Warum VIVO als Forschungsinformationssystem?

Aktivitäten von Forschern und deren Ergebnisse finden sich heute quer über das WWW verteilt. Um den Output von Forschenden zu bewerten wird daher immer häufiger auf Datenbanken wie „Web of Science“ oder Scopus zurückgegriffen – doch der Zugriff auf diese Datenbanken ist teuer, und sie verzeichnen nur wenige, eher traditionelle Publikationstypen. Set etwa zehn Jahren gibt es daneben zwei neue Trends. Einerseits gibt es immer mehr Forschungsinstitutionen, die sogenannte Forschungsinformationssysteme (FIS) betreiben – Datenbanken, die zumindest für die Forscher der jeweiligen Institution meistens umfassender sind, die sich allerdings meistens leider nicht primär an die Öffentlichkeit des Webs richten. Andererseits gibt es „Facebook für Wissenschaftler“-Dienste wie ResearchGate, academia.edu und Mendeley, die jeweils mehrere Millionen Mitglieder haben, weil es für viele Forscher attraktiv ist, sich auf einer solchen Plattform ein eigenes Profil anzulegen. Doch die Informationen auf diesen Plattformen gehören stets ihren – kommerziellen – Betreibern, und dürfen von anderen kaum nachgenutzt werden.

Ein neuer Weg für die eigene Forscher-Community – an einem Institut, aber auch über mehrere Institute hinweg – besteht darin, ein eigenes Netzwerk aufzusetzen, in dem Forscher ihre Profile pflegen können, und in dem die Verbindungen zwischen ihnen auf vielfältige Weise visualisiert werden können. Die freie Open Source Software VIVO bietet diese Möglichkeit, und unterstützt die Nutzung freier, erweiterbarer Linked Open Data Ontologien, um Forscher, ihre Produkte, und deren Zusammenhänge zu beschreiben und im Web zu veröffentlichen. Im Ende 2014 online gegangenen Open Science VIVO beta, Weiterentwicklung eines studentischen Projekts mit der Hochschule Hannover, Studiengang Informationsmanagement, wurde dies für einige Forscher aus dem Leibniz-Forschungsverbund Science 2.0 ausprobiert.

TIB Open Science Lab Aktivitäten rund um Forschungsinformation, Linked Open Data und VIVO wurden bei diversen Konferenzen präsentiert und diskutiert, u.a. CRIS 2014, iKnow 2014, SWIB 2014, ICSTI 2015, IATUL 2015. Das Open Science Lab war an Organisation und Durchführung der ersten beiden VIVOcamps im europäischen Raum (im Rahmen der SWIB 2013 sowie der ELAG 2014) beteiligt.