Der Ball ist nicht rund und ein Spiel dauert länger als neunzig Minuten – Was Fußball mit Mathe zu tun hat

Es ist wieder soweit: Wir sind mittendrin in der Fußball-WM. Deutschland mit seinen 82 Mio. Profi-Trainern fachsimpelt über verletzungsbedingte Umstellungen der Nationalmannschaft, klimatische Herausforderungen und Joachim Löws Frisur. Derweil „müllert“ es und ein ganz Großer trifft beim Freistoß den Kleinsten und nicht das Tor. Fußball ist Leiden- und Wissenschaft. Und tatsächlich auch viel Mathematik. Dabei ist nicht die Arithmetik der Gruppenphase gemeint wie folgende Schmankerl zeigen:

VieleckFangen wir beim Corpus Delicti an – dem Sportgerät Fußball selbst: Der Mathematiker muss sich diesen erst einmal definieren. Ansätze dazu liefern ein Vortrag von Prof. Dr. Wolfram Koepf (Uni Kassel) oder die Sendung Mathematik zum Anfassen des Bayerischen Rundfunk. In Wirklichkeit ist der Ball eben nur ein Vieleck, wie der Gießener Mathematik-Professor Albrecht Beutelspacher es darlegt.

SchusswinkelAls nächstes machen wir nicht Gedanken wie aus etwas Eckigem was Rundes wird, sondern wie dieses Runde ins Eckige kommt. Dabei kommt es z.B. auf den richtigen Winkel an, wie ein kurzes Video des Medieninstituts der Länder FWU zeigt. Und auch mit der Geometrie des Elfmeters muss man sich genauer beschäftigen. Allerdings ist das Elfmeterschießen, sollte es dazu kommen, nicht immer fair.

Die Grundlagen haben wir damit geschafft. Sollten uns nun in einer erhitzten Fachdiskussion dennoch die Argumente ausgehen, gibt es immer noch Statistiken.

Wer die Fußball-Weltmeisterschaft quantitativ und enzyklopädisch durchdringen möchte, dem sei das Statista-Dossier zur WM 2014 empfohlen. Von den Abwehrspielern mit dem höchsten Marktwert bis zu den Zuschauerkapazitäten der brasilianischen Fußballstadien ist alles in Zahlen aufgelistet.

fussballmathe.deDie Homepage fussballmathe. de bietet im Rahmen der laufenden Fußball-WM Statistiken, welche für Mannschaftsvergleiche und Prognosen, interaktiv verarbeitet werden. Laut Simulation trifft im Finale Oranje auf die Seleção, wobei erstere als Weltmeister vom Platz gehen wird.

Im Blog der Wochenzeitung DIE ZEIT wird der Titel am Marktwert der einzelnen Spieler festgemacht. Danach ist die brasilianische Seleção aussichtsreichster Anwärter.

Ein Physiker sieht dies andersMetin Tolan, Professor für Experimentelle Physik an der TU Dortmund, hat berechnet, dass Deutschland die höchste Wahrscheinlichkeit hat, die WM zu gewinnen. Auch der weltberühmte Physiker Stephen Hawking orakelt … äh berechnet.
Überhaupt ist die Physik nicht minder tätig, wenn es um die Erforschung des runden Leders und des dazugehörigen Lebensgefühls geht. Einen Überblick zur Physik beim Fußball gibt die Welt der Physik.

Fußball ist aber natürlich nicht nur Mathematik und Physik. Fußball ist erstmal Sport. Fußball ist aber auch ein Thema für die Werkstofftechnik,  in der Architektur, in den Sozial-, Recht- und Wirtschaftswissenschaften und vielem mehr. Literatur aus den den verschiedenen Bereichen gibt es auch in unserem Katalog, viele frei verfügbare Publikationen zum Thema Fußball gibt es auch in GetInfo.

Ein spannendes Themendossier zur WM hat übrigens die Staatsbibliothek zu Berlin zusammengestellt. Hintergrundberichte zum Thema Politik und Weltmeisterschaft in Brasilien bieten die Online-Dossiers der Bundeszentrale für politische Bildung, über die im ciberaBlog berichtet wird.

Zuletzt sollten selbstverständlich die Helden des Fußballsports zu Wort kommen mit ihren ganz eigenen theoretischen Ansätzen. Wer könnte sie widerlegen?

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5 Comments

    • Hallo Elke, tatsächlich ist der WM-Ball ein Würfel, jedenfalls, wenn man seine geometrischen Eigenschaften betrachtet 😉

  1. Toller Beitrag! Mathematik und Fußball, viele interessante und lustige Infos. Nach dem 7:1, wie sieht denn da wohl die Wahrscheinlichkeitsrechnung aus, dass Deutschland Weltmeister wird?! 😉

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