Archiv der Kategorie: Systemwahl

Gemeinschaftslösung: Das Forschungssegment von HISinOne

HISinOne

In der deutschen Systemlandschaft gibt es seit 2019 eine neue Lösung für das Management von Forschungsinformationen – das Forschungssegment von HISinOne. Zielgruppe für den Einsatz dieses Produkts sind Hochschulen.

Der Anbieter des Produkts, die Hochschul-Informations-System eG (HIS), ist ein genossenschaftlich organisiertes Softwareunternehmen der Hochschulen und entwickelt Produkte für seine Mitglieder (derzeit rund 200 Hochschulen aus Deutschland). Zu den Vorgängern des Produkts gehört u.a. HIS-LSF (Lehre – Studium – Forschung), mit dem einige Hochschulen bereits Forschungsinformationen verwalten.

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Schritt für Schritt ins Paradies – Das Leipzig University Research Information System (leuris)

Das an der Universität Leipzig geplante Forschungsinformationssystem soll Forschungsinformationen aus bestehenden, noch zu beschaffenden oder zu entwickelnden Fachsystemen verarbeiten und ausgeben. Die Universität Leipzig setzt dabei nicht auf ein allumfassendes Einzelprodukt, sondern auf die Verbindung verschiedener Module.

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Converis – das kommerzielle Forschungsinformationssystem zum selber bauen

Warum ein FIS an der Universität Münster (WWU)?

Es ist nun mittlerweile mehr als 10 Jahre her, dass an der WWU die Überlegungen gereift sind: Wir brauchen ein Forschungsinformationssystem (FIS). Ende 2008 wurde ein entsprechendes Einführungsprojekt ins Leben gerufen mit dem Ziel, Informationen über die vielfältigen Forschungsaktivitäten und -ergebnisse an einer Stelle verfügbar und sowohl für die interne wie externe Berichterstattung als auch die Außendarstellung zugänglich zu machen. Ferner sollte die mehrfache Erhebung von Forschungsinformationen vermieden und hierzu – wenn möglich – auf bestehende Prozesse, bei denen benötigte Daten anfallen, aufgesetzt werden. Diese doch grundlegenden Ziele wurden zunächst in konkrete Anforderungen heruntergebrochen und in eine fachliche Konzeption überführt. Detaillierte Informationen hierzu finden Sie in der einen oder anderen Veröffentlichung, etwa hier, hier und hier. Die fachliche Konzeption war die Grundlage für die weiteren Auswahlentscheidungen. Gegen eine Individualentwicklung und für eine kommerzielle FIS-Lösung haben allen voran der hohe initiale Entwicklungsaufwand und die Herausforderungen der nachhaltigen Sicherung des Entwicklungs-Know-Hows gesprochen. Gewissermaßen als Kompromiss aus Individualentwicklung und kommerziellem System ist die Auswahl letztlich auf Converis gefallen.

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VIVO – mit Open Source und Linked Data zu verschiedenen Zielen

Die community-gestützte Open-Source-Software VIVO gibt es seit etwa 15 Jahren. Ursprünglich wurde sie an der Cornell University entwickelt. Über die Zeit hat sich ein großes Netzwerk von VIVO-einsetzenden Institutionen entwickelt. Weltweit sind zur Zeit 165 Anwender registriert – wobei dort längst nicht alle aktiven VIVO-Implementierungen erfasst sind. Das Open Science Lab der Technischen Informationsbibliothek ist seit 2013 aktiv in der VIVO-Community mit dem Ziel, „dezentrale, offene, web-basierte Infrastruktur für Forschungsinformationen als Inspiration für bessere fachliche Kommunikation und Kollaboration“ zu erforschen. VIVO wurde seitdem in verschiedenen Projekten eingesetzt. Seit 2017 hat die TIB eine öffentlich zugängliche VIVO-Installation, die seitdem kontinuierlich weiterentwickelt wird. Ebenfalls seit 2017 ist die die TIB Mitglied bei der VIVO-Dachorganisation Duraspace und engagiert sich in vielfältiger Weise in der Weiterentwicklung der Software, der Ontologie und der Community. [1]

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FACTScience – ein flexibles System für Fortgeschrittene

Im Anschluss an eine Evaluierung im Jahr 2008 wurde am Leibniz Institut für Alternsforschung – Fritz Lipmann Institut e.V. (FLI) nach einer Datenbanklösung für die nächste Evaluierung gesucht. In dieser Zeit gab es nur wenige Anbieter und die Entscheidung fiel auf das Forschungsinformationssystem FACTScience, da das Programm eine hohe Flexibilität bietet, individuelle Anpassungen und die Erstellung der Evaluierungsunterlagen nach den Kriterien der Leibniz Gemeinschaft ermöglicht sowie zu diesem Zeitpunkt bereits in zwei Leibniz-Instituten verwendet wurde. 2012 wurde das Programm FACTScience dann in Betrieb genommen.

