Workshop „Kerndatensatz Forschung“: Tag 2

Auch der zweite Tag des DINI AG FIS Workshops „Kerndatensatz Forschung – und nun?“  war sehr intensiv und geprägt vom vielseitigen Austausch und lebhaften Diskussionen. Phantasievoll und anschaulich waren die verwendeten Metaphern und Vergleiche zur Notwendigkeit und Erfahrung mit FIS und reichten von Loriot bis Bowie: Das Leben ohne Forschungsinformationssystem ist möglich aber sinnlos und (fast) alle sind (noch) Absolute Beginners. Außerdem wurde klar: Forschungsinformation ohne Informationssystem sind ähnlich sinnvoll wie Wirtschaftsinformatik ohne Computer. Die Frage nach dem Preis eines Forschungsinformationssystems ist hingegen genauso (wenig) einfach zu beantworten wie etwa die Frage nach „Was kostet mich ein Haus?“

Der Tag begann mit einem Beitrag von Sophie Biesenbender vom  DZHW zum KDSF Helpdesk  und startete erst mal mit einer Einführung in die Begrifflichkeiten des Kerndatensatz (Kern, Schale, Weiterentwicklungsfelder) sowie den Zielen und Anwendungsprinzipien. Zur konkreten Einführung des Kerndatensatz ist seit Februar 2017 der „Helpdesk“ aktiv. Der konkrete Inhalt der Beratungstätigkeit wird sich sicherlich noch entwickeln müssen, aber man startet mit dem Ziel, viel Transparenz zu schaffen, und den Organisationen dabei zu helfen Prozesswissen zu generieren. Auch möchte man die Bedarfe der Community genauer identifizieren. Daher sind neben der Beratungstätigkeit auch Workshops angedacht. Bei den zu erwartenden hohen Nachfragen zu datenschutzrechtlichen (institutionellen) Bestimmungen will der Helpdesk die Einrichtung aktiv unterstützen und ggf. detailliert prüfen.

In der anschließenden Diskussion kam sofort die Frage auf, ob es nicht auch einen technischen Support durch den Helpdesk für Entwickler geben kann. Hier ist man sich nicht sicher, ob das leistbar ist. Sicherlich sei es aber nicht schädlich, diesen Bedarf anzumelden, so Sophie Biesenbender. „Wird denn auch international gedacht und vernetzt“, wurde aus dem Publikum gefragt? „Im Prinzip ja“, sagte Frau Biesenbender: „Der Helpdesk will auch hier über den Tellerrand gucken und wenn möglich weitere Begleitforschungsprojekte unterstützen“. Dabei wurde durch den anwesenden Kollegen von der Uni Cambridge/ UK schnell klar, dass dort „Kerndaten“ zu Forschungsinformationen vollkommen anders definiert und behandelt werden.

Das Fazit von Frau Biesenbender: Beim Kerndatensatz sind folgende Dinge wichtig: Datenschutz, Einschätzung und Minimalisierung des Verarbeitungsaufwands sowie Qualität und Vergleichbarkeit der Daten.

An diese Ausführungen schlossen sich vier Praxisberichte vom Karlsruher Institut für Technologie, den Universitäten Hannover, Münster und der Hochschule Fulda an:

