2. Tag des Workshops „5 Jahre KDSF im deutschen Wissenschaftssystem“

Der 10. November 2020 war der zweite Tag des Workshops zum Kerndatensatz Forschung – Standard für Forschungsinformationen, den das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung und die DINI-Arbeitsgruppe „Forschungsinformationssysteme“ anlässlich dessen fünfjährigen Bestehen ausrichteten. Im Programm der virtuellen Veranstaltung wurden die am ersten Tag herausgearbeiten Linien der Professionalisierung der Forschungsberichtserstattung einerseits und der Ansätze und Bedarfe der Erweiterung des KDSF nahtlos weiter geführt. Auch die Teilnehmerzahl bewegte sich stabil annähernd bei 200 Zuhörenden!

Den Anfang machten eine Reihe von Vorträgen, die aus der Perspektive einer Landesinitiative, einer Universität, einer medizinischen Fakultät und eines Dienstleisters sowie der Geschäftsstelle einer außeruniversitären Forschungseinrichtung Unterstützungsstrukturen zur Einführung des KDSF und Best Practices vorgestellt haben:
Mit den Werkstattberichten aus der Initiative CRIS.NRW einerseits und der Universität Bielefeld andererseits beleuchteten Dr. Malte Kramer (CRIS.NRW) und Tobias Pelz (Universität Bielefeld) aus ihrer jeweiligen Blickrichtung, wie sich die Einführung von Forschungsinformationssystemen und die Umsetzung des KDSF-Standards mit Unterstützung einer Landesinitiative im Land Nordrhein-Westfalen darstellen. Die Standardisierung wird modular in Bausteinen voran getrieben, so dass bei der Einführung der FIS in den Hochschulen NRWs viel Raum für Flexibilität und das Reagieren auf lokale Bedarfe vorhanden ist. Im Gegensatz dazu steht der Ansatz der Medizinischen Fakultät der LMU München, vorgestellt von Dr. Hendrik Ballhausen, die Forschungsinformationen des Universitätklinikums für die KDSF-konforme Berichterstattung ohne spezifische technische und finanzielle Mittel mit Hilfe von vorhandenen Werkzeugen wie Microsoft Access ermöglicht. Dr. Wolfram Schüßler von der AT-CRIS GmbH stellte Erfahrungen aus diversen Einführungsprojekten von FIS und einer umfassenden Umfrageaktion vor und zeigte, was der KDSF-Standard auf Seiten der Hochschulen, der Produkthersteller sowie der Ministerien und Mittelgeber in Bewegung gebracht hat – und wo es noch weitere Entwicklungsbedarfe gibt. Abschließend präsentierten Daniel Sattler und Philipp Steglich die vollständige Überarbeitung eines Informationssystems zur Datenerfassung und Auswertung (IDA) der Leibniz-Gemeinschaft, mit dem zentral die Meldungen von Kennzahlen der über 90 Mitgliedseinrichtungen aufgenommen werden.

Nach der Mittagspause wurden Impulse zur Weiterentwicklung des KDSF präsentiert, sowohl was konkrete laufende Ansätze als auch spezifische Bedarfe anbelangt:
In einer ersten Session lagen mit der Kompatibilität von KSDF und Gemeinsamem Vokabular (Dr. Kathrin Höhner von der TU Dortmund/für die gemeinsame Initiative der DINI-AGs E-Pub, FIS, KIM) und der Entwicklung einer Klassifikation für interdisziplinäre Forschungsfelder für den KDSF (Prof. Vivien Petras, PhD, Humboldt-Universität zu Berlin) zwei sehr konkrete Weiterentwicklungsansätze vor, einmal getrieben von Seiten dreier DINI AGs, einmal beauftragt durch die GWK. Die neue Klassifikation, die aufgrund empirischer Erhebungen ermittelt und in Feedbackschleifen mit Forschenden und Forschungsadministration validiert wurde, soll im Rahmen des KDSF zur Erschließung interdisziplinärer Forschungsfelder dienen. Eine Veröffentlichung ist im ersten Quartal 2021 geplant. Dr. Jens Brauer (Friedrich-Schiller-Universität Jena) widmete sich in seinem Vortrag dem steigenden Bedarf an Informationen über Promovierte in verschiedenen Verwendungszusammenhängen. Zum Abschluss der Session stellte Dr. Felix Kießling eine Erhebung von Daten zur Nutzung von Forschungsinfrastrukturen in der Leibniz-Gemeinschaft vor. Die Erfahrungswerte aus der Erhebung sind hilfreich für weitere Anwendung dieses Elements im KDSF-Standard, auch in Hinblick auf eine mögliche Forschungsberichterstattung im Rahmen der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur NFDI. Die zweite Session widmete sich zum einen dem Thema Identifier mit einem Einführungsvortrag zu ORCID DE (vorgetragen von Antonia C. Schrader, Helmholtz Open Science Office) und einem Vortrag von Jochen Schirrwagen (Universität Bielefeld) und Paul Vierkant (DataCite) zu Organisational Identifiern und PIDs, der beispielhaft die Vorteile von Organisationsidentifikatoren im Zusammenhang mit der Open-Access-Transformation aufzeigt. Den Abschluss der Session bildeten die „Vorschläge zur Optimierung der Symbiose von Open-Access-Services und Forschungsinformationssystemen“ von Jochen Schirrwagen (Universität Bielefeld) und Katharina Schulz (Fachhochschule Bielefeld), die noch deutlicht machten, wie wichtig die effektive Verzahnung von Publikationsplattformen und Forschungsinformationssystemen ist – und ein weiteres Thema, das den gesamten Workshop durchzogen hat.

Der heilige Gral!?

Die beiden Tage wurden von Franziska Mau (@FranziMachtDas) visuell zusammengefasst und die beiden Sketchnotes wollen wir hier gern präsentieren.

Auf der Suche nach dem heiligen Gral
Auf der Suche nach dem heiligen Gral – CC-BY-SA – Franziska Mau | @FranziMachtDas
Kann Das So Funktionieren
Kann Das So Funktionieren – CC-BY-SA – Franziska Mau | @FranziMachtDas

Autorinnen und Autoren

Dieser Beitrag ist verfasst von Eiken Friedrichsen, Barbara Ebert, Regine Tobias und Christian Hauschke.


Über Eiken Friedrichsen

Referentin für das Forschungsinformationssystem an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (http://www.fis.uni-kiel.de/de)

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