Access, Use, Re-Use: Unlocking the Potential of Online Digital Cultural Content

Im Rahmen der irischen Ratspräsidentschaft fand am 17. Juni 2013 in Dublin die Konferenz „Access, Use, Re-Use: Unlocking the Potential of Online Digital Cultural Content“ statt. 
Mehr als 140 Delegierte aus fast allen europäischen Mitgliedsländern trafen sich in St. Georg’s Hall, Dublin Castle;  außer der TIB waren für Deutschland noch MVB  und das Institut für Museumsforschung vertreten.

Fergus O'DowdFergus O’Dowd, stellte gleich zu Beginn seiner Rede heraus, dass nach 10 Jahren Digitalisierung jetzt der nächste Schritt getan werden müsse – von der Bereitstellung hin zum Zugriff für alle.  In einer Videobotschaft betonte Neelie Kroes, Vize-Präsidentin der Europäischen Kommission sowie EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, die Wichtigkeit der Europeana in Zeiten einer immer digitaler werdenden Welt.

Javier Hernandez-RosJavier Hernandez-Ros entwarf  in seiner Rede neue Nutzungsszenarien für die Inhalte der Europeana, wie etwa den tablet-gestützten Geschichtsunterricht, für den bspw.  Europeana 1914-1918 genutzt werden könnte. Seiner Auffassung nach wollen heutige Nutzer nicht erst in ein Archiv gehen müssen, sondern wüschen sich alle verfügbaren Informationen sofort an Ort und Stelle.  Weitere wichtige Punkte in Hernandez-Ros Beitrag waren die Notwendigkeit für weitere Digitalisierungsmaßnahmen, die Förderung der Nachnutzung sowie erhöhte Qualitätskontrollen der digitalen Inhalte und die Nutzung von Public Privat Partnerships als Finanzierungsoption.

Jonathan DroriProf. Jonathan Drori zeigte sehr anschaulich und unterhaltsam, welche Fehler bei Digitalisierungsprojekten auftreten können und fasste mit 15 goldenen Regeln zusammen, wie solche Projekte erfolgreich durchgeführt werden können.  Zudem sprach er sich in der nachfolgenden Diskussion seines Beitrages dafür aus, nicht auf den perfekten Standard zu warten, „denn dann warten wir ewig!“.

Eine Auswahl französischer Digitalisierungsprojekte wurde von Frederic Bokobza vorgestellt: Gaumont und  Ina aus dem Bereich Film sowie die Bibliothèque nationale de France, die verschiedene Kollektionen (Bücher, Musik, Presse)  mit jeweils einem privaten Partner digitalisiert hat.

Lord PuttnamLord Puttnam of Queensgate stellte in seiner unfassenden Keynote die Nutzungsmöglichkeiten digitaler Inhalte in Unterricht und Lehre heraus und erzählte nebenbei, dass er an fünf weltweit verteilten Universitäten lehre – und zwar von zu Hause aus!

Eine ganz andere Nutzung zeigte dagegen Prof.  Sara de Freitas auf: Sie präsentierte sehr multimedial die Arbeit des Serious Games Institutes der Universität von Coventry und hat damit den kulturellen Sektor mit der Entwicklung von Computerspielen in Verbindung gebracht. Spiele wie Roma Nova sollen durch Interaktion mit den Spielern diesen die Lebenssituationen im antiken Rom verdeutlichen.  Die Ergebnisse des Projektes Linked Heritage wurden von Rosella Caffo (Projektleitung) zusammengefasst.

Paul McSweeney stellte das irische Digitalisierungsprogramm vor, dessen Inhalte bei askAboutIreland eingestellt wurden. Dort gibt es auch einen extra Lernbereich für Schüler, in dem bspw.  die irische Geschichte in Form von Spielen erläutert wird oder mit Hilfe von Sprachspielen die Aussprache der irischen Sprache verbessert werden kann.  Ciaran Clissmann schließlich rundete die Vorträge wunderbar ab und gab uns einen Ausblick wie digitale kulturelle Inhalte für Smartphones und Co. in Zukunft genutzt werden. Stellvertretend seien hier historypin, das i-phone app des MoMa und die Europeana Open Culture App genannt. Ciaran betonte außerdem, wie wichtig es in Zukunft sei,  social media zu nutzen: Seiner Meinung nach wird Facebook immer häufiger anstatt Google zur Suche genutzt: „Things that are not on facebook do not exist!“.

Sprecher und Moderatoren der verschiedenen Sessions (v.l.): Javier Hernandez-Ros, Annette Kelley, Michael Malone, Geraldine Tallon, Fergus O'Dowd, Barry Quinlan, Paul McSweeney
Sprecher und Moderatoren der verschiedenen Sessions (v.l.): Javier Hernandez-Ros, Annette Kelley, Michael Malone, Geraldine Tallon, Fergus O’Dowd, Barry Quinlan, Paul McSweeney

Diese Konferenz war eine perfekt organisierte Zusammenkunft digitaler Enthusiasten. Sowohl die Lokalität als auch die Auswahl der Sprecher und Moderatoren verdeutlichten wie wichtig die Themen Bereitstellung, Nutzung bzw. Nachnutzung digitaler (kultureller) Inhalte sind. Wir sind immer noch am Anfang unserer Reise durch die digitale Welt: Viele Inhalte liegen immer noch nicht digital vor und der Zugriff für „Jedermann“ liegt auch noch in weiter Ferne. Packen wir es an – ich freu mich drauf!

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