Offener Zugang zu Wissen und den dahinterliegenden Fakten: Einstein, LIGO und Gravitationswellen – it’s about the data!

Dem Laser Interferometer Gravitational-wave Observatory (LIGO) ist es geglückt – 100 Jahre nach Einstein’s Allgemeiner Relativitätstheorie ist der experimentelle Nachweis von Gravitationswellen gelungen. Die wissenschaftliche Publikation dazu, „Observation of Gravitational Waves from a Binary Black Hole Merger“, wurde in Physical Review Letters 16, 061102 (2016), am 11. Februar von LIGO vorgestellt (http://dx.doi.org/10.1103/PhysRevLett.116.061102). Siehe hierzu auch den Beitrag im TIB-Blog.

Doch was ist mit den zugrundeliegenden Messungen, den Fakten? What about the data?
Diese sind ebenfalls offen zugänglich, downloadbar, zitierbar und nachnutzbar – als Open Data mit DataCite-DOI: http://dx.doi.org/10.7935/K5MW2F23

Ein Screenshot der LIGO-Datenpublikation zum Nachweis der Gravitationswellen: http://dx.doi.org/10.7935/K5MW2F23

Die Daten beinhalten die zugrundeliegenden Messergebnisse und bieten weitere Hintergrundinformationen zu Messinstrumenten, den LIGO-Standorten, der Kalibrierung, und sogar zu den Audio Dateien! So sind sich die Wissenschaftler sicher: Gravitationswellen existieren. Und mehr noch: Die Daten erlauben es, das Verschmelzen von zwei Schwarzen Löchern mit je 30 Sonnenmassen zu ‚hören‘ – und das ca. 1,3 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt.

Dies ist auch ein schönes Beispiel guter wissenschaftlicher Praxis – Ergebnis & dahinterliegende Messdaten sind für jeden Interessierten, ob Seniorforscher, Nachwuchswissenschaftler, Student oder einfach nur den Hobbyastronomen von nebenan einsehbar und nachvollziehbar beschrieben. Kurzum: Exzellente Forschung ganz ohne Showeffekte.

Und durch die Vergabe eines persistenten Identifiers (Digital Object Identifier – DOI) sind beide Objekte, Paper & Daten, dauerhaft & eindeutig referenzierbar – für heute, morgen und hoffentlich die kommenden Jahrzehnte. Das haben sich die DOI Zentren DataCite (für Forschungsdaten) und CrossRef (für wissenschaftliche Textpublikationen) auf die Fahnen geschrieben. Als Beratungsstelle zum Forschungsdatenmanagement und mit der DOI-Registrierung für Forschungsdaten und graue Literatur fördert die TIB diese schöne Praxis. Auf dass viele weitere Beispiele folgen!

Veröffentlicht in: Forschungsdaten, Open Access, Open Science, Publizieren Schlagworte: , , , , .

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.