„Ist dieses Buch verfügbar?“

Erste Erfahrungen mit dem Bestandsprüfungsformular im TIB-Portal

„Ist dieses Buch verfügbar?“ Diese Frage wird uns seit dem 8. Mai 2018 besonders häufig gestellt. Das liegt an der Einführung eines neuen Anfrageformulars, das bei vielen Publikationen im TIB-Portal verlinkt ist. Wir erläutern gern, warum wir es eingeführt haben:

Regelmäßige Nutzerinnen und Nutzer der Suche unseres TIB-Portals stellen fest, dass die Menge der verzeichneten Titel stetig ansteigt, und zwar gelegentlich in großen Sprüngen. Der Grund dafür ist, dass wir nicht nur jene Publikationen hinzufügen, die wir neu in die Regale unserer Bibliotheksstandorte stellen. Wir lizenzieren auch große Datensammlungen, die unsere eigenen Bestände ergänzen und auf Aufsatzebene erschließen, so dass Sie nicht nur Bücher und Zeitschriften finden, sondern auch zahlreiche Nachweise von Konferenzvorträgen und Zeitschriftenartikeln in digitaler und gedruckter Form angezeigt bekommen. Dies erzeugt bei der Recherche einen großen Mehrwert, denn man erhält für sehr spezielle Suchanfragen auch dort Treffer, wo der alte Bibliothekskatalog zuvor keine Ergebnisse mehr geliefert hatte.

Diese Datensammlungen werden bei einer Suche in der Rubrik „Datenquelle“ angezeigt. Die Herkunft der Daten ist sehr unterschiedlich; so finden sich Produzenten bibliographischer Datenbanken (z.B. Engineering Index Backfile oder CEABA) ebenso wie große digitale Volltextsammlungen (z.B. DOAJ oder arXiv), Aufsatzdaten wissenschaftlicher Verlage (z.B. Springer oder Elsevier) oder von internationalen Fachgesellschaften (z.B. IEEEexplore oder Institute of Physics).

Die Vielfalt dieser Datenquellen bringt allerdings auch Probleme mit sich: nicht in allen Fällen ermöglichen die mitgelieferten Metadaten eine eindeutige Verknüpfung zur digitalen Volltextlizenz oder dem gedruckten Bestand der TIB. Unsere Entwicklungsabteilung optimiert stetig die Abgleichroutinen, aber es verbleibt immer noch eine bestimmte Anzahl von Publikationen, bei denen eine automatische Verlinkung nicht möglich ist.

In einem solchen Fall greift nun der neue Dienst, der sich an unsere lokalen Bibliotheksnutzerinnen und -nutzer richtet: die betreffenden Datensätze sind mit einem roten Button „Anfrage Verfügbarkeit LUH“ versehen, der ein Formular aufruft.

Gibt man dort Name und E-Mail-Adresse an und sendet es ab, wird eine E-Mail erzeugt, die im Postfach der Zentralen Information (ZI) landet und dort bearbeitet wird. Während der Servicezeiten der ZI (montags-freitags von 9:00-22:00, samstags von 9:00 bis 18:00) werden diese Anfragen kontinuierlich bearbeitet, so dass man in kurzer Zeit die Antwort erhält, ob die Publikation aktuell vorrätig ist oder auf anderem Weg beschafft werden muss.

Tatsächlich gibt es bei den zu prüfenden Fällen einen steten Anteil von Werken, die die TIB nicht selbst besitzt. Dies erklärt sich durch die Tatsache, dass sich das Profil der „externen“ Datensammlungen nicht gänzlich mit dem TIB-Bestand deckt. So findet man z.T. speziellere medizinische oder wirtschaftswissenschaftliche Fachliteratur, für die wir Beschaffungswege aus anderen Bibliotheken aufzeigen. Auch finden sich regelmäßig sogenannte „Dubletten“, d.h. mehrfach angezeigte, identische Titel, die aber aus unterschiedlichen Sammlungen stammen und sich durchaus im TIB-Bestand befinden.

Zwischen dem 8. Mai und dem 30. Juni haben wir auf diesem Weg 863 Bestandsprüfungsanfragen bearbeitet, wobei am 14. Juni mit 51 entsprechenden E-Mails ein Tageshöchststand erreicht wurde. Im Schnitt bekamen wir täglich 19 Anfragen.

Interessant ist auch die Auswertung der 106 Anfragen, die wir in der 22. Kalenderwoche beantwortet haben, und die folgende Ergebnisse lieferte:

  • Die meisten Anfragen (77%) werden von Studierenden der Leibniz Universität Hannover gestellt.
  • Die zu überprüfenden Zitatstellen stammen überwiegend aus den Themenbereichen Technik/Naturwissenschaften (51%), Medizin (32%) und Wirtschaftswissenschaften (13%).
  • Die beiden Datenquellen, aus denen die meisten Bestandsüberprüfungen erfolgen, sind die Datenbank „TEMA – Technik und Management“ (36%) des WTI und der „Katalog Medizin“ (32%).
  • Ein Drittel der nachgefragten Titel befinden sich nicht im Bestand der TIB, weil sie nicht durch unser Erwerbungsprofil abgedeckt werden. Sie sind daher über die bibliothekarische Fernleihe aus anderen Städten zu beziehen. Ein großer Teil der Anfragen bezieht sich allerdings auch auf Titel, die wir besitzen, so dass wir unseren Nutzern Links zu den entsprechenden Bestellmöglichkeiten liefern können. In einigen Fällen verweisen wir auf andere hannoversche Bibliotheken, die z.B. bei medizinischen Themen fachzuständig sind.

Nach den Erfahrungen der vergangenen acht Wochen können wir feststellen, dass wir mit dem Bestandsprüfungsformular einen nachgefragten Dienst anbieten können. Die Suche im TIB-Portal umfasst derzeit mehr als 92 Millionen Datensätze und ermöglicht in den meisten Fällen mittels technischer Verlinkungen den schnellen Zugriff auf digitale Volltexte und die entsprechenden Regalbereiche an unseren Bibliotheksstandorten. Auch jene Fälle, bei denen diese Funktionalität noch nicht gegeben ist, werden nun innerhalb kürzester Zeit durch die Rechercheexpertise unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelöst. Dass dies zur Zufriedenheit unserer Nutzerinnen und Nutzer erfolgt, zeigen die vielen freundlichen Rückmeldungen, die wir erhalten, wenn wir per E-Mail über den Beschaffungsweg informieren.

Unsere Kolleginnen und Kollegen der Informationsteams stehen Ihnen natürlich auch bei anderen Fragestellungen zur Verfügung, bei denen Sie vielleicht schon vor einer Recherche Unterstützung suchen. Falls Sie auch hierzu den passenden „Roten Button“ suchen; hier ist er:

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Hardy Warlich

... arbeitet im Team "Zentrale Information" am TIB-Standort Technik/Naturwissenschaften.

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