  1. Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
    Am KIT vollzieht man die Evolution vom ursprünglich geplanten Forschungsinformationssystem-Monolith zum (weitgehend selbstentwickelten) modularen System. Große Herausforderungen stellen die spezifische Helmholtz-Berichterstattung (Programmorientierte Förderung) und das Zusammenwachsen der beiden Standorte in Karlsruhe dar.
    Lessons Learned am KIT: Ein Forschungsinformationssystem benötigt ein klares Organisations- und Prozessmanagement sowie ein eindeutiges Anforderungsmanagement. In Karlsruhe versucht man ein Trying-to-keep-everybody-happy with Moppps-FIS (modulares publikations-, projekte-, patente-, promotionen-FIS).  Nach den gemachten Erfahrungen ist jetzt das Motto: Bestehendes integrieren, Fehlendes ergänzen, in kleinen Schritten und iterativ vorgehen. Das Aggregationssystem des Forschungsinformationssystems wird als Servicebündel verstanden, das über ein entsprechendes Berechtigungskonzept verfügt. Das System ist weitgehend eine Eigenentwicklung.
  1. Leibniz Universität Hannover
    Reingis Hauck ging auf die Rolle des Kerndatensatzes ein, die er bei der Implementierung des hannoveranischen Forschungsinformationssystems gespielt hat, bei dem PURE von Elsevier verwendet wird. Im Zentrum stehen umfangreiche Mappings des Kerndatensatz für Publikationen und Projekte. Ihrer Erfahrung nach stößt ein Forschungsinformationssystem bei Forschungsmanagern vor allem im Bereich der internationalen Kooperationen auf großes Interesse. Der Ansatz für die Stammdatenpflege der externen Organisationen mit einem Mix aus Daten des DFG Research Explorers und SciVal sorgten für einen Aha-Effekt im Publikum. Als Anknüpfungspunkt an die Diskussion vom Vortag um die künftigen Erweiterungen des KDSF, kommt auch in Hannover der Bedarf nach Standardisierungen im Bereich der Forschungsfelder auf.
  1. Westfälische Wilhelms-Universität Münster / CRIS.NRW – Landesinitiative zur Umsetzung des Kerndatensatz Forschung in NRW
    Malte Kramer startete mit einer Immobilienanalogie zu: „Was kostet ein Forschunginformationssystem?“  Das sei genauso einfach wie die Frage „Was kostet mich ein Haus?“. Denn ein Forschungsinformationssystem kann je nach Standort ganz unterschiedliche Ausprägungen annehmen und Erwartungen erfüllen. Insgesamt besteht ein großes Commitment in NRW für den Kerndatensatz Forschung. Eine Umfrage aus Münster zum Status Quo der Landschaft von Forschungsinformationssystemen in NRW brachte es an den Tag: Fast alle sind noch am Anfang, aber ein kollaboratives und nachnutzendes Vorgehen bei der Umsetzung ist bei allen Unis gewünscht.  Die gegründete Landesinitiative in NRW – CRIS.NRW – steht dabei unterstützend zur Verfügung.
  1. Hochschule Fulda / HeFIS-Verbund
    Die Hochschule Fulda führt seit 2014 Converis als FIS ein, ein modularer Rollout ist für Mai 2017 geplant. Hier gibt es eine ganze Menge von bereits fertigen und noch zu implementierenden Anbindungen und Schnittstellen zu Converis. Auch das Rollen- und Rechtekonzept ist sehr umfangreich und durchdacht. Laura Rodriguez zeigte 5 von 16 Rollen aus dem umfangreichen Rechtekonzept in Converis.

Die anschließende Mittagspause bot ausführliche Zeit zur Vernetzung und Diskussionen rund um mehrere Poster von Einrichtungen, Forschungsförderern und Anbietern von Forschungsinformationssystemen.

Im Zentrum stand u.a. eine Deutschlandkarte, die die Möglichkeit bot, Aktivitäten zu Forschungsinformationssystemen in Deutschland festzuhalten. Das rege Interesse zeigte, dass es allerorten noch viele offene Fragen bei der lokalen Implementierung, aber auch ein großes Interesse zu weiterem Austausch und Kooperation gibt. Zur Verwendung eines Linked-Open-Data-Ansatzes bei der Umsetzung eines Forschungsinformationssystems mit VIVO als ein Open-Source-Ansatz für ein Forschungsinformationssystem freuen sich die Implementierer rund um Christian Hauschke von der TIB: “Das macht Spaß und wir freuen uns auf einen regen Austausch.“

 

Danach ging es weiter mit Informationen zu ORCID
Heinz Pampel stellte die Mehrwerte von ORCID und das Projekt ORCID DE vor: Neben der grundsätzlich nötigen und sinnvollen weiteren Verbreitung von ORCID bestehen die Herausforderungen für das Projekt ORCID DE hinsichtlich der Erweiterung um globale Identifier für weitere Objekte wie Förderer, Affiliations und Projekte.

