Angeboten wie Forum, Helpdesk, moderierten Fokusgruppen und neuen Datenbanken zu zentralen Themen informiert. Mithilfe von Barcamps, thematisch fokussierten Workshops, regionalen Netzwerken, Train-the-Trainer Bootcamps und Webinaren bzw. Online-Workshops werden die Open-Access-Community und Akteure aus der Wissenschaft vernetzt. Die neue Plattform wird auf der existierenden Informationsplattform open-access.net aufbauen und diese weiterentwickeln.
Hierfür hat sich ein Verbund an Projektpartnern zusammengefunden, die eine umfassende und vielfältige Expertise bei der Informationsbereitstellung, dem Kompetenzaufbau und der Vernetzung zu Open Access mitbringen und seit vielen Jahren sehr aktive Mitgestalter der Open-Access-Community sind.

Das Verbundprojekt wird geleitet durch das Kommunikations-, Informations- und Medienzentrum (KIM) der Universität Konstanz. Projektpartner sind das Open-Access-Büro Berlin an der Freien Universität Berlin, das am Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches Geoforschungszentrum angesiedelte Helmholtz Open Science Office, die Technische Informationsbibliothek (TIB) in Hannover sowie die Bibliotheken der Universitäten Bielefeld und Göttingen. Damit haben sich Einrichtungen zusammengeschlossen, die allesamt seit vielen Jahren im Feld Open Access engagiert sind und einschlägige Erfahrungen einbringen werden. Das Projekt wird durch das BMBF mit insgesamt knapp 2,4 Millionen Euro gefördert (siehe die Ausschreibung aus dem Sommer 2019). Ein eigener Beirat soll das Projekt beraten und mit wissenschaftlicher Expertise unterstützen.

Aufgaben der TIB

Wir werden uns im Rahmen des Projekts insbesondere um Arbeitspakete kümmern, die Kompetenzaufbau und -weitergabe über das Internet ermöglichen. Dazu gehören:

  1. die Herstellung von Informations- und Lehrmaterialien, insbesondere von Videos (auf deutsch und englisch)
    • Wir liefern multimediale, innovativ aufbereitete Materialien für die Open-Access-Informationsarbeit, die sowohl grundsätzliche, fächerübergreifende als auch Spezialthemen abdecken. Die Materialien bilden die Basis für die Fortbildungs- und Informationsaktivitäten von open-access.network. Sie werden darüber hinaus den Communities zur individuellen Fortbildung sowie für lokale Lehr- und Trainingsmaßnahmen bereitgestellt.
  2. die Konzeption und Durchführung von Online-Schulungen (Webinaren)
    • Wir erstellen die Online-Angebote für Fortbildung und Vernetzung von open-access.network. Dies umfasst die Konzeption und Durchführung eines vielschichtig angelegten, zielgruppengerechten Angebots an Webinaren, Online-Workshops und Selbstlernangeboten.
  3. die Erforschung von Open-Access-Bedingungen und -Herausforderungen in verschiedenen Wissenschaftsbereichen
    • Wir erweitern (in einem gemeinsamen Arbeitspaket mit dem Open-Access-Büro Berlin) systematisch das vorhandene Wissen zum Stand und den Bedingungen der Umsetzung von Open Access. Eigene Erhebungen und Analysen ergänzen und vertiefen die Kenntnisse fachspezifischer Anforderungen. Sie liefern neue Einblicke zu unterrepräsentierten Bereichen (Fächer, Formate, Akteure wie z.B. Wirtschaft/Industrie), identifizieren Desiderate und untersuchen die Open-Access-Infrastruktur.
  4. der Betrieb eines Online-Forums zu Open Access
    • Ein zentrales Online-Forum wird bereitgestellt, indem Fragen und Antworten, aber auch gezielt herbeigeführte Diskussionen verfasst, initiiert und moderiert werden können. Mit der Zeit entsteht so ein umfangreicher Wissensspeicher zu Fragen rund um Open Access.

Das Teilvorhaben ist fest in das Verbundvorhaben open-access.network eingebunden, seine Arbeitsergebnisse fließen in die Ausgestaltung aller betreffenden Teilvorhaben ein. Alle Materialien und Untersuchungsergebnisse werden darüber hinaus veröffentlicht und für eine freie Nachnutzung zur Verfügung gestellt.

In der TIB werden zwei wissenschaftliche Stellen zur Mitarbeit im Projekt besetzt werden (in den nächsten Tagen in unserer Rubrik Stellenangebote). Damit verstärken wir uns deutlich, bringen aber selbstverständlich auch nennenswerte Eigenleistungen ein und bauen auf umfangreiche Erfahrungen z.B. bei Lehrvideos und Open-Access-Beratung auf.

Wir schließen damit an klassische und aktuelle TIB-Schwerpunkte an – zum Beispiel, indem wir Open-Access-Desiderata in Ingenieurwissenschaften oder bei Konferenzveröffentlichungen angehen –, gehen aber auch darüber hinaus. So gehören auch Erhebungen zu Open-Access-Lücken beispielsweise in Rechtswissenschaften zu den von uns übernommenen Aufgaben. In allen Fällen werden wir den Austausch und die Kooperation mit den Communities, Fachgesellschaften und existierenden Initiativen suchen, auch die Kooperation im Projekt mit den Partnern wird hier sehr wichtig sein. Alle haben bestimmte Aufgabenbereiche übernommen, bringen aber ihre Expertise in das gesamte Verbundprojekt ein.

Ausblick

Als das BMBF vor einigen Jahren seine neue Open-Access-Strategie vorstellte, war bereits von einer Vernetzungsstelle die Rede. Im TIB-Blog wies ich damals darauf hin, dass ungeklärt sei, wie das Verhältnis zur existierenden Informationsplattform open-access.net ausgestaltet werden solle. Nun sehen wir etwas klarer – und erweitern und modernisieren open-access.net zu einem neuen, modernen Informations- und Vernetzungsangebot.

In diesem Herbst hat das BMBF eine eigene Informationskampagne zu Open Access gestartet. In neuen Ausschreibungen spielt Open Access eine prominentere Rolle. Mit der Förderung des ambitionierten Verbundprojekts unterstützt das Ministerium tägliche Hilfsangebote, mittel- und langfristigen Kompetenzaufbau und die Vernetzung bestehender Akteure und Initiativen.

Die Projektpartner, koordiniert durch die Verbundleitung in Konstanz, werden das Vorhaben durch Informationsarbeit, insbesondere aber auch bei Konferenzen und ersten eigenen Veranstaltungen vorstellen und weiteres Feedback und Kooperationsinteressen einholen. Die Partner bearbeiten je eigene Schwerpunkte in diesem Projekt, werden sich aber eng untereinander austauschen und abstimmen und Ergebnisse aus allen Teilprojekten in die jeweils eigenen Aufgaben einfließen lassen.

Für die TIB werden die nächsten drei Jahre eine spannende Zeit, um parallel zu unseren sonstigen Anstrengungen zur nachhaltigen Open-Access-Transformation daran mitzuwirken, die Wissenschaftslandschaft verstärkt mit Informationen und Hilfe zu versorgen. Über Feedback und Interessenbekundungen freuen wir uns – der Projekterfolg wird auch davon abhängen, dass es gelingt, die Inhalte und Unterstützungsangebote optimal für die Zielgruppen auszugestalten.

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