ROR und GRID: Der Weg in die Zukunft

Der folgende Blogpost ist ein Gastbeitrag von Paul Vierkant (DataCite) und zugleich Übersetzung des ursprünglichen im ROR-Blog erschienen Posts “ROR and GRID: The Way Forward” des ROR Leadership Teams

Am 12. Juli 2021 hat die Global Research Identifier Database (GRID) bekannt gegeben, dass es seinen regelmäßigen öffentlichen Releases im 4. Quartal 2021 einstellen und den Dienst an ROR übergeben wird. Diese Entscheidung markiert einen wichtigen und spannenden Meilenstein in der Entwicklung beider Verzeichnisse für Organisations-IDs.

Die Kernaufgabe des Research Organization Registry (ROR) ist es, ein von der Community geführtes Verzeichnis für offene Organisations-IDs zu sein. Obwohl GRID seit 2015 ein offenes Verzeichnis für Organisations-IDs unterhielt, dessen Daten der Community unter CC0 zur Verfügung stehen, war es nicht beabsichtigt, diesen Dienst als community-getriebene Initiative weiter zu betreiben. Daher erschien es nur logisch, ROR mit „Startdaten“ von GRID  beginnen zu lassen und fortlaufende Aktualisierungen von GRID zu akzeptieren, während ROR weiterentwickelt wird, um letztlich unabhängig und als eigenständiges Verzeichnis zu funktionieren. Es war immer der Plan, dass ROR in der Lage sein muss, sich von GRID zu lösen, um die Anforderungen und Anwendungsfälle, die mit dem Betrieb eines community-basierten Dienstes einhergehen, besser erfüllen zu können. Die jüngste Entscheidung von GRID passt daher optimal zu den Fortschritten, die ROR bereits in Richtung dieses Ziels gemacht hat.

Seit dem Start im Jahr 2019 haben die operativ an ROR beteiligten Organisationen daran gearbeitet, dessen Infrastruktur zu stärken. Als community-basierter Dienst hat ROR sowohl einen Beirat als auch eine Steuerungsgruppe eingerichtet, Fördermittel und Crowdfunding  eingeworben sowie eine Governance-Struktur und ein nachhaltiges Betriebsmodell geschaffen. Darüber hinaus wurden grundlegende community-basierte Kuratierungs-Workflows implementiert und mit dem Aufbau der notwendigen Infrastruktur begonnen, um Updates unabhängig bereitstellen zu können. In dieser Zeit hat ROR eine breite Akzeptanz in der wissenschaftlichen Infrastrukturlandschaft erfahren und wurde von Verlagen, Repositorien sowie von nationalen Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt (z. B. Großbritannien, USA, Japan, Niederlande, Frankreich, Australien) als ein zentraler Persistent Identifier (PID) für Organisationen anerkannt. Als Teil der breiteren Bemühungen, die Akzeptanz von ROR voranzutreiben, hat ROR in Zusammenarbeit mit der Community am Mapping von ROR zu anderen Organisations-IDs (einschließlich GRID IDs) gearbeitet. ROR hat zudem vor kurzem einen Workflow gelauncht, um Anfragen aus der Community zum Hinzufügen und Aktualisieren von ROR-Datensätzen zu ermöglichen.

Es folgt nun eine gemeinsame Erklärung von Digital Science und ROR zu dem oben genannten Übergang. Wir freuen uns über diesen Meilenstein, den dieser Schritt für beide Verzeichnisse darstellt.

GRID übergibt den Staffelstab an ROR

Im Jahr 2015 veröffentlichte Digital Science erstmals die Global Research Identifier Database (GRID), eine offene Datenbank mit eindeutigen Identifikatoren für Forschungsorganisationen, die über mehrere Jahre intern entwickelt und zur öffentlichen Nutzung durch die Wissenschafts-Community bereitgestellt wurde. Im Jahr 2019 wurde das Research Organization Registry (ROR) als eine von der Community getriebene Initiative gegründet, welche inhaltlich die GRID-Datenbank spiegelte. ROR ist mittlerweile erwachsen und unabhängig von GRID, weshalb Digital Science beschlossen hat, den Staffelstab an ROR weiterzureichen und GRID mit einem letzten öffentlichen Release im vierten Quartal 2021, aus dem öffentlichen Raum zurückzuziehen.