Die Abschlussrunde bildete die DINI AG FIS in Form einer Fishbowl, die das Publikum rege mit einbezog. Im Kern standen folgende Punkte:

  • Gebraucht wird ein „Zünder“ für den Kerndatensatz
    Wie mehrmals betont ist eine der größten Herausforderungen für den KDSF das bisherige Fehlen „eines Zünders“, sodass Instituten und Hochschulen mehr Motivation gegeben wird, diesen zu implementieren. Erfreuliche Ansätze sind die Instandsetzung des Helpdesks am DZHW, die den Prozess der Einführung motiviert und vereinfacht, sowie Landesinitiativen wie in Hessen und CRIS.NRW, die ihren Unis und FHs einen entscheidenden Standortvorteil bieten. Grundsätzlich wird begrüßt, dass nun gemeinsame Definitionen gefunden wurden, um Vergleiche zu ermöglichen. Und – wenn genügend Institutionen künftig Daten in diesem Format liefern – wird er als ein Standard etabliert, dem sich keiner (ohne gewissen Aufwand) entziehen kann. Aus dem Publikum wurde noch der Wunsch nach einer Referenzimplementierung für den Kerndatensatz geäußert. Es wäre doch hilfreich, sich in einer Art Sandbox-System mal ansehen zu können, wie Datenformate definiert sind und der Datenaustausch funktioniert. Wenn die Effekte so positiv sind und die Forschungsinformationssysteme und der Kerndatensatz künftig nicht mehr wegzudenken sind, liegt es auf der Hand zu fragen, warum nicht alle Länder wie in Hessen und Nordrhein-Westfalen die Kräfte bündeln, oder, noch einen Schritt weiter, warum es keine bundesweite Initiative gibt.
  • Trotz großem lokalem Aufwand – Forschungsinformationssysteme sollen „raus aus der Einrichtung“
    Die Probleme bezogen auf Forschungsinformationssysteme sind überall ähnlich. Im Laufe der Diskussion wurde die Bedeutung der Verknüpfung und Kommunikation zwischen Einrichtungen – auch durch die DINI AG FIS – hervorgehoben. Grundsätzlich wäre es hilfreich, wenn noch mehr Austausch stattfindet, um von den Erfahrungen anderer zu lernen. Bei einer kurzen Abfrage mit Handmeldung stellte sich heraus, dass viele Einrichtungen (noch) kein Forschungsinformationssystem im Einsatz haben und dass das Interesse an weiteren ähnlichen Workshops sehr groß ist. Weiterhin gibt es momentan eine dynamische Weiterentwicklung auch hinsichtlich von Open-Source-Projekten. Hier wurde die Möglichkeit eines Entwickler-Austauschs in Aussicht gestellt.

Fazit:  Ein toller, intensiver Workshop mit viel Austausch, neuen Ideen und Kontakten und vielen neuen Arbeitsaufträgen für die DINI AG FIS!

Die Tweets mit dem Hashtag #KDSF17 finden sind in einer Storify zusammengefasst.

Die Vorträge der Veranstaltung werden in Kürze zur Verfügung stehen.

Workshop „Kerndatensatz Forschung“: Tag 1

Der erste Vormittag war geprägt von zwei Richtungen der Diskussion: Zum einen wurde diskutiert, ob (intendiert oder nicht) Wertungen mit dem KDSF verbunden sind und welche Folgen sich daraus ergeben. Weiterhin ging es um die Fragen nach Datenautonomie und Transparenz sowie ihr Verhältnis zueinander.
Zum anderen war die Zukunft des KDSF Thema, seine Implementierung und Weiterentwicklung: Erfreulich war zu hören, dass der geplante Helpdesk am DZHW eingerichtet ist. Finanziert von der GWK soll hier Hilfestellung zur Interpretation geleistet und bei der Formulierung von Abfragen unterstützt werden. Außerdem gehören die Dokumentation von Fällen und Lösungen und die Förderung der Vernetzung zu den Aufgaben, nicht aber die Beratung bei FIS-Einführung. Zentraler Diskussionspunkt war die Freiwilligkeit der Einführung des KDSF – sowohl auf Seiten von Datennehmern als auch -gebern: Die Frage blieb offen, wer den entscheidenden ersten Schritt macht, um die Umsetzung des KDSF in die Fläche zu tragen.

