TIB Open Science Lab experimentiert mit VIVO — Ziel ist ein freier Blick auf die Netzwerke in wissenschaftlichen Fachcommunities

Eine dezentrale, offene, web-basierte Infrastruktur für Forschungsinformationen als Inspiration für bessere fachliche Kommunikation und Kollaboration — das wäre heute eine interessante Perspektive für manche junge ForscherIn. Unzählige WissenschaftlerInnen suchen und lesen kontinuierlich im öffentlich zugänglichen Web, arbeiten mit und durch dieses Netz. Woran fehlt es also?

Tatsächlich ist es heute immer schwieriger zu erkennen, wer überhaupt im eigenen Themenbereich aktiv forscht, wer gerade mit wem an welchem Projekt zusammenarbeitet und wer Preise oder Drittmittel bekommen hat. Solche Fragen werden heute zwar mit großem Aufwand von diversen Akteuren beantwortet. Sehr oft wären die Antworten (sogenannte Forschungsinformationen, auch Forschungs-Metadaten genannt) sogar öffentlich im Netz verfügbar.

Allerdings sind diese Antworten wild im Netz verstreut: Instituts-Webseiten,  „Forschungsinformationssysteme“ (CRIS) einzelner Hochschulen,  Projektdatenbanken einzelner Drittmittelgeber (zum Beispiel DFG GEPRIS, NSF Award Search, Wellcome Grants awarded),  fachlich begrenzte Publikationsdatenbanken (wie arXiv), Wikipedia-Seiten, populäre kommerzielle Social-Network-Dienste für ForscherInnen und anderes mehr.

Das Open Science Lab der TIBUm solche vielfältigen wertvollen Einzelinformationen wirklich benutzbar zu machen, sind web-gemäße Standards vorgeschlagen worden. Mit deren Hilfe sollen sich vorhandene Daten leichter nachnutzen und untereinander verbinden lassen. Dieser Ansatz wird vom Open Science Lab der TIB Hannover aufgegriffen: Wir wollen verfügbare Forschungsinformationen zusammenführen und das Ergebnis frei nachnutzbar zur Verfügung stellen. Inspiriert von Anwendungen wie AgriVIVO und Culturegraph sowie unter Verwendung u.a. der freien Software VIVO wollen wir zunächst die Forschungsmetadaten eng definierter Fachcommunities sammeln.

Auf dieser Grundlage möchten wir das reale soziale Netzwerk der WissenschaftlerInnen in dem jeweiligen Themenbereich, das Netzwerk der vielfältigen Koautorschaften und Kooperationen, sowie thematische und institutionelle Schnittmengen besser sichtbar machen. Dies soll in enger Kooperation mit den jeweiligen Fachcommunities geschehen.

Wir wollen im Winter 2013 einen ersten öffentlichen Prototypen für ein solches System zeigen — und hier im TIB|Blog darüber berichten und diskutieren. Es handelt sich dabei um ein Experiment des Open Science Labs der TIB Hannover. Dieses Experiment ist nur eines von mehreren Projekten im Rahmen des Leibniz-Forschungsverbunds Science 2.0.

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