Leibniz-Gemeinschaft startet Open-Access-Publikationsfonds

Ab Januar 2016 können über den Open-Access-Publikationsfonds der Leibniz-Gemeinschaft Publikationskosten für Artikel in Open-Access-Zeitschriften übernommen werden. Diese „article processing charges (APC)“ werden von einem Teil der Open-Access-Zeitschriften erhoben und den Autorinnen und Autoren in Rechnung gestellt. Die Kosten werden vielfach von den Einrichtungen übernommen, zur Finanzierung dienen häufig unterschiedliche Etats. Ein Überblick über den Umfang der gezahlten APC ist nicht immer einfach. Ein wesentliches Merkmal des APC-Modells ist ein relativ hoher Aufwand, der durch die Abwicklung einzelner Rechnungen entsteht.

Über den zentralen Fonds können auf Antrag der Autorinnen und Autoren aus den Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft Kosten übernommen werden. Mit der Einrichtung des Fonds ist nicht nur die Absicht verbunden, Open-Access-Veröffentlichungen zu ermöglichen und dazu beizutragen, den Open-Access-Anteil der Publikationen aus der Leibniz-Gemeinschaft zu steigern. Das Vorhaben dient auch dem Ziel, Bedarfe zu messen und Abläufe auszuwerten, Informationen über das Open-Access-Publizieren zu sammeln und die Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft in ihrer Open-Access-Orientierung und -Planung zu unterstützen.

Für Publikationskosten, die über den Fonds abgerechnet werden, stehen im Jahr 2016 Mittel in Höhe von 200.000 EUR aus dem Strategiefonds des Präsidiums der Leibniz-Gemeinschaft zur Verfügung.

Die Förderbedingungen des Publikationsfonds ähneln den Kriterien, die für viele DFG-geförderte Publikationsfonds an Hochschulen gelten (auch den Förderkriterien des Publikationsfonds der Leibniz Universität Hannover). Ein wesentliches Kriterium ist die Beschränkung der Förderung auf Veröffentlichungen in Open-Access-Zeitschriften – eine Förderung von Open-Access-Optionen in Subskriptionszeitschriften („hybrid“) ist nicht möglich. Andere Kriterien beziehen sich auf die Qualitätsstandards der Zeitschrift und auf die Erteilung von Nachnutzungserlaubnissen für Repositorien (LeibnizOpen). Die Kosten für Open-Access-Artikel werden übernommen, wenn die Gesamtkosten 2.000 EUR nicht übersteigen. Liegen die Kosten höher, ist unter bestimmten Bedingungen eine anteilige Finanzierung mit Kostenbeteiligung von Autorin/Autor oder Institut möglich.

Webseite zum Leibniz-Publikationsfonds

Webseite zum Leibniz-Publikationsfonds

Die Prüfung von Anträgen erfolgt durch Kolleginnen und Kollegen aus den drei Zentralen Fachbibliotheken der Leibniz-Gemeinschaft, die im Verbund Goportis vielfältig zusammenarbeiten:

Die finanzielle Abwicklung wird durch die TIB übernommen.

In Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft sind mehr als 18.000 Personen beschäftigt, darunter mehr als 9.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Open-Access-Publikationen aus der Leibniz-Gemeinschaft sind über das zentrale Portal LeibnizOpen auffindbar, hier sollen auch alle aus dem Fonds geförderten Publikationen nachgewiesen werden. Die Erteilung einer Erlaubnis zur Ablage der geförderten Publikation in einem Repository – eigentlich eine Selbstverständlichkeit bei Open-Access-Publikationen – ist explizit Teil der Förderbedingungen. Es ergeben sich auch sinnvolle Synergien mit anderen Vorhaben innerhalb der Leibniz-Gemeinschaft, z.B. mit dem Kompetenzzentrum Lizenzen. Die Verstetigungsperspektive des Publikationsfonds muss die dezentrale Struktur der Leibniz-Gemeinschaft berücksichtigen und darauf aufbauen, dass eine zentrale Abwicklung der Publikationskosten eine tatsächliche Erleichterung für die Einrichtungen und ihre Bibliotheken bringt.

Die über den Publikationsfonds gezahlten APC werden im Rahmen der Open APC Initiative transparent gemacht und aufbereitet.

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