Am Nachmittag vor der Kaffeepause berichteten Vertreterinnen und Vertreter von BMBF, Statistischem Bundesamt, Fraunhofer-Gesellschaft und HeFIS über die Bedeutung des KDSF in ihren Kontexten. Folgende Aspekte wurden besonders angesprochen:

  • der Kerndatensatz als Ausgangspunkt für bessere und besser vergleichbare Daten,
  • Überlappungen und Unterschiede sowie Wechselwirkung zur Hochschulstatistik,
  • Kennzahlen als Austauschmöglichkeiten / Kommunikationsmittel, um vertrauensvoll in einem geschützten Raum darüber sprechen und nachverfolgen zu können, was die eigene Einrichtung besser machen kann,
  • der KDSF bei der Einführung eines Forschungsinformationssystems innerhalb eines Verbunds.

Der letzte Vortrag des Tages bot einen internationalen Blickwinkel an, in dem das Research Excellence Framework (REF) vorgestellt wurde, das in Großbritannien zum Management der Forschungsinformationen und zur Berichterstattung der Förderung exzellenter Wissenschaft eingesetzt wird. Kerninhalte des Vortrages waren ein Vergleich des KDSF und REF, sowie die Erfahrungen der Universität Cambridge mit der Datenabfrage im Rahmen des REF. Betont wurde weiterhin die Bedeutung der Verwendung eines Forschungsinformationssystems, da dies deutlich zu Effizienz und Interoperabilität beiträgt.

Den Abschluss bildete die Podiumsdiskussion. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer griffen Fragen auf, die in verschiedener Form den Tag geprägt haben:

  • Wie kann die Umsetzungsstrategie für den KDSF aussehen? Oder brauchen wir keine Strategie, weil das, was getan wird, ausreichend ist? Welche Einrichtung sorgt für den Erhalt des Standards? Wer bringt die Umsetzung des KDSF voran?
    • Geht es in Richtung Netzwerk – wie erreicht man dann Verbindlichkeit, wie sorgt man für relativ zügige Entscheidungen mit klaren Prozessen?
    • Warum kann man nicht auch die Ermöglichungsstrukturen einbringen, in die auch Förderer involviert sind, um zumindest in kleinen Schritten voranzukommen?
    • Wie ist arbeitsintensive Einführung zu leisten und zu rechtfertigen, wenn es keine klaren Anwendungsfälle gibt?
  • Ist der KDSF ein Instrument um Open Science voranzubringen?
    • Wo laufen die Grenzen in Hinblick auf die Informationsfreiheitsgesetzgebung usw.? Wo schränkt Openness Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen ein?
    • Sollte sich die Offenheit auf die Institution beschränken, um einen vertrauenswürdigen Raum für die interne Diskussion zu erhalten?
  • Hat KDSF nur Erfolg, wenn er in einem geschützten Raum einer Institution bleibt, oder nur dann, wenn er auch zu vergleichenden Leistungsmessungen genutzt wird?
    • Unabhängig von der Nutzung: Wer darf Zugriff auf die Daten haben (gemäß KDSF liegt die Hoheit bei der jeweiligen Einrichtung)?
    • Die KDSF-Daten sollen wertneutral sein. Das heißt aber nicht, dass sie nicht zur Bewertung genutzt werden können – die Maßstäbe dafür müssen durch den Datennutzenden gesetzt werden.

Der inbesondere zur Podiumsdiskussion rege geführte Austauch auf Twitter läuft auch morgen weiter unter #KDSF17.

Datenschutz in Forschungsinformationssystemen

Forschungsinformationssysteme (FIS) dienen der Bündelung und Verarbeitung von Informationen zu Aktivitäten und Prozessen einer Forschungseinrichtung, um diese für unterschiedliche interne und externe Verwendungszwecke (wie etwa für das interne Controlling oder die externe Berichtslegung) bereitzustellen. Institutionelle Forschungsinformationssysteme verarbeiten und verknüpfen damit eine große Menge an individuellen Daten (zu z.B. Forscher/innen, Projekten, Programmen oder Publikationen) – auch über unterschiedliche Personen hinweg.

Diese personenbezogenen Daten sind vielfach öffentlich verfügbar: über Expertenprofile, Publikationslisten, Informationen zu Drittmittelprojekten in öffentlichen Datenbanken, veröffentlichte Vorträge usw. Auch werden viele dieser Daten an Forschungseinrichtungen bereits isoliert verarbeitet – etwa über Personal- oder Drittmittelverwaltungssysteme. Grundlage dieser Systeme und für die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung der entsprechenden personenbezogenen Daten sind spezifische Verarbeitungszwecke, die definieren, welche Daten wofür verwendet werden dürfen, um datenschutzrechtlichen Vorgaben zu entsprechen.

