Lokale Verfügbarkeitsprüfung in GetInfo

Unser Portal GetInfo ermöglicht die Suche in über 150 Millionen Datensätzen aus führenden Fachdatenbanken und Verlagsangeboten aus dem Bereich Technik und Naturwissenschaften. Als zentrale Fachbibliothek versorgen wir über GetInfo vor allem die nationale wie internationale Forschung und Industrie mit Literatur und weiterer Information, wie z.B. Forschungsdaten, audiovisuelle Medien und 3D-Modelle.

Nun ist GetInfo aber nicht nur ein reines Bestellportal mit dem Schwerpunkt der klassischen Dokumentlieferung, sondern soll verstärkt auch als überregionales Rechercheportal genutzt werden können. Als Zielgruppe sind hier besonders Angehörige größerer Einrichtungen der Forschung und Lehre angesprochen, die oft über eigene lizenzierte Bestände verfügen.
Gehören Sie zu dieser Nutzergruppe? Dann konnten Sie im Anschluss an eine Recherche in GetInfo meist nur auf die Dokumente direkt zugreifen, die ohnehin frei zugänglich sind oder Sie mussten die in GetInfo angebotenen Bestell- und Zugriffsmöglichkeiten (z.B. Pay-per-View oder klassische Dokumentenlieferung) nutzen. Doch wieso etwas kostenpflichtig bestellen, was über die eigene Einrichtung ebenso bequem und lokal für Sie kostenfrei verfügbar ist?
Bei elektronischen Nachweisen besteht in GetInfo über den Button „Abonnentenzugriff“ zwar die Möglichkeit, auf die von Ihrer eigenen Einrichtung lizenzierten Inhalte über das Verlagsangebot zuzugreifen. Aber erstens gibt es diese Option nur für elektronische Dokumente und zweitens:  wissen Sie immer auf Anhieb, welche in GetInfo integrierten Angebote Ihre Hochschulbibliothek oder Ihre eigene Einrichtung lizenziert hat und wie der Zugriff auf das gewünschte Dokument dann erfolgt? Im Zweifel hatten Sie oft nur die Möglichkeit, das in GetInfo gefundene Dokument über die Recherchesysteme der eigenen Bibliothek noch einmal zu suchen (und ggf. zu finden) und/oder es doch über GetInfo kostenpflichtig zu bestellen.

Für Nutzerinnen und Nutzer aus deutschen Hochschulen sowie den großen deutschen Forschungseinrichtungen wie z.B. der Max-Planck- und Fraunhofer-Gesellschaft haben wir nun in der Detailanzeige von GetInfo zwei Möglichkeiten zu Prüfung der lokalen Verfügbarkeit von gefundenen Dokumenten integriert. Der Zugriff erfolgt bei positivem Nachweis (also vorhandener Lizenz) dann direkt und in der Regel kostenfrei über die eigene Einrichtung. Voraussetzung ist dabei der Eintrag des lizenzierten Zeitschriftenangebotes in der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) und der  Zeitschriftendatenbank (ZDB) und/oder das Betreiben eines lokalen Link-Resolvers wie z.B. SFX für die jeweilige Einrichtung.

Im Folgenden möchte ich die beiden Verfahren, die abhängig vom Dokumenttyp in GetInfo angesprochen werden, näher beschreiben.
Zwei Anmerkungen vorweg: Aus technischen Gründen ist die Verfügbarkeitsprüfung (bisher) nur in der Detailanzeige eines Treffers eingebunden.  Und ganz neu ist das Konzept natürlich auch nicht, denn in ähnlicher Weise wird es auch schon länger in anderen Fachportalen eingesetzt. Nun endlich auch in GetInfo.

Verfügbarkeitsprüfung über den Dienst Journal Online & Print

Verfügbarkeitsprüfung in der GetInfo-Detailanzeige über den Dienst Journal Online & Print als Alternative zu Pay-per-view oder der Dokumentenlieferung

Für Zeitschriftentitel und Zeitschriftenaufsätze erfolgt eine Verfügbarkeitsprüfung über den Dienst Journal Online & Print (JOP). Dies ist die gemeinsame Verfügbarkeitsprüfung der EZB und der ZDB.

JOP ermittelt in Abhängigkeit Ihres Standortes, ob eine elektronische oder gedruckte Ausgabe der gesuchten Zeitschrift oder des Zeitschriftenartikels verfügbar ist. Der Standort wird dabei über einen IP-Check ermittelt.
In GetInfo wird, sofern eine ISSN vorhanden ist, in der Detailanzeige untern den bibliographischen Angaben im Bereich „Verfügbarkeit in Ihrer Bibliothek prüfen“ ein Icon-Set eingeblendet, welches die Verfügbarkeit und Lizenzform entsprechend anzeigt.
Dabei gibt es ein Icon für die elektronische Ausgabe (Pfeil) und ein Icon für die Print-Ausgabe (Blätter). Grün bedeutet, das Dokument/die Zeitschrift ist frei zugänglich, gelb bedeutet, die Zeitschrift ist lizenziert (der Zugriff für Sie also möglich) und rot, die Zeitschrift ist nicht lizenziert (kein Zugriff an Ihrem Standort möglich).

