TIB als „offene Bibliothek“ ausgezeichnet

Die Technische Informationsbibliothek (TIB) setzt sich seit vielen Jahren für eine offene Wissenschaft ein, sowohl auf internationaler Ebene, wie beispielsweise mit der Unterstützung von arXiv oder der Open-Access-Transformationsinitiative OA2020, als auch mit konkreten Angeboten für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die Bemühungen der TIB um Offenheit wurden nun mit dem Open Library Badge 2016 ausgezeichnet. Dieser Badge belohnt den Einsatz von Bibliotheken für mehr Offenheit in Wissenschaft und Gesellschaft und soll entsprechende Aktivitäten und Angebote sichtbar machen.

Die Idee zum Open Library Badge ist aus der „Openness-Checkliste“ hervorgegangen, einer Liste von kleinen, praktikablen Empfehlungen, die Bibliotheken umsetzen können, um für offene Inhalte einzutreten und die eigenen Angebote offen weiter zu entwickeln. Daraus wurden zehn Punkte ausgewählt, von denen mindestens drei erfüllt sein müssen, um den Badge zu erhalten.

Die TIB erfüllt folgende Kriterien:

  • Fotos der Bibliothek nachnutzbar machen: Fotos der TIB sind auf Flickr unter einer freien Lizenz (CC BY) verfügbar.
  • Schulungsmaterialien veröffentlichen: In ihrer Open-Access-Policy hat sich die TIB dazu verpflichtet, eigene Lehr- und Informationsmaterialien unter einer CC-BY-Lizenz zur Verfügung zu stellen. Diese sind z.B. auf SlideShare oder YouTube zu finden und können frei nachgenutzt werden.
  • Open-Access-Potenziale aufdecken: Die TIB hat unterschiedliche Beratungs- und Finanzierungsangebote zu Open Access und unterstützt die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Leibniz Universität Hannover und der Leibniz-Gemeinschaft dabei, ihre Forschungsergebnisse frei zugänglich zu veröffentlichen. Mitgliedern der Leibniz Universität Hannover bieten wir einen „Repositorium-Check-Up“ an, in dem Publikationslisten auf zur Zweitveröffentlichung im Institutionellen Repositorium der Universität geeignete Titel überprüft werden.
  • Selbst nur Open Access publizieren: Entsprechend ihrer Open-Access-Policy  erwartet die TIB von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ihre Forschungsergebnisse und Publikationen im Sinne des Open-Access-Prinzips zu veröffentlichen. Die Open-Access-Publikationen der TIB sind in LeibnizOpen, dem Open-Access-Portal der Leibniz-Gemeinschaft, abrufbar.
  • NutzerInnen einbinden: Zur Verbesserung unserer Dienstleistungen werden die Nutzerinnen und Nutzer über Umfragen (z.B. zur Nutzung von Forschungsdaten oder zu Lärm in der Bibliothek) oder Usability-Tests eingebunden.
  • Open-Source-Software einsetzen: Open-Source-Software kommt in der TIB an verschiedensten Stellen zum Einsatz. Die TIB verwendet DSpace für das Institutionelle Repositorium der Leibniz Universität Hannover und VIVO für das eigene Forschungsinformationssystem. Die Weiterentwicklung von VIVO wird durch eine Mitgliedschaft der TIB bei DuraSpace unterstützt. Als Alternative zu kommerziellen Literaturverwaltungsprogrammen bieten wir Schulungen zu Zotero an.
  • Wikipedia unterstützen: In dem von der DFG finanzierten Projekt „Nachnutzung von Open-Access-Abbildungen“ (NOA) der Hochschule Hannover (HsH) und der TIB werden Artikel und Abbildungen aus Open-Access-Zeitschriften mit dem Themenschwerpunkt Technik und Naturwissenschaften gesammelt, automatisiert ausgewertet und auf Plattformen rund um Wikipedia zur Verfügung gestellt.

Mit 7 von 10 Kriterien erfüllt die TIB (zusammen mit der UB Leipzig) die meisten Kriterien unter allen bisherigen Badge-Trägern. Das soll aber nur der Ansporn sein, den Einsatz für Offenheit in der TIB noch weiter zu gestalten und vielleicht in Zukunft alle Kriterien zu erfüllen.

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... arbeitet im Bereich Publikationsdienste der TIB und ist insbesondere für Beratung und Schulungen zum Thema Open Access zuständig.

2 Gedanken zu „TIB als „offene Bibliothek“ ausgezeichnet

  1. Moin moin!

    Eine Lehrkraft riet uns Studierenden davon ab, Zotero zu benutzen: Dies sei ein amerikanisches Produkt, Inhalte landeten in einer amerikanischen Cloud und seien urheberrechtlich nicht geschützt. Es soll auch Einrichtungen geben, die ihrem Personal aus diesem Grund verbieten, Zotero zu nutzen.
    Zur Veranschaulichung erwähnte die Lehrperson Facebook: Nutzungsrechte aller dort hochgeladenen Fotos gingen an FB.

    Wie fundiert ist Ihrer Meinung nach diese Aussage?

    VG, Matthias

    1. Moin Matthias!

      In diesem Beitrag geht es zwar nicht direkt um Zotero, die Aussage der Lehrkraft muss man aber sicher relativieren. Das will ich kurz versuchen. Zotero ist ein Projekt des Roy Rosenzweig Center, die Software wird vom Rosenzweig Center, der George Mason University und von freien Entwicklern weiterentwickelt. Das Ganze ist also kein gewinnorientiertes Unternehmen und Facebook als Veranschaulichung zu nehmen ist aus meiner/unserer Sicht daher auch etwas irreführend. Zumindest ist es fraglich, ob dies im Fall von bibliographsichen Daten, die man mit Zotero sammelt/verwaltet ähnlich kritisch zu betrachten ist. Es gibt in diesem Kontext durchaus auch Befürchtungen bzgl. Patentraub etc., wenn die Daten entsprechende Rückschlüsse zulassen könnten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies im Studium relevant ist. Zudem greifen diese Überlegungen nur, wenn man tatächlich die Cloud-Funktion nutzt. Muss man aber nicht, Zotero lässt sich auch ohne die Cloud / den Online-Speicher nutzen. Die Daten werden dann lokal auf dem Rechner gespeichert. Mir/uns ist übrigens keine akademische Einrichtung bekannt, die ihrem Personal die Nutzung von Zotero verboten hätte.

      Viele Grüße
      Michael

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