Archiv für den Monat: Februar 2018

Die Open-Source-Software GRIS von GESIS

Allgemein

Als Eigenentwicklung des Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften (GESIS) gestartet, wird das  Forschungsinformationssystem GRIS dort seit 2014 eingesetzt. GRIS ist eine Open-Source-Software, die als Selbstmeldesystem innerhalb eines Instituts zahlreiche, für das Berichtswesen relevante Forschungsoutputs sammelt und diese in unterschiedlichen Berichtsformaten darstellen kann. Im Gegensatz zur zentralen Erfassung werden bei einem Selbstmeldesystem die jeweiligen Daten direkt von den Wissenschaftler/innen in das System eingetragen.

Aufgrund der gestiegenen Nachfrage von Stakeholdern nach Forschungsindikatoren (in unterschiedlichem Detailgrad bei dezentralisierter Informationssammlung) wurde in GESIS der Wunsch nach einem integrierten Forschungsinformationssystem laut. Der ebenfalls gestiegene Bedarf nach einer automatisierten Darstellung des Forschungsoutputs im GESIS-Web gab zusätzlich Anstoß, ein auf die Institutsbedürfnisse von GESIS zugeschnittenes Informationssystem zu schaffen.

Diese Bedarfe sind keineswegs ein Alleinstellungsmerkmal von GESIS, sondern werden von vielen Instituten der Leibniz-Gemeinschaft geteilt. Nach einer einjährigen Sondierungsphase in den Leibniz-Instituten konnte eine gemeinsame Weiterentwicklung von GRIS in die Wege geleitet werden.

Seit Anfang 2018 existiert eine – zunächst einjährige – Kooperation mit drei weiteren Leibniz-Instituten, um die Software gemeinsam weiterzuentwickeln. Im Fokus stehen dabei neben der fächerübergreifenden Einsetzbarkeit vor allem die unkomplizierte Datenmigration und die Unterstützung des jeweiligen Berichtswesens mit den Schwerpunkten Kerndatensatz Forschung und Leibniz-Datenabfrage zum Pakt-Monitoring. Bisher sind als Kooperationspartner das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK), das Leibniz-Institut für Bildungsverläufe e.V. (LIfBi) sowie das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e.V. an der Weiterentwicklung von GRIS beteiligt. Die Kooperation besteht aus finanzieller und/oder personeller Beteiligung am Projekt und richtet sich flexibel am jeweiligen Kernhaushalt aus, was die Teilnahme auch für kleinere Institute ohne großes Budget interessant macht.

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Pure – ein Steckbrief

Eckdaten

Das Forschungsinformationssystem Pure ist ein modulares System, das von der dänischen Firma Atira entwickelt wurde. Seit 2012 gehört es zur Produktpalette des Elsevier-Konzerns im Bereich Research Intelligence Solutions.

Pure ist z.B. für die Erfassung von Publikationen, Anträgen, Bewilligungen und Projekten sowie Forschungsdaten, Presse- und Medienberichten, Auszeichnungen und Aktivitäten (wie Gremienarbeit, Tagungsteilnahmen usw.) geeignet. Mit Hilfe des Berichtsmoduls können verschiedene Abfragen erstellt und gespeichert werden, ohne dass dafür Programmierkenntnisse erforderlich wären; mögliche Ausgabeformate sind z.B. xls, docx und html. Schnittstellen, wie z.B. Webservices und OAI-PMH, ermöglichen die Weitergabe der Pure-Daten. Darüber hinaus gibt es auch Portallösungen für die Außendarstellung im WWW.

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Welches System für welchen Zweck? Neue Blog-Serie der AG-FIS

In dieser neuen Serie von Beiträgen bitten wir Praktiker, ihre Forschungsinformationssysteme vorzustellen und zu berichten, was den Ausschlag für die Auswahl der jeweiligen Lösung gegeben hat. Außerdem geben wir einen Ausblick auf neue Entwicklungen am Markt. Damit wollen wir all denjenigen helfen, die sich akut mit Fragen von Investitionen und Systemwahl auseinandersetzen.

Die AG-FIS hatte im Positionspapier von 2015 bereits einen Überblick der Systemlandschaft gegeben (http://doi.org/10.5281/zenodo.14828, S. 26ff.). Was ist seitdem passiert?

Bei den Einrichtungen sehen wir nach wie vor ein hohes Interesse an Dokumentations- und Berichtssystemen, vielleicht auch weil die 2016 veröffentlichte Spezifikation des Kerndatensatz Forschung (KDSF) recht breite Wahrnehmung findet. Diese führt auch zu neuen Anforderungen an die FIS-Anbieter. Das Spektrum der Anbieter hat sich seit 2015 nur graduell verändert: Neben den kommerziellen Produkten wie Pure (Elsevier), Converis (Clarivate Analytics), Symplectic Elements (Symplectic/Digital Science) oder FactScience (QLEO) finden die Open Source Systeme DSpace-CRIS und VIVO zunehmend Interessenten. Wie man hört, wollen auch auch SAP und die HIS auf die Nachfrage nach Forschungsinformationssystemen mit entsprechenden Angeboten reagieren. Zudem stellen sich eine Reihe von Einrichtungen der Herausforderung, selbst FIS-Bausteine zu entwickeln.

Über diese und weitere Entwicklungen werden wir in den nächsten Wochen berichten und freuen uns auf Kommentare und Ergänzungen aus der Community! Am Montag, den 19. Februar geht es mit dem ersten Blogbeitrag los.

Ihre/Eure AG Forschungsinformationssysteme

PS: Lesenswert in diesem Zusammenhang:

  • Wolff, Stefan, Reichert, Sandro, & Gausmann, Ulrike. (2017). Was für ein FIS passt zu uns? Anregungen zur Konzeptionierung. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.321448
  • Ebert, B., Tobias, R., Beucke, D., Bliemeister, A., Friedrichsen, E., Heller, L., … Riechert, M. (2015, February 4). Forschungsinformationssysteme in Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Positionspapier. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.14828

Diese und weitere Veröffentlichungen unserer AG-FIS-Mitglieder sind bei Zenodo hinterlegt:
https://zenodo.org/communities/ag-fis/

Einladung zur CRIS 2018 – International Conference on Current Research Information Systems

Vom 13.-16. Juni 2018 findet die traditionelle euroCRIS Konferenz statt – diesmal in Umea, Schweden. Die Konferenz ist ein praktisches Forum für den Austausch über Entwicklungen und Patentrezepte im internationalen Raum, von denen man auch für sein Projekt zuhause profitieren kann.

Wer selbst ein Projekt vorstellen möchte: Der Call for Papers läuft noch bis zum 1. März.

Link zur Konferenzseite: http://www.cris2018.se/