„Die Denkarbeit aufs Papier bringen …“ – Nur wie?

(Pichler 1996, zitiert in Ortner 2000, 548)

Nicht nur für den Philosophen Ludwig Wittgenstein gehört das Schreiben zum wissenschaftlichen Arbeiten dazu, nahezu in allen Disziplinen ist das Schreiben ein wesentlicher Bestandteil der Wissenschaft, ja sogar alltäglich. Darum gehört das Schreiben auch zu den sogenannten Schlüsselkompetenzen und muss im Studium ebenso vermittelt werden wie Fachwissen. Denn geschrieben wird im Studium viel, ob nun ein Protokoll, ein Bericht, eine Hausarbeit, eine Vorlesungsmitschrift, eine Klausur, ein Essay oder eine Bachelor- oder Masterarbeit.

Doch fragen sich viele Studierende – aber auch viele andere Schreibende – oft beim Schreiben:

  • Wie soll ich nur anfangen mit dem Schreiben?
  • Wann fange ich am besten an? Wie viel Zeit muss ich einplanen?
  • Wie finde ich den roten Faden?
  • Wie formuliere ich wissenschaftlich? Welcher Stil ist angemessen?
  • Wer ist mein Leser und schreibe ich verständlich und nachvollziehbar?
  • Wie war das noch mal mit dem Zitieren?
  • Und sollte ich nicht erst einmal meinen Schreibtisch aufräumen, bevor ich richtig loslegen kann?

Die Schreibwerkstatt des Zentrums für Schlüsselkompetenz

Mit solchen Fragen und weiteren Anliegen rund um das Schreiben im Studium können sich die Studierenden der Leibniz Universität an mich wenden. Ich bin ausgebildete Schreibtrainerin und Schreibberaterin und leite seit Dezember 2011 die Schreibwerkstatt des Zentrums für Schlüsselkompetenzen (ZfSK). Dort biete ich individuelle Schreibberatung, verschiedene Schreibworkshops, produktive Schreibgruppen und Einiges mehr an.

Im Folgenden und in weiteren Beiträgen hier im Blog der TIB möchte ich Ihnen die Schreibwerkstatt näher vorstellen und was ich den Studierenden der Universität bieten kann. Jedoch möchte ich nicht nur zeigen, welche Angebote es bei uns vor Ort gibt, sondern auch, wo Sie Unterstützung und Informationen zum Schreiben im Netz finden.

Die Schreibwerkstatt des ZfSK lehnt sich in ihrem Konzept an den Schreibzentren an, die es an immer mehr deutschen Hochschulen gibt. Kernaufgabe vieler Schreibzentren ist: „(…) to produce better writers not better writing“ (Stephen North 1995, The Idea of a Writing Center). Das bedeutet, dass der Schreibprozess im Mittelpunkt steht, der weit mehr umfasst, als Buchstaben aufs Papier zu bringen. Alles, was zwischen der ersten vagen Idee für einen Text und dem letzten Schliff liegt, zählt für die Schreibwerkstatt zum (wissenschaftlichen) Schreiben. Wir möchten den Studierenden helfen, ihren eigenen Schreibprozess besser zu verstehen und effektiver zu gestalten, um so bessere und geübte Schreibende zu werden. Denn bessere Schreibende bringen auch bessere Texte hervor. Dabei wollen wir die Schreibkompetenz der Studierenden in Bezug auf das wissenschaftliche und berufliche Schreiben auf vielfältige Weise – mit verschiedenen Angeboten – fördern und darüber hinaus das Schreiben in seinen verschiedenen Funktionen (kommunikative, rhetorische, heuristische, hedonistische und persönlichkeitsfördernde Funktion) vermitteln.

Alle Angebote der Schreibwerkstatt sind kostenlos!

Professionelle und persönliche Schreibberatung

(Stephen North 1995, The Idea of a Writing Center)

Was macht die Schreibberatung aus?
Die Schreibberatung bietet den Studierenden einen individuellen und geschützten Raum, um über all ihre Fragen, Sorgen und Anliegen rund um das Schreiben im Studium zu reden. In einem persönlichen Einzelgespräch von 45 Minuten treffe ich mich mit den Studierenden und wir sprechen ohne Druck und Zwang über das aktuelle Schreibprojekt – sei es eine Hausarbeit, ein Protokoll oder die Abschlussarbeit. In der Beratung haben wir die Möglichkeit uns konkret dem Schreibprojekt zu widmen und vor Ort z.B. eine erste Gliederung zur Arbeit zu entwerfen.
Dabei

  • vermittle ich den Studierenden den wissenschaftlichen Schreibprozess und entzerre ihn,
  • vermittle ich verschiedene Schreib- und Lesestrategien,
  • gebe ich produktive Rückmeldungen auf Texte, Arbeitsschritte, Gliederungen usw.,
  • stelle ich Materialien und Bücher bereit,
  • besprechen wir die verschiedenen Schreibtypen und finden heraus, welcher gerade passend ist,
  • finden wir gemeinsam Lösungen für aktuelle Schreibprobleme,
  • halten wir realistische Arbeitsschritte fest.

Die individuelle Schreibberatung ist nicht nur als einmalige Hilfe gedacht, sondern gibt den Studierenden die Möglichkeit, sich im Schreibprozess begleiten zu lassen und zu verschiedenen Phasen in die Beratung zu kommen.

Was ich in der Schreibberatung jedoch nicht leisten kann, ist

  • ganze Arbeiten von vorne bis hinten zu lesen,
  • Texte zu korrigieren,
  • Nachhilfe in Rechtschreibung, Grammatik oder Zeichensetzung zu geben.

Für wen ist dieses Angebot geeignet?

Hilfreich und interessant ist dieses Angebot vor allem für Studierende, die

  • aktuell an einem Schreibprojekt arbeiten und ein ausführliches Gespräch und/oder eine begleitende Unterstützung beim Schreiben wünschen,
  • konkrete Fragen haben, die sich speziell auf das eigene Schreibprojekt bezogen,
  • Schreibstrategien kennen lernen wollen, die zu ihnen passen.

Wann und wo Sie in die Schreibberatung kommen können, erfahren Sie auf der Homepage des ZfSK.

Wer mehr über die Schreibberatung und meine Vorgehensweise erfahren möchte, kann sich dazu im ersten deutschsprachigen Handbuch zur Schreibberatung ausführlich informieren.

Über die weiteren Angebote der Schreibwerkstatt, wie praxisnahe Schreibworkshops, gesellige Schreibgruppen und  besondere Schreibevents, informiere ich Sie in meinem nächsten Beitrag hier im Blog.

Weitere Unterstützung durch vielfältige Informationen

In der neuen Infothek des Career Services befinden sich auch Ratgeber zum wissenschaftlichen Schreiben und Arbeitsblätter zu verschiedenen Schreib- und Lesetechniken wie Freewriting, SQ3R, Mehrversionenschreiben und Informationsblätter zu Textsorten, Zitierweisen, Literaturverzeichnis usw. Außerdem finden Studierende wertvolle Informationen zum Schreiben von Bewerbungen.

Auch auf unserer Homepage finden Sie schon erste Informationen zum wissenschaftlichen Schreiben. Dort empfehle ich Ihnen meine Lieblingsratgeber, leite sie weiter zu interessanten Einrichtungen der Universität, die sie beim wissenschaftlichen Arbeiten unterstützen können und zeige Ihnen Online-Hilfen zum wissenschaftlichen Schreiben wie den Bremer Schreibcoach.

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Nora Peters

Schreibberaterin in der Schreibwerkstatt des Zentrums für Schlüsselkompetenzen (ZfSK) an der Leibniz Universität Hannover