Darstellung der Online- und der Printverfügbarkeit in JOP

Der Klick auf das Icon-Set führt Sie dann auf eine Zwischenseite. Hier wird im Kopfbereich nochmal angezeigt, für welche Einrichtung die Verfügbarkeit geprüft wurde. Unter Online-Verfügbarkeit wird dann die URL zur Zeitschrift oder direkt zum Artikel angeboten, unter Print-Verfügbarkeit werden die an Ihrer Bibliothek vorhandenen Jahrgänge der Druckausgabe und deren Signatur und Standorte angezeigt.

 

Verfügbarkeitsprüfung über das OpenURL-Gateway

Verlinkung zu lokalen Linkresolvern in der GetInfo-Detailanzeige über das OpenUrl-Gateway des Hochschulbibliothekszentrum NRW

Fehlt eine ISSN in den bibliographischen Angaben oder ist das gefundene Dokument keine Zeitschrift oder kein Zeitschriftenartikel, sondern z.B. eine Monographie, wird in GetInfo anstelle des JOP-Dienstes eine Verfügbarkeitsprüfung über die Nachweissyteme (Linkresolver) der Bibliotheken angeboten. Dazu müssen Sie zunächst Ihre Bibliothek auswählen. Diese Standortauswahl erfolgt über das sogenannte OpenURL-Gateway (oder auch Linkresolver-Gateway).
Zur genauen Funktionsweise und den Hintergründen des OpenURL-Gateway habe ich Anfang November einen Beitrag im webis-Blog veröffentlicht.

Zuordnung zu einer im OpenURL-Gateway des hbz verzeichneten Einrichtung

Im OpenURL-Gateway wird anhand Ihrer aktuellen IP-Adresse ein Standort vorausgewählt, sofern dieses IP einer im Gatway verzeichneten Bibliothek zugeordnet werden kann. Es besteht für Sie die Möglichkeit, über die Karte oder die Suchfunktion Ihre oder eine andere Bibliothek auszuwählen. Der Klick auf „Verfügbarkeit prüfen“ führt Sie dann ins Nachweissytem / zum Linkresolver der von Ihnen ausgewählten Einrichtung und dort werden Ihnen alle lokalen Zugriffsmöglichkeiten aufgezeigt. Die Standortauswahl im OpenURL-GW können Sie übrigens auch als Cookie speichern und so bei weiteren Recherchen überspringen.

Am Ende noch ein Tipp: Auch wenn die Verfügbarkeitsprüfung über das OpenURL-Gatway bis zu einem gewissen Punkt und je nach Linkresolver auch funktioniert, wenn Sie als Nutzer nicht in der IP-Range eines Campus bzw.  seiner Einrichtung sind, also z.B. von zu Hause oder von unterwegs recherchieren, so empfiehlt es sich in beiden Fällen (Verfügbarkeitprüfung über JOP oder das OpenURL-GW), sich für eine Ziel führende Recherche über VPN auf Ihrem jeweiligen Campus / im IP-Bereich Ihrer Einrichtung einzuloggen (hier steht, wie das z.B. für die Leibniz Universität Hannover funktioniert). Nur so kann garantiert werden, dass Sie die für Ihren Standort lizenzierten Angebote tatsächlich nutzen und auf die online verfügbaren Dokumente direkt zugreifen können.

Mit der Integration der lokalen Verfügbarkeitsprüfung, also der Verknüpfung zur EZB und ZDB sowie zu den lokalen Linkresolvern hoffen wir, nun insbesondere für Nutzer aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland den schnellen Zugriff auf viele Inhalte in GetInfo verbessert zu haben. Dies wird nicht in jedem Fall immer zum Erfolg führen, wie gesagt, die von Ihren Einrichtungen lizenzierten Zeitschriften müssen in der EZB und ZDB nachgewiesen sein und Ihre Bibliothek/Einrichtung muss ihren Linkresolver auch im OpenURL-Gateay registriert haben. Auch stehen nicht immer ausreichend Metadaten zur Verfügung, um Ihnen gleich einen Link zum Volltext des gefundenen Dokuments anbieten zu können. Wir arbeiten aber weiter daran, die lokale Verfügbarkeitsprüfung in GetInfo zu verbessern.

Haben Sie Fragen oder Anmerkungen zu den Möglichkeiten der lokalen Verfügbarkeitsprüfung in GetInfo? Wir freuen uns auf Kommentare.

Und ganz zum Schluss ein Dank an meine Kollegin Berrit Genat als Co-Autorin für diesen Beitrag.

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Michael Hohlfeld

wissenschaftlicher Mitarbeiter
... arbeitet im Team Kommunikation und Marketing der TIB als Social Media Manager und Webredakteur