Was bedeutet es im ROR zu sein?

Dieser Blogpost ist eine deutsche Übersetzung des englischen ROR-Blogposts von Maria Gould. Die Identifikation von Bedarfen an Organisations-IDs ist ein Thema von DINI, weshalb wir über dieses Thema regelmäßig in unserem Blog informieren.

Einige der häufigsten Fragen, die an das Research Organization Registry (ROR) gestellt werden, beziehen sich darauf, was es bedeutet, wenn eine Organisation in ROR zu finden ist, und wie Organisationen überhaupt in das Verzeichnis aufgenommen werden. Viele von Ihnen sind verständlicherweise neugierig darauf, wie ROR-Einträge hinzugefügt und aktualisiert werden. Deshalb dachten wir, dies sei ein guter Zeitpunkt, um zu erläutern, wie das Verzeichnis geführt wird und wie sich dieser Prozess entwickelt.

Was bedeutet es, wenn eine Organisation in ROR gelistet ist?

ROR ist ein Verzeichnis von Identifikatoren und Metadaten über Forschungsorganisationen, d.h. Organisationen, die in irgendeiner Weise an Forschung beteiligt sind. Das kann zum einen bedeuten, Forschungsergebnisse zu produzieren, sie zu verbreiten und zu finanzieren. Zum anderen kann es bedeuten, Forscher*innen zu beschäftigen und auszubilden. Der Zweck einer ROR-ID besteht darin, in der Lage zu sein, die mit der Forschung verbundenen Organisationen eindeutig zu identifizieren. ROR-IDs können in der wissenschaftlichen Infrastruktur verwendet werden, um Forschung sichtbarer und somit auch besser nachverfolgbar zu machen.

Wenn eine Organisation über eine ROR-ID verfügt, bedeutet dies, dass sie als Forschungsorganisation angegeben wurde und dass die Organisation mit Forschungsergebnissen und -aktivitäten verbunden war oder sein wird. Die Aufnahme ins ROR lässt weder eine Aussage über die Reputation einer Organisation zu, noch sagt sie etwas über die Qualität der Forschung aus, mit der sie über die Forschungsergebnisse verbunden ist. Die Aufnahme ins ROR bedeutet lediglich, dass die Organisation an Forschung beteiligt ist und dass ihre ROR-ID zur Identifizierung der Organisation in unterschiedlichen Forschungsinformationsinfrastrukturen verwendet werden kann.

Ist meine Organisation bereits in ROR aufgenommen?

ROR umfasst bereits Datensätze für fast 99.000 Organisationen. Sie können Organisationen auf der ROR-Suchseite und über die ROR-API nachschlagen.

ROR Website Suche

Wie werden Organisationen zu ROR hinzugefügt?

ROR wurde ursprünglich unter Verwendung von bestehenden Daten aus GRID gestartet und spiegelt derzeit diesen Inhalt wider., sowie eine Teilmenge der GRID-Metadaten.

Jede*r kann eine Anfrage zum Hinzufügen oder Aktualisieren eines Datensatzes in ROR stellen. Diese Vorschläge können über ein öffentlich zugängliches Formular bei ROR eingereicht werden. Die Änderungen werden nach Abstimmung in GRID vorgenommen und im Anschluss mit dem ROR alle paar Monate synchronisiert. Dieses Vorgehen wird sich allerdings in Zukunft noch ändern.

Wie wird ROR in Zukunft betrieben?

Die Arbeit zum Betrieb von ROR, die wir als “Kuration” bezeichnen, umfasst folgende dafür notwendige Arbeitsabläufe, Aufgaben und Bestandteile:

  • Empfang, Überprüfung und Genehmigung von Vorschlägen für Neueinträge, Aktualisierungen, Zusammenführungen und Ablehnungen von Einträgen.
  • Erstellung konsistenter und transparenter Richtlinien, wie Einträge hinzugefügt und gepflegt werden.
  • Entwicklung eines ROR-Metadatenschemas, das global für alle an ROR interessierten Einrichtungen geeignet ist.
  • Ermöglichung der Nachverfolgung der Änderungs-Historie von einzelnen ROR-Einträgen.
  • Erarbeitung eines regelmäßigen Zeitplans für die Veröffentlichungen der Metadaten.

Wie bereits erwähnt, hat ROR in Abstimmung mit GRID bereits einen Teil dieser Kurations-Arbeit geleistet. Es war immer geplant und ist auch weiterhin unser Ziel, dass ROR irgendwann seine gesamte Kurations-Arbeit unabhängig von GRID durchführen wird. ROR wird weiterhin GRID-IDs in seine Metadaten aufnehmen, und wir gehen davon aus, dass GRID weiterhin mit ROR gemappt werden wird. Der grundlegende Unterschied zwischen beiden Verzeichnissen ist, das ROR als eine gemeinschaftsbasierte Initiative konzipiert ist (siehe unten), während GRID in erster Linie dazu dient, Metadaten für das Produktportfolio von Digital Science bereitzustellen.

Eine Vision für gemeinschaftsbasiertes Kuratieren

ROR ist eine Gemeinschaftsleistung, die von Interessengruppen auf der ganzen Welt unterstützt und umgesetzt wird. Schon von Beginn an hat die Beteiligung der Community die Vision von ROR geprägt und treibt den Dienst bis heute voran, was ihn von ähnlichen Initiativen unterscheidet. Die Beteiligung der Community an der Kuration von ROR war ebenfalls von Anfang an von zentraler Bedeutung für diese Vision. Viele Nutzer*innen und Interessenvertreter*innen von ROR verfügen über weitreichende Erfahrungen in der Arbeit mit persistenten Identifikatoren (PIDs) und wissenschaftlicher Informationsinfrastruktur, sei es im Kontext von Bibliotheken, Wissenschaftsadministration, Publikationsplattformen oder Repositorien. Es ist daher wichtig, dass sie in grundlegende Entscheidungen über die Pflege des Verzeichnisses einbezogen werden.

Im Rahmen eines durch das IMLS geförderten Projekts, das in diesem Herbst beginnt, richtet ROR ein “curation advisory board” ein. Dieser Beirat setzt sich aus Mitgliedern der Community, die über das nötige Fachwissen und Ethos verfügen, zusammen, um bei der Entwicklung von Richtlinien und Prozessen zur Gewährleistung der Integrität und Nachhaltigkeit der ROR-Metadaten zu helfen. Dieser Ansatz wird es ROR ermöglichen:

  • offene Kanäle für Mitglieder der Community bereitzustellen, die Ergänzungen und Aktualisierungen vorschlagen möchten,
  • die Kurationsprozesse in Begleitung eines vertrauenswürdigen Beratungsgremiums (Curation Advisory Board) zu zentralisieren und zu skalieren,
  • Entscheidungen hinsichtlich der Kuration von ROR zu treffen, die auf globaler Ebene für alle Akteure angemessen sind und auch konsistent und transparent auf alle Datensätze angewendet werden können.

Mit dem Wachstum und der Verbreitung von ROR wird dieses Modell sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln. Kontaktieren Sie ROR gern bei Fragen oder wenn Sie Anregungen haben.


Über Paul Vierkant

Paul is DataCite's outreach manager contributing to the DFG-funded projects re3data COREF and ORCID DE. Prior to DataCite Paul worked for the Helmholtz Open Science Office and different universities where he was involved in building publication and data repositories. As a dedicated Open Science advocate Paul strives to spread the idea of openness in scholarly communication (e.g. being a member of the DINI Electronic Publishing Working Group).

2 comments:

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