Beim Schreiben nicht mehr allein bleiben

Nachdem ich in meinem ersten Beitrag hier im Blog zunächst die Schreibwerkstatt des Zentrums für Schlüsselkompetenz an der Leibniz Universität und meine Tätigkeiten und Vorgehensweise  in der Schreibberatung vorgestellt habe, möchte ich jetzt über die weiteren Angebote der Schreibwerkstatt informieren. Während die professionelle Schreibberatung in einem persönlichen Einzelgespräch stattfindet, richten sich diese Angebote an Gruppen und zielen insbesondere auf das gemeinsame Schreiben und den Austausch ab.

Praxisnahe Schreibworkshops

Worum geht es in den Workshops?

Grundlagen des wissenschaftlichen Schreibens vermittle ich in Schreibworkshops. Dazu biete ich verschiedene Formate an. In der Vorlesungszeit gibt es Kurzworkshops von 2 Stunden zu kleinen Themen des Schreibprozesses wie „In den Schreibfluss kommen“ oder auch „Die Kunst des Zuhörens und Schreibens. Mitschriften und Protokolle“. In der vorlesungsfreien Zeit können Studierende auch längere Workshops von 6 Stunden besuchen.

Schreiben will gelernt sein ...  (Foto: Simone Tschirpke)
Schreiben will gelernt sein … (Foto: Simone Tschirpke)

In den Schreibworkshops lernen die Studierenden das Wesentliche über das Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit, z.B. wie das Thema einer Hausarbeit sinnvoll eingegrenzt wird, wie man eine Fragestellung und die dazu passende Gliederung entwickelt, welche Zitierweisen es gibt und wo die Grenze zwischen Zitieren und Plagiieren liegt. Außerdem haben die Teilnehmenden die Chance, direkt an ihren eigenen Texten zu arbeiten. Ich gebe nicht nur theoretischen Input, sondern führe verschiedene Schreib- und Leseübungen durch.

Für wen ist dieses Angebot geeignet?

Spannend kann dieses Angebot vor allem für Studierende sein, die

  • sich allgemein über das wissenschaftliche Lesen und Schreiben informieren wollen,
  • noch zu einigen Themen grundlegendes Wissen benötigen,
  • am Anfang ihres Studiums stehen und noch wenig Erfahrung im wissenschaftlichen Schreiben haben,
  • an einem Schreibprojekt arbeiten und noch Ideen haben wollen, um besser mit ihrem Schreiben und ihren Texten umzugehen,
  • erste Schreibstrategien auch ohne Schreibprojekt ausprobieren möchten.

Gesellige Schreibgruppen

Schreiben in der Gruppe (Foto: Simone Tschirpke)
…. in der Gruppe schreibt es sich oft einfacher (Foto: Simone Tschirpke)

Mit den Schreibgruppen möchte die Schreibwerkstatt Studierende aus der Einsamkeit des Schreibens herausholen und zeigen, wie wichtig der Austausch über das Schreiben und das eigene Schreibprojekt ist. Besonders die Abschlussarbeit stellt für viele Studierende eine große Herausforderung dar, da sie einen längeren Text verfassen und sich mit einem Thema mehrere Wochen beschäftigen müssen. Dafür sitzen die meisten allein in der Bibliothek oder zu Hause. Hier empfehle ich, sich mit Gleichgesinnten zusammen zu tun und eine Schreibgruppe zu bilden.

Eine Schreibgruppe dient dem eigenen Schreibprojekt, da man sich regelmäßig und verbindlich trifft, Vereinbarungen und Schreibschritte mit anderen zusammen festhält, sich bei Schreibkrisen gegenseitig stützt, sich mit anderen regelmäßig über das eigene Thema und das Schreibvorgehen austauscht und Feedback auf Ideen und Texte erhält.

Als Leiterin der Schreibwerkstatt begleite ich die Schreibgruppen, bin Ansprechpartnerin bei Fragen und veranstalte zum einen das erste Treffen, wo ich Input zum wissenschaftlichen Schreiben und zur Schreibgruppenorganisation gebe, zum anderen kann ich die Treffen mit einem Schreibimpuls starten.

Für wen ist dieses Angebot geeignet?

Das gemeinsame Schreiben und Austauschen in einer Gruppe ist richtig für alle Studierende, die

  • ihre Abschlussarbeit schreiben und dabei nicht allein sein wollen,
  • das einsame Sitzen am eigenen Schreibtisch nicht voranbringt,
  • sich schwer selbst motivieren können,
  • Routine zum Schreiben und verbindliche Absprachen benötigen.

Besondere Schreibevents

Mit besonderen Angeboten möchten wir Abwechslung in den Schreiballtag bringen. So werden wir am 7. März 2013 zum zweiten Mal an der internationalen „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“  teilnehmen. Gemeinsam mit der TIB/UB bieten wir in der FBK von 18 bis 1 Uhr verschiedenste Stationen rund ums Recherchieren, Lesen und Schreiben an. Es erwartet die Studierenden verschiedene Kurzvorträge, eine offene Schreib- und Rechercheberatung, kreative Schreibspiele, Selbsttests zum eigenen Schreibprozess, eine Kaffee- und Vitaminbar u.v.m.

Wie die erste „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ an der LUH verlief, können Sie hier nachlesen.

Außerdem möchten wir in der vorlesungsfreien Zeit eine Schreibwoche veranstalten wie sie auch schon in Bochum, Frankfurt (Oder) oder Paderborn stattfanden (und 2013 wieder stattfinden werden).

Für wen ist dieses Angebot geeignet?

Diese Schreibevents können Studierende nutzen, um sich mit dem Angebot der Schreibwerkstatt vertraut zu machen und weitere Angebote zum wissenschaftlichen Schreiben der LUH kennen zu lernen. Darüber hinaus sind sie gedacht für Studierende, die

  • neue Wege beim Schreiben ausprobieren wollen,
  • nicht allein beim Schreiben bleiben wollen,
  • einen Eindruck davon bekommen möchten, ob sie sich in guter Gesellschaft mit ihren Fragen zum Schreiben befinden (denn das ist so!),
  • sich zum Schreiben motivieren wollen,
  • Spaß und Interesse am Schreiben haben.

In meinen folgenden Blogbeiträgen möchte ich Ihnen tiefere Einblicke in das Schreiben geben. Ich werde Sie u. a. über verschiedene Schreibtypen und deren Vor- und Nachteile informieren oder wie Sie Lesen und Schreiben sinnvoll beim wissenschaftlichen Arbeiten verbinden können. Außerdem möchte ich Ihnen Einblicke in meine Arbeit gewähren und z. B. aus der Schreibgruppe berichten.

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Nora Peters

Schreibberaterin in der Schreibwerkstatt des Zentrums für Schlüsselkompetenzen (ZfSK) an der Leibniz Universität Hannover