“Everything else can wait, but not Agriculture.”

„Everything else can wait, but not agriculture.“ Jawaharlal Nehru (indischer Politiker, Widerstandskämpfer und erster Ministerpräsident Indiens), Quelle: https://agrixiv.wordpress.com/

Die Agrarwirtschaft als unsere Lebensgrundlage steht aufgrund des Klimawandels vor großen Herausforderungen. Daher haben sich weltweit Initiativen wie AIMS, AgInfra, CIARD, GODAN gegründet, um den Austausch von Daten, Wissen und Forschungsergebnissen zu erleichtern. Einen Preprint Server gab es jedoch bisher für die Agrarwissenschaften noch nicht. Mit der Gründung von AgriXiv im Februar 2017 besteht nun die Möglichkeit, diese Forschungsaktivitäten und -ergebnisse umgehend der Öffentlichkeit zur Information und Diskussion bereitzustellen. Auf diese Weise sollen neue Forschungsideen schneller entwickelt werden. Forscher erhalten außerdem umgehend Rückmeldungen zu ihren bereits laufenden Forschungen.

AgriXiv wurde von Open Access India mit Unterstützung des Centre for Open Science (COS)  ins Leben gerufen und basiert technisch auf dem Open Science Framework (OSF). Das COS ist ein 2013 gegründetes non-profit Startup und will Offenheit, Integrität und Reproduzierbarkeit wissenschaftlicher Forschung fördern. COS entwickelt dafür u. a. frei verfügbare open source Software. Die derzeit wichtigste Entwicklung ist OSF, eine Web Applikation, die den Forschungsworkflow unterstützt und Wissenschaftlern hilft, die Effizienz und Effektivität ihrer Forschungen zu steigern. Wissenschaftler können mithilfe des OSF ihre Forschungsprojekte, Materialien und Daten dokumentieren, archivieren und teilen. Auch PsyArXiv, SocArXiv und engrXiv basieren auf OSF.

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Was kann bei AgriXiv gepostet werden?

Sowohl erste Entwürfe als auch fertige Working papers sowie Pre- und Postprints können bei AgriXiv hochgeladen werden. Sofern später die Einreichung bei einem Journal geplant ist, sollte vorab geklärt werden, ob das Journal das Posten des Artikels vor der endgültigen Veröffentlichung erlaubt. Wikipedia oder SHERPA/RoMEO stellen hierfür Listen von Journals zur Verfügung, die dies erlauben. Grundsätzliche Informationen zu Preprints stellt außerdem Preprint FAQ von ASAPbio bereit.

Laut den AgriXiv Policies werden bereitgestellte Artikel als CC0 oder CC-BY veröffentlicht, wobei der Autor sich für eine dieser Lizenzen entscheiden muss. CC0 wird seitens AgriXiv empfohlen. Nach dem Hochladen stehen die Arbeiten umgehend öffentlich zur Verfügung.

Und wie funktioniert die Suche?

Bei der Suche auf AgriXiv werden nicht nur die Pre- und Postprints auf AgriXiv durchsucht sondern auch Treffer von weiteren Preprint Servern angezeigt. Hierzu gehören OSF Preprints, ArXiv, BioRxiv, BITSS, Cogprints, engrXiv, LawArXiv, PeerJ, Preprints.org, PsyArXiv, RePEc und SocArXiv. Bereits mehr als 2 Millionen preprints sind indexiert und mittels OSF durchsuchbar. Der Anteil, der über AgriXiv bereitgestellten Dokumente ist dabei aufgrund der gerade einmal drei Monate zurückliegenden Gründung verständlicherweise noch sehr gering.

Die Suchoberfläche ist schlicht gehalten, eine erweiterte Suche wie bspw. arXiv steht nicht zur Verfügung. Alternativ ermöglicht AgriXiv aber das Browsen durch derzeit acht verschiedene Subjects: Business, Education, Engineering, Law, Life Science, Medicine and Health Siences, Physical Sciences and Mathematics sowie Social and Behavioral Sciences.

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Petra Mensing

Petra Mensing

ist Fachreferentin für Biologie, Gartenbau, Umwelttechnologien und Wirtschafts- wissenschaften an der Technischen Informationsbibliothek (TIB) und zuständig für die Ausbildungskoordinierung (höherer Dienst).

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