Warum die Europeana so wichtig ist!

In den vergangenen 30 Monaten habe ich mich durch die Beteiligung am EU-Projekt Linked Heritage intensiv mit der Europeana beschäftigt. Einige Dinge haben mich anfangs gestört,  wie bspw. die manchmal sehr spärlichen Metadaten. Mit der Zeit und nicht zuletzt weil ich recht schnell selber mit der Bereitstellung verschiedenster Metadaten beschäftigt war,  wurde  mir bewusst, wie schwierig es für die Europeana ist, allen Anforderungen gerecht zu werden: Die Europeana stellt die digitalen Objekte nicht direkt zur Verfügung, sondern bündelt als Plattform die Metadaten der jeweiligen Objekte. Die Qualität und der Umfang der Metadaten ist damit abhängig vom jeweiligen Bereitsteller. 
EuropeanaWie die Daten in die Europeana gelangen, habe ich schon an anderer Stelle berichtet. Viele verschiedene Projekte haben dafür gesorgt, dass die Europeana ständig wächst – aktuell sind 27 Millionen Objekte nachgewiesen – und dass die  Daten von mehr als 2200 Organisationen aus allen europäischen Mitgliedsstaaten standardisiert bereitgestellt werden können. Erfreulicherweise wird die Europeana immer bekannter, so hat  Jill Cousins (Direktorin der European Library) bei der Goportiskonferenz  „Non-Textual Information Strategy and Innovation Beyond Text“ im März 2013 in Hannover feststellen können, dass viele der Anwesenden bereits Inhalte in der Europeana verzeichnet hatten.

Neben diesen positiven Entwicklungen gibt es aber auch dunkle Wolken: Ab dem Jahr 2015 wird die Finanzierung der Europeana durch die Connecting Europe Facility (CEF)  geregelt. Das zur Aufteilung verfübare Budget ist Anfang Feburar 2013 drastisch gekürzt worden – von insgesamt 9 Milliarden auf 1 Milliarde Euro! Die Europeana steht damit ab 2015 in direktem Finanzierungswettbewerb mit  anderen Projekten (bspw. aus dem Gesundheitsbereich).

Was ist an der Europeana so wichtig, dass sie diese Förderung erhalten sollte?

Europeana - Why are we important
Drei Gründe für die Weiterentwicklung der Europeana: Beitrag zum europäischen Wirschaftswachstum, Zusammenführung und Zugang zum kulturellen Erbe.
  1. Die Europeana trägt zum Wachstum der Wirtschaft bei: Die Europeana stellt alle an sie übermittelten Metadaten unter der Lizenz Creative Commons Zero public domain zur Verfügung  und ermöglicht so eine weitreichende Nachnutzung der Daten, auch im kommerziellen Bereich. Die Kollektionen der Europeana können auf diese Weise kreativ genutzt werden und die damit zusammenhängenden Digitaltisierungsvorhaben schaffen Arbeitsplätze.  Bis heute hat die Europeana 1,2 Milliarden Euro in die Digitalisierung investiert und ist die einzige Plattform, die diese Daten zusammenbringt und zur freien Nutzung zur Verfügung stellt.
  2. Die Europeana verbindet Europa: Die Europeana verbindet Menschen über Grenzen und Generationen hinweg, indem sie bspw. die persönlichen Erlebnisse aus dem ersten Weltkrieg oder zum Mauerfall 1989 zusammenträgt.  Die Präsentation der Erlebnisse in der jeweiligen Sprache kombiniert mit belegten historischen Ereignissen verbindet die eigene Geschichte mit der europäischen Entwicklung. Bisher sind rund 50.000 Objekte und Geschichten rund um den ersten Weltkrieg zusammengetragen worden!
  3. Die Europeana ermöglicht den  Zugang zum kulturellen Erbe: Der Zugang zur Europeana ist von überall aus möglich und daher gerade für Mitbürger interessant, die nicht reisen wollen oder aus den unterschiedlichsten Gründen nicht reisen können.  Durch die Europeana können dennoch kulturell wichtige Plätze, Denkmäler oder  Kunstobjekte „besucht“ werden,  oder interessante Geschichten aus unserer Vergangenheit gelesen werden.
Die Europeana verzeichnet die von Bibliotheken, Museen, Archiven und Verlagen bereitgestellten Metadaten an einer zentralen Stelle und ermöglicht so die Nutzung durch kreative bzw. kulturelle Institutionen und den Zugriff auf die Daten für alle interessierten Nutzer.
Die Europeana verzeichnet die von Bibliotheken, Museen, Archiven und Verlagen bereitgestellten Metadaten an einer zentralen Stelle und ermöglicht so die Nutzung durch kreative bzw. kulturelle Institutionen und den Zugriff auf die Daten für alle interessierten Nutzer.

Um die begonnene Arbeit fortzuführen, braucht die Europeana die Finazierung durch die CEF. Sie hat daher kürzlich die Kampagne #Allez culture ins Leben gerufen und bittet um Unterstüzung bei Twitter und Facebook. Zusätzlich hat die Europeana wichtige  Argumente für ihre Fortführung zusammengetragen; aus dieser Übersicht  stammen auch die hier dargestellten Punkte.

Nur solche großen Plattformen wie die  Europeana können einen umfassenden Zugriff auf unser kulturelles Erbe ermöglichen.

Ich wünsche mir, dass dies auch über 2015 hinaus so bleibt!

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