Die Zusammenführung vormals isoliert verarbeiteter personenbezogener Daten in integrierten Forschungsinformationssystemen darf ebenfalls ausschließlich unter Beachtung des Datenschutzes und der definierten Verwendungszwecke erfolgen. Die Frage der Schutzwürdigkeit dieser Daten und Informationen im Rahmen ihrer Zusammenführung ist allerdings klärungsbedürftig, da bei dem Einsatz von Forschungsinformationssystemen – z.B. für die interne Steuerung oder für die externe Darstellung von institutionellen Forschungsleistungen – oftmals andere Zwecke der Datenverarbeitung zugrunde gelegt werden, als bei der ursprünglichen Erhebung der personenbezogenen Daten vorgesehen.

Die DINI-AG „Forschungsinformationssysteme“ weist in ihrem Positionspapier „Forschungsinformationssysteme in Hochschulen und Forschungseinrichtungen“ auf die Bedeutung des Datenschutzes bei dem Aufbau und der Ausgestaltung von FIS hin:

„Die bestehenden Unsicherheiten hinsichtlich der Verwendbarkeit der überwiegend personenbezogenen Daten im Bereich der Forschungsdokumentation müssen übergreifend angegangen werden, besonders wenn die Daten nach außen und für Internetanwendungen genutzt werden sollen. In Zeiten von Internet und Big Data ist Datenschutz ein wichtiges Thema, das sorgfältig gegen die Vorteile der vielfach geforderten „Transparenz“ und „besseren Auffindbarkeit“ abgewogen werden muss. Bislang gibt es wenig Spezialliteratur zu dem Thema. Diese Lücke wäre im Dreieck zwischen Datenschutzstellen, Rechtswissenschaft und Anwendern zu schließen.“

Zur Identifizierung der zu schließenden Lücken fand im Frühjahr 2015 ein von der DINI-AG FIS organisierter Workshop zum Thema „Datenschutz und Forschungsinformationssysteme“ statt, bei dem neben Fachvorträgen zu allgemeinen Anforderungen des Datenschutzes an FIS auch Praxisbeispiele präsentiert wurden.

Darüber hinaus hat die Zentrale Datenschutzstelle der Universitäten in Baden-Württemberg (ZENDAS) ein Hintergrundpapier mit dem Titel „Datenschutz bei Forschungsinformationssystemen“ veröffentlicht, in welchem allgemeine Grundsätze und Hinweise zu den Anforderungen des Datenschutzes bei Aufbau und Betrieb eines FIS zusammengefasst dargestellt werden.

Programmiertes Scheitern? Zentrale Forschungsinformationssysteme als Herausforderung für die Organisation Universität

Die Einführung von zentralen Forschungsinformationssystemen an Universitäten wird in Deutschland seit einigen Jahren verstärkt betrieben. Die Organisation eines solchen Projektes, das gleichermaßen Aspekte der IT und der Organisationsentwicklung umfasst, weist besondere Herausforderungen für alle Beteiligten auf. Anhand von Projekten aus drei unterschiedlichen Entwicklungsstadien wird versucht zu ergründen, unter welchen Voraussetzungen diese Projekte an einer Hochschule erfolgreich betrieben werden können.

Vor diesem Hintergrund werden im Rahmen der Jahrestagung des Netzwerk Wissenschaftsmanagement, die am 17. und 18.11.2016 in Leipzig stattfindet, im Forum „Programmiertes Scheitern? Zentrale Forschungsinformationssysteme als Herausforderung für die Organisation Universität“ u.a. folgende Fragen beleuchtet:

  • Welche Strategien in der Projektsteuerung waren erfolgreich?
  • Wie sahen/sehen typische Konflikte aus? Wie geht man mit nicht lösbaren Konflikten um?
  • Welche Randbedingungen erleichtern die Einführung eines Forschungsinformationssystems?

Referenten:
Dr. Reingis Hauck, Dezernentin an der Universität Hannover
Dr. Sebastian Herwig, Abteilungsleiter für Forschungsinformationen und Forschungsberichterstattung an der Universität Münