NanoDay 2016

Am 29. September 2016 wird er stattfinden, der inzwischen 12. NanoDay des Laboratoriums für Nano- und Quantenengineering LNQE.

Hannoversche Forscher sind schon seit den neunziger Jahren auf dem überaus interdisziplinären Gebiet der Nanowissenschaften aktiv – institutionalisiert wurde dies mit Gründung und Bau des LNQE als Forschungszentrum für eine Vielzahl von Arbeitsgruppen aus Physik, Chemie und Ingenieurwissenschaften. Der Studiengang Nanotechnologie und Promotionsprogramme wie die School for Contacts in Nanosystems oder die Hannover School for Nanotechnology zeigen dieses Engagement.

Auch in Sonderforschungsbereichen und Graduiertenprogrammen ist Nanoforschung ein Schwerpunkt:

Schon diese wenigen Beispiele zeigen, wie interdisziplinär die Nanowissenschaften sind, da es ja letztlich „nur“ um eine Größenskala geht und der Nanometerbereich eben nicht nur für technologischen Entwicklungen im Kleinstmaßstab interessant ist, sondern mit seinen Effekten u.a. auch in Festkörperphysik und Materialwissenschaften, in der Quantenoptik und in der Analytik kleinster Strukturen. Konkrete Anwendungen ergeben sich daraus für die Sensorik, für die Energieforschung (Solarzellen) und Biomedizintechnik und Nanomedizin. Das lässt sich am Programm des NanoDay 2016 ablesen.

Ganz schön viel Nano also in Hannover.

Über Web of Science / Science Citation Index lassen sich über 1500 Publikationen aus einer hannoverschen Einrichtung mit dem Topic nano* identifizieren (Nicht ganz so viele wie z.B. vom MIT, aber immerhin.)

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Zu welchen Fragestellungen in Hannover gearbeitet wird, zeigen auch die hannoverschen Dissertationen auf dem Gebiet.

Stellt sich nun die Frage, wie Forscherinnen und Forscher an die von ihnen benötigte Literatur kommen? Welche Hilfsmittel stellen wir für die Nanowissenschaften zur Verfügung?

Wichtige Inhalte sind im TIB-Portal zusammengetragen:

Die – zugegeben – sehr unspezifische Suche nach nano* im TIB-Portal liefert (im Suchraum TIB für Forschung und Unternehmen) über 1,9 Millionen Treffer. Die Treffer stammen überwiegend aus den Fächern Technik, Physik und Chemie – wie die an den Forschungen des LNQE beteiligten Arbeitskreise.

Als Datenlieferanten und -quellen umfasst das TIB-Portal wesentliche Verlage, u.a. Elsevier, Springer, Wiley, RCS, IEEE, AIP, IOP, arXiv, Trans Tech, … um nur einige mit hohen Trefferzahlen zu nennen. Allerdings sind nicht nur Zeitschriftenaufsätze im TIB-Portal zu finden, sondern auch weitere Publikationen und Medientypen:

  • Forschungsberichte zu BMBF-Projekten, die einen guten Überblick zu aktuellen Forschungsthemen der Nanoforschung geben.
  • Forschungsdaten, die hier vor allem die Nanoforschung aus dem Bereich der Biologie und Marineforschung abdecken, aber auch eine kleine Anzahl von Treffern in Bezug auf Nanopartikel liefern.
  • AV-Medien: Hier würden wir uns freuen, weitere Videos von Ihnen zu erhalten. Das können einerseits Aufzeichnungen von Vorlesungen oder Vorträgen sein, aber unbedingt auch Darstellungen von Methoden, Experimente oder Simulationen – Forschungsergebnisse eben.
  • Wer einzelne Aspekte der Nanowissenschaften und Nanotechnologie nachschlagen will, erhält diese Informationen über das TIB-Portal als Lexikoneintrag aus dem Römpp-Lexikon Chemie.

Wir hoffen, mit diesem umfangreichen Index, dem Bedarf derjenigen, die nach Literatur zu ihren Forschungen auf dem Gebiet der Nanowissenschaften suchen, entgegen zu kommen.

Für den Campus der Leibniz Universität Hannover haben wir neben  Web of Science / Science Citation Index und Scopus als allgemeinen Literaturdatenbanken eine Vielzahl fachspezifischer Datenbanken lizenziert, die entsprechend ihrer fachlichen und inhaltlichen Schwerpunkte für einzelne Aspekte der Recherche nach nanowissenschaftlicher Information besonders geeignet erscheinen:

Die Abgrenzung ist fließend, da die Datenbanken große inhaltliche Überschneidungen haben.

SpringerMaterials bietet ebenfalls umfassende Informationen, insbesondere zu Stoffeigenschaften, zumal hier neben den entsprechenden Bänden des Landolt-Börnstein (z.B. der Band zu Semiconductor Quantum Structures – Growth and Structuring) weitere relevante Handbücher, wie das Handbook of Nanomaterials Properties  mit eingebunden sind.

Die vielseitigste Datenbank für Recherchen zu Themen der Nanowissenschaften ist sicherlich SciFinder (Achtung, hierfür gelten besondere Nutzungsbedingungen), da hier das Filtern nach sachlichen Konzepten, wie z.B. Methoden, Stoffdaten, … möglich ist.

Sucht man z.B. nach „dye solar cell ceramics“ als Research Topic, so lassen sich die über 100 Treffer, die diesem Konzept zugeordnet werden, nach Interessensschwerpunkten filtern: Über die Kategorie Synthetic chemistry finde ich Informationen zur Synthese mit Reaktanden und Reaktionen, über Physical chemistry die physikalischen Eigenschaften, …

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Ergänzend lässt sich in der Datenbank Reaxys nach Reaktionen – hier z.B. zum Einsatz von Polymeren bei Nanosensoren – suchen. Reaxys ist zudem eine weitere nützliche Quelle für Stoffdaten.

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Um einen Überblick über die Literatur seines Themengebietes zu erhalten, hilft es manchmal, sich an Begriffen entlang zu hangeln: In INSPEC lassen sich z.B. über eine Thesaurussuche nach dem Deskriptor „quantum wires“ alle Artikel zu diesem Thema anzeigen. (Seit wenigen Wochen werden sogar Inhalte aus arXiv in INSPEC erfasst, wie hier zu sehen ist!) Über das Browsing nach Classification oder Deskriptoren lässt sich analysieren, welche weiteren Aspekte behandelt werden. Hier z.B. die elektrische Leitfähigkeit (electrical conductivity) bei Quantendrähten.

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Welche Zeitschriften sich auf Fragestellungen der Nanowissenschaften spezialisiert haben, lässt sich über diese Suche in der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) erfahren, dennoch: Da die Nanoforschung so überaus interdisziplinär und häufig Teilaspekt weiterer Fragestellungen ist, wird natürlich nicht nur hier, sondern vor allem in anderen übergreifenden Zeitschriften und Tagungsberichten veröffentlicht.

Und wenn ich nun erst in die Nanowissenschaften einsteige? Ja, dann helfen hoffentlich diese Bücher bei einer ersten Orientierung.

Für die SpezialistInnen noch folgende Informationen: Wer Patente sucht, stößt auf diese z.B. in Scifinder und Reaxys, gezielter kann aber in Patentdatenbanken gesucht werden und zwar mit Hilfe der Internationalen Patentklassifikation IPC: Auch hier verteilen sich die Nanothemen über unterschiedliche Klassen, B82 ist z.B. die Nanotechnik, Kohlenstoff-Nanostrukturen finden sich in C01B_31/02, nanostrukturierte dünne magnetische Filme bei H01F_10/32. Eigentlich ganz einfach, wenn man „seine“ Klasse identifiziert hat …

Soweit mein „kleiner“ Überblick zu unseren Angeboten für Nanowissenschaftlerinnen und Nanowissenschaftler – anlässlich des NanoDays 2016.

Das wichtigste Angebot habe ich aber noch nicht erwähnt: Das sind natürlich wir, Ihre FachreferentInnen für Chemie, Elektrotechnik, Physik, Maschinenbau und Werkstoffkunde. Wir beraten Sie gerne!

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Esther Tobschall

... ist Fachreferentin für Physik und zuständig für die Nationale Kontaktstelle im Netzwerk arXiv-DH

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