Erste Schritte zum wissenschaftlichen Schreiben mit LaTeX

In unseren seit zwei Jahren regelmäßig angebotenen Kursen zum Digitalen Publizieren war bisher stets die Arbeit mit dem Textsatzsystem LaTeX ein Programmpunkt. Auch wenn sich das Interesse meistens auf das wissenschaftliche Schreiben mit MS Word und Citavi konzentrierte, hat LaTeX dort, wo viele Formeln vorkommen – also vor allem in Mathematik, Theoretischer Informatik und Physik – seine Berechtigung. Brauchbar ist es aber darüber hinaus für alle anderen Disziplinen, sofern man Wert auf gute Unterstützung u.a. von Querverweisen, Literaturnachweisen, Indexerstellung und Einbindung von vielen Grafiken sowie exzellente Typografie legt. Die zugegeben etwas steile Lernkurve schreckt oft ab, aber aus eigener Erfahrung (mit Umstieg von Word auf LaTeX während der Arbeit an meiner Dissertation) kann ich sagen, dass sich die Einarbeitung lohnt. Was man mit LaTeX erreichen kann, zeigt eine beeindruckende Beispielsammlung.

Einführende und vertiefende Bücher und Zeitschriften gibt es natürlich reichlich auch in der TIB/UB (Katalogabfrage). Für den Einstieg besonders zu empfehlen ist das Buch von Joachim Schlosser – das erste deutschsprachige Buch, das auf die wichtige Neuentwicklung biblatex für die Zitat- und Bibliographieverwaltung eingeht. Freie Tutorials findet man im Internet, eine gute Übersicht bietet die Deutsche Anwendervereinigung TeX (DANTE) e.V. oder der Wikipedia-Artikel zu LaTeX.

Abschließend zum Anlass für diesen Blogartikel: Kürzlich erschien eine neue englischsprachige Einführung LaTeX and friends, deren Autor Marc von Dongen ein kleines Werbevideo ins Netz gestellt hat. Mit 15 min ist der Film zwar relativ lang, demonstriert aber in der ersten Hälfte sehr gut, geradezu plakativ wesentliche Eigenschaften und Möglichkeiten von LaTeX (englischsprachig):

 

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Bernhard Tempel

... ist Leiter des Bereichs Lokale Dienste.

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