Zur Nobel Week 2015: Oszillierende Neutrinos und DNS-Reparatur

Nun ist sie da – und Stockholm (bzw. Oslo) und alle weiteren Beteiligten sind sicher in heller Aufregung: Die Nobel Week hat begonnen.

Nachdem gestern schon die Nobel Lectures zu den Preisen in der Medizin und Literatur gehalten wurden, können wir heute die Vorträge der Preisträger in der Chemie, der Physik und den Wirtschaftswissenschaften sehen. Ebenfalls am Dienstag wird es die Rede zum Friedensnobelpreis geben.

Die feierliche Verleihung der Preise folgt dann am Donnerstag.

Der Nobelpreis für Physik wird Takaaki Kajita und Arthur B. McDonald verliehen, für die Entdeckung der Neutrinooszillation, die belegt, dass Neutrinos eine Masse haben. Das Physik Journal und die Welt der Physik berichteten bereits darüber.

Selbstverständlich lassen sich in GetInfo, dem Portal der TIB, zahlreiche Veröffentlichungen von Takaaki Kajita und Arthur B. Mcdonald finden, sowohl Kajita als auch McDonald sind fleißige arXiv-Autoren, d.h. viele ihrer Paper stehen auch im Open Access frei zur Verfügung. Allerdings muss man in den Trefferlisten genauer hingucken: Nicht jeder McDonald ist Arthur B.! Es scheint also (mindesten einen) weitere(n) McDonald(s) zu geben, der sich ebenfalls mit Neutrinos befasst. Gemeinsam haben die beiden Nobelpreisträger einen Artikel über Astrophysikalische Neutrinoteleskope geschrieben.

Für eine ganz gezielte Suche nach Literatur zur Neutrinooszillation hilft im Katalog der TIB/UB das entsprechende Schlagwort.

Auch in diesem Jahr würdigen die Verlage den Nobelpreis: bei IOP gibt es eine 2015 Nobel Prize Collection und eine Focus Issue on Neutrino Physics, APS bietet einen Physics Focus Nobel Prize—Neutrinos Oscillate, bei AIP finden sich 2015 Physics Nobel Prize Resources mit Zusammenstellungen der Artikel der Nobelpreisträger, und auch der Springer Verlag gratuliert, indem er die Springer-Publikationen der Preisträger bis zum 12.12.2015 frei anbietet.

Der Nobelpreis für Chemie wird in diesem Jahr an Tomas Lindahl, Paul Modrich und Aziz Sancar verliehen für die Erforschung und Aufklärung des Mechanismus zur Reparatur von DNS. Zellen haben damit einen effektiven Schutz vor inneren und äußeren Gefahren entwickelt

Tomas Lindahl vom Francis Crick Institut, London wurde auf Grund der grundlegenden Aufklärung der DNS Reparatur geehrt. Die Verleihung des Nobelpreises an Paul Modrich vom Howard Hughes Medical Institut basiert auf seiner Forschung bzgl. der DNS Reparatur während der Zellteilung. Als dritter im Bunde wurde Aziz Sancar von der University of North Carolina, Chapel Hill ausgezeichnet für seine Erforschung der Reparatur von DNS Schäden in der Zellen die durch UV Licht entstanden sind.

Neben der New York Times berichteten sowohl der Springer als auch der Wiley VCH Verlag bereits zur Nobelpreis-Verleihung, inkl. ausgewählter Literaturlisten. Von der ausgewählten Literatur stehen sogar bis zum 10.12. ein paar frei zur Verfügung.

In GetInfo finden sich wie für die Preisträger in der Physik auch für die in der Chemie einige Publikationen von Tomas Lindahl, Paul Modrich und Aziz Sancar. Ein gemeinsamer Artikel findet sich jedoch nicht darunter.

Im Katalog der TIB/UB findet man mit Hilfe des Schlagwortes DNS Reparatur auch weitere Publikationen zu diesem Thema.

Offenbar üben der Nobelpreis und seine Verleihung eine solche Faszination aus, dass es nicht nur Fachbücher zur Entstehung und Verleihung des Preises, sondern sogar Krimis die vor diesem Plot spielen, gibt, wie z.B. Nobels Testament von Lisa Marklund.

Und wie man mit einem Nobelpreis verreist, darüber kann der Preisträger Brian Schmidt (Physik 2011) berichten.

Ein Beitrag von Esther Tobschall, Fachreferentin für Physik und Janna Neumann, Fachreferentin für Chemie.

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Esther Tobschall

Esther Tobschall

... ist Fachreferentin für Physik und zuständig für die Nationale Kontaktstelle im Netzwerk arXiv-DH
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