Dieser Schritt mag überraschen, da GRID und ROR schon seit geraumer Zeit koexistieren und zusammenarbeiten. GRID wurde ursprünglich ins Leben gerufen, um eine damalige Lücke zu füllen, da es bis dato keine offene Organisations-ID für die Wissenschaft gab. Da ROR auf GRID aufbaut, könnten beide Organisations-IDs als konkurrierend wahrgenommen werden. Deshalb hat Digital Science beschlossen, den Staffelstab formell an ROR als führende offene Organisations-ID zu übergeben. Digital Science wird GRID weiterhin intern nutzen – allerdings fokussiert auf die Produkte von Digital Science, deren Nutzer*innen und Kunden*innen.

Nach dem letzten Release im vierten Quartal diesen Jahres wird GRID von Digital Science keine weiteren Releases folgen lassen, um Klarheit und Raum für die Weiterentwicklung von ROR zu schaffen. ROR wurde mit GRID-Daten gestartet und von Digital Science als einem der Gründungspartner unterstützt. Es war immer geplant, dass das ROR, da es von der Community betrieben wird, schließlich der Hauptakteur für Organisations-IDs werden würde. Jetzt, nach drei Jahren „Parallelbetrieb“, ist der Moment für ROR gekommen, diese Rolle zu übernehmen. Der Entwicklungsstand der ROR-Infrastruktur sowie die Aufnahme der ROR-ID in die DataCite-, Crossref- und ORCID-Datensätze bedeuten, dass ROR ein Niveau der Community-Akzeptanz erreicht hat, welches seinen langfristigen Platz in der Umgebung der PIDs und der globalen Landschaft der Open Science Services sichert.

Digital Science unterstützte die ROR-Initiative als Mitglied seit dem Gründungstreffen in Girona 2018. Als ROR startete, stellte GRID die „Seed-Daten“ von über 100.000 Datensätzen zur Verfügung. Das GRID-Team hat in den letzten drei Jahren daran gearbeitet, die Daten regelmäßig zu aktualisieren, um ROR den Weg zu ebnen. In dieser Zeit wurden sowohl innerhalb von ROR als auch bei Digital Science erhebliche Anstrengungen unternommen, um die beiden Identifier synchron zu halten. Dieser nächste Schritt in der Entwicklung von ROR ermöglicht es, bei Bedarf von GRID abzuweichen. Wir freuen uns, dass wir diesen wichtigen Meilenstein gemeinsam erreicht haben!

ROR und Digital Science sind bestrebt, den Übergang für alle, die von GRID auf ROR umsteigen möchten, so reibungslos wie möglich zu gestalten.

Auf der ROR-Supportseite finden Sie Informationen zum Übergang von GRID zu ROR, die in Kürze ergänzt werden. Falls Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte direkt an das GRID- und ROR-Team und nutzen dafür den “ROR PID Forum Chat Room” oder schauen in den FAQ-Bereich.

Digital Science und ROR sind hoch erfreut, wie gut sich das Projekt entwickelt hat, und auf die Zukunft von ROR gespannt. Sowohl das GRID- als auch das ROR-Team möchten sich bei der Wissenschafts-Community für ihr Engagement und ihre Unterstützung bedanken.

Weitere FAQs zum Übergang von GRID zu ROR finden Sie hier.

Falls Sie mehr über ROR erfahren möchten, melden Sie sich gern für das vom Projekt ORCID DE veranstaltete Online-Seminar „Research Organization Registry (ROR): Nutzen und Vorteile einer offenen Organisations-ID“ am 18. August 2021, von 10:00 bis 11:00 Uhr, an.

 


Über Paul Vierkant

Paul is DataCite's outreach manager contributing to the DFG-funded projects re3data COREF and ORCID DE. Prior to DataCite Paul worked for the Helmholtz Open Science Office and different universities where he was involved in building publication and data repositories. As a dedicated Open Science advocate Paul strives to spread the idea of openness in scholarly communication (e.g. being a member of the DINI Electronic Publishing Working Group).

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