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Forschungsinformationssystem@Fraunhofer-Gesellschaft

Projekthintergrund

Fraunhofer-weit gibt es seit langem etablierte Prozesse und Kennzahlensysteme, die die missionsbedingte und förderbedingte Systematik des »Fraunhofer Modells« kontrollieren. Im Rahmen der Corporate Responsibility wird dabei zunehmend auch die Sicherung der wissenschaftlichen Integrität und Exzellenz adressiert.

Diese Dimension der wissenschaftlichen Qualität und Exzellenz wurde bisher jedoch nicht im Rahmen von Datenerhebungen und Kennzahlensystemen betrachtet.
Daher wurde in der Fraunhofer-Gesellschaft ein Kennzahlen-basiertes Monitoring basierend auf verschiedenen Kennzahlen aus den Bereichen wissenschaftlicher Output, wissenschaftliche Qualifikation und wissenschaftliche Anerkennung und Vernetzung eingeführt, das auch dazu dienen soll, einen Fraunhofer-internen Diskurs zum Thema wissenschaftliches Arbeiten und wissenschaftliche Exzellenz anzuregen und eine verlässliche Datenbasis für interne Zwecke, aber teilweise auch für den Außenraum zu schaffen (Monitoringbericht im Rahmen des Pakts für Innovation und Forschung).

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Modular und flexibel: Entwicklung eines Forschungsinformationssystems am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Die Vorgeschichte: Die Einrichtung eines Forschungsinformationssystems ist mehr als nur ein IT-Projekt

Das Thema Forschungsinformationen hat am KIT eine lange Historie. Das KIT entstand 2009 aus der Fusion einer Universität und einem Helmholtz-Zentrum und ist heute mit über 9.000 Beschäftigten eine der größten Forschungseinrichtungen Europas. Entsprechend komplex sind die Anforderungen an ein Forschungsinformationssystem: An beiden Standorten gab es langjährige zentrale Verzeichnisse der Forschungsinformation, aber dennoch waren die Prozesse der Datenerfassung, die Berichtsanforderungen sowie die „Kulturen“ des Einbezugs von Wissenschaftler/innen sehr unterschiedlich. Der erste Anlauf, am KIT ein integriertes Forschungsinformationssystem zu etablieren, startete 2010 kurz nach der Gründungsphase der neuen Forschungseinrichtung und war von (zu) vielen Erwartungshaltungen geprägt. Zentrale Prozesse um ein einheitliches und integriertes Informationsmanagement waren am „jungen“ KIT noch völlig ungeklärt und mussten erst in den Gremien entsprechend platziert werden. Trotz der strategischen Verankerung des Projekts beim CIO waren die eigentlichen Treiber die KIT-Bibliothek und die Abteilung Forschungsförderung, die beide das Projekt auch zur Ablösung veralteter Infrastrukturen nutzen wollten. Man entschied sich in der ersten Phase für ein kommerzielles Produkt, das versprach, die komplexen Prozesse am KIT abbilden zu können. Im Fokus stand die Implementierung eines FIS-Standardsystems. Um es vorweg zu nehmen: Das Projekt wurde eingestellt. Zum einen hatte das noch „junge“ KIT auf organisatorischer Seite noch zu viele Prozessklärungen offen, zum anderen erwies sich die Einführung einer kommerziellen Softwarelösung für eine so große Forschungseinrichtung mit sehr vielen unterschiedlichen Anforderungen als zu monolithisch und für die Belange des KIT als nicht ausreichend.

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Die Open-Source-Software GRIS von GESIS

Allgemein

Als Eigenentwicklung des Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften (GESIS) gestartet, wird das  Forschungsinformationssystem GRIS dort seit 2014 eingesetzt. GRIS ist eine Open-Source-Software, die als Selbstmeldesystem innerhalb eines Instituts zahlreiche, für das Berichtswesen relevante Forschungsoutputs sammelt und diese in unterschiedlichen Berichtsformaten darstellen kann. Im Gegensatz zur zentralen Erfassung werden bei einem Selbstmeldesystem die jeweiligen Daten direkt von den Wissenschaftler/innen in das System eingetragen.

Aufgrund der gestiegenen Nachfrage von Stakeholdern nach Forschungsindikatoren (in unterschiedlichem Detailgrad bei dezentralisierter Informationssammlung) wurde in GESIS der Wunsch nach einem integrierten Forschungsinformationssystem laut. Der ebenfalls gestiegene Bedarf nach einer automatisierten Darstellung des Forschungsoutputs im GESIS-Web gab zusätzlich Anstoß, ein auf die Institutsbedürfnisse von GESIS zugeschnittenes Informationssystem zu schaffen.

