Fokusgruppen – Anregungen der Zielgruppen aufnehmen

Weiter geht es in unserer Blogreihe zum User Centered Design (UCD). Nachdem wir im letzten Beitrag Personas als UCD-Methode vorgestellt haben, beschäftigen wir uns hier nun mit Fokusgruppen.

Was ist eine Fokusgruppe?

Eine moderierte Fokusgruppe ist eine gute Methode um die Anforderungen der tatsächlichen Zielgruppen an ein Produkt ohne viel Aufwand zu erheben.  Typischerweise werden Fokusgruppen eingesetzt, um einen  Prototypen zukünftigen Benutzern vorzustellen oder  zu einem sehr frühen Zeitpunkt eine Rückmeldung zu Designvarianten zu erhalten aber auch um ganz neue Ideen zu generieren.  Ein erfahrener Moderator führt mit einem vorher abgestimmten Moderationsleitfaden durch die Diskussion. Die Diskussion wird dabei so moderiert, dass Anregungen aus der Benutzergruppe über Gestaltungsvarianten oder Inhalte, aber auch Bedenken und Akzeptanzkriterien aufgenommen werden können und alle Teilnehmer gleichermaßen gehört werden. Durch diese konstruktive und ergebnisorientierte Vorgehensweise sorgt er dafür, dass die relevanten Fragestellungen auch tatsächlich beantwortet werden.

Quelle: TIB
Quelle: TIB

Warum eignen sich Fokusgruppen für den User Centered Design-Prozess in Bibliotheken?

Fokusgruppen sind für den Bibliothekskontext aus mehreren Gründen gut geeignet: die Methode ist denkbar einfach und mit geringem Aufwand kann man sehr viel über die Meinungen und Anforderungen der Zielgruppen erfahren. Die für die Methode nötige Infrastruktur wie z.B. ein Gruppenarbeitsraum für ca. 10-12 Personen und eine Projekttionsmöglichkeit ist in der Regel in einer Bibliothek vorhanden. Ein großer Vorteil besteht zudem in der einfachen Rekrutierung von Teilnehmern für die Fokusgruppe. Da es sich bei der gesuchten Zielgruppe von Informationssystemen einer wissenschaftlichen Bibliothek in der Regel Studenten, wissenschaftliche Mitarbeiter der Universitäten oder Lehrpersonal handelt, können die Fokusgruppenteilnehmer u.a. über einen der folgenden Wege rekrutiert werden:

  • Persönlicher Kontakt z.B Scientific Community oder Industrie
  • Aushang am schwarzen Brett
  • Aufruf über die Bibliothekswebsite
  • Aufruf über den Twitter- oder Facebook Kanal der Bibliothek

Worauf sollten Sie achten?

  • Setzen Sie einen erfahrenen Moderator für die Durchführung der Fokusgruppe ein.
  • Setzen Sie die Fokusgruppen aus tatsächlichen Repräsentanten Ihrer Zielgruppen zusammen und nicht aus Kollegen.
  • Bereiten Sie eine Aufwandsentschädigung (z.B. einen Snack im Café) für die Teilnahme an der Fokusgruppe vor.
  • Bereiten Sie wichtige Ausschnitte des zu evaluierenden Gegenstandes z.B. des Prototypen als Ausdruck für jeden Teilnehmer vor

Weiterführende Informationen und hilfreiche Tools finden Sie hier:

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Margret Plank

Margret Plank

Leiterin des Kompetenzzentrums für nicht-textuelle Materialien (KNM) an der Technischen Informationsbibliothek