Neue Open-Access-Zeitschriften in der Mathematik

Mit Jahresbeginn 2017 wurden mehrere mathematische Fachzeitschriften in Open-Access-Zeitschriften umgewandelt. Dabei wurden ganz unterschiedliche Ansätze gewählt.

Acta Mathematica und Arkiv för Matematik, die vom Institut Mittag-Leffler der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften herausgegeben werden, erscheinen in Zukunft bei International Press, wo die Online-Version frei zugänglich sein wird. Ältere Ausgaben werden auf Project Euclid bereit gestellt. Acta Mathematica ist eine der renommiertesten Mathematik-Zeitschriften und liegt mit einem Journal Impact Factor von 3,719 auf Platz 2 (von 312) in der Kategorie Mathematik. Für die Autor/innen fallen keine Artikelgebühren an, die Zeitschriften sollen nach Auskunft des Verlags durch den weiter stattfindenden Verkauf der Druckausgabe finanziert werden. Die Artikel werden nicht unter einer freien Lizenz veröffentlicht, das Manuskript darf aber auf der eigenen Homepage und auf arXiv zugänglich gemacht werden.

Einen anderen Weg geht die Zeitschrift Internet Mathematics, die sich mit komplexen Netzwerken beschäftigt. Diese Zeitschrift wurde 2003 gegründet und zuletzt von Taylor & Francis verlegt. Als der Verlag sie mit 1. Januar 2017 einstellen wollte, beschlossen die Herausgeber, daraus ein arXiv-Overlay-Journal nach dem Vorbild von Discrete Analysis zu machen. Die moderaten Kosten werden von der Ryerson University getragen, so dass die Zeitschrift nicht nur für die Leser/innen, sondern auch für Autor/innen kostenfrei sein wird. Die Autor/innen behalten ihre Rechte und veröffentlichen ihre Artikel unter einer CC-BY-Lizenz. Internet Mathematics wird weiterhin in MathSciNet, zbMATH und Scopus indiziert und behält seine ISSN, die Artikel erhalten einen DOI. Ebenfalls mit Unterstützung der Ryerson University konnte das Archiv der Zeitschrift von Taylor & Francis gekauft werden, so dass auch die älteren Ausgaben frei zugänglich sein werden.

Die Umstellung von traditionellen Zeitschriften auf Open Access ist erfreulich und bietet den Vorteil, dass die Reputation mitgenommen wird und nicht erst neu erarbeitet werden muss. Noch erfreulicher ist es, wenn nicht nur der Zugriff kostenlos ist, sondern, wie im Fall von Internet Mathematics, Open Access im eigentlichen Sinn verwirklicht wird, also dank offener Lizenzen auch die einfache Nachnutzung ermöglicht wird.

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Stefan Schmeja

... arbeitet im Bereich Publikationsdienste der TIB und ist insbesondere für Beratung und Schulungen zum Thema Open Access zuständig.

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