Diese Bedarfe sind keineswegs ein Alleinstellungsmerkmal von GESIS, sondern werden von vielen Instituten der Leibniz-Gemeinschaft geteilt. Nach einer einjährigen Sondierungsphase in den Leibniz-Instituten konnte eine gemeinsame Weiterentwicklung von GRIS in die Wege geleitet werden.

Seit Anfang 2018 existiert eine – zunächst einjährige – Kooperation mit drei weiteren Leibniz-Instituten, um die Software gemeinsam weiterzuentwickeln. Im Fokus stehen dabei neben der fächerübergreifenden Einsetzbarkeit vor allem die unkomplizierte Datenmigration und die Unterstützung des jeweiligen Berichtswesens mit den Schwerpunkten Kerndatensatz Forschung und Leibniz-Datenabfrage zum Pakt-Monitoring. Bisher sind als Kooperationspartner das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK), das Leibniz-Institut für Bildungsverläufe e.V. (LIfBi) sowie das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e.V. an der Weiterentwicklung von GRIS beteiligt. Die Kooperation besteht aus finanzieller und/oder personeller Beteiligung am Projekt und richtet sich flexibel am jeweiligen Kernhaushalt aus, was die Teilnahme auch für kleinere Institute ohne großes Budget interessant macht.

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Pure – ein Steckbrief

Eckdaten

Das Forschungsinformationssystem Pure ist ein modulares System, das von der dänischen Firma Atira entwickelt wurde. Seit 2012 gehört es zur Produktpalette des Elsevier-Konzerns im Bereich Research Intelligence Solutions.

Pure ist z.B. für die Erfassung von Publikationen, Anträgen, Bewilligungen und Projekten sowie Forschungsdaten, Presse- und Medienberichten, Auszeichnungen und Aktivitäten (wie Gremienarbeit, Tagungsteilnahmen usw.) geeignet. Mit Hilfe des Berichtsmoduls können verschiedene Abfragen erstellt und gespeichert werden, ohne dass dafür Programmierkenntnisse erforderlich wären; mögliche Ausgabeformate sind z.B. xls, docx und html. Schnittstellen, wie z.B. Webservices und OAI-PMH, ermöglichen die Weitergabe der Pure-Daten. Darüber hinaus gibt es auch Portallösungen für die Außendarstellung im WWW.

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Welches System für welchen Zweck? Neue Blog-Serie der AG-FIS

In dieser neuen Serie von Beiträgen bitten wir Praktiker, ihre Forschungsinformationssysteme vorzustellen und zu berichten, was den Ausschlag für die Auswahl der jeweiligen Lösung gegeben hat. Außerdem geben wir einen Ausblick auf neue Entwicklungen am Markt. Damit wollen wir all denjenigen helfen, die sich akut mit Fragen von Investitionen und Systemwahl auseinandersetzen.

Die AG-FIS hatte im Positionspapier von 2015 bereits einen Überblick der Systemlandschaft gegeben (http://doi.org/10.5281/zenodo.14828, S. 26ff.). Was ist seitdem passiert?

Bei den Einrichtungen sehen wir nach wie vor ein hohes Interesse an Dokumentations- und Berichtssystemen, vielleicht auch weil die 2016 veröffentlichte Spezifikation des Kerndatensatz Forschung (KDSF) recht breite Wahrnehmung findet. Diese führt auch zu neuen Anforderungen an die FIS-Anbieter. Das Spektrum der Anbieter hat sich seit 2015 nur graduell verändert: Neben den kommerziellen Produkten wie Pure (Elsevier), Converis (Clarivate Analytics), Symplectic Elements (Symplectic/Digital Science) oder FactScience (QLEO) finden die Open Source Systeme DSpace-CRIS und VIVO zunehmend Interessenten. Wie man hört, wollen auch auch SAP und die HIS auf die Nachfrage nach Forschungsinformationssystemen mit entsprechenden Angeboten reagieren. Zudem stellen sich eine Reihe von Einrichtungen der Herausforderung, selbst FIS-Bausteine zu entwickeln.

Über diese und weitere Entwicklungen werden wir in den nächsten Wochen berichten und freuen uns auf Kommentare und Ergänzungen aus der Community! Am Montag, den 19. Februar geht es mit dem ersten Blogbeitrag los.

Ihre/Eure AG Forschungsinformationssysteme

PS: Lesenswert in diesem Zusammenhang:

  • Wolff, Stefan, Reichert, Sandro, & Gausmann, Ulrike. (2017). Was für ein FIS passt zu uns? Anregungen zur Konzeptionierung. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.321448
  • Ebert, B., Tobias, R., Beucke, D., Bliemeister, A., Friedrichsen, E., Heller, L., … Riechert, M. (2015, February 4). Forschungsinformationssysteme in Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Positionspapier. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.14828

Diese und weitere Veröffentlichungen unserer AG-FIS-Mitglieder sind bei Zenodo hinterlegt:
https://zenodo.org/communities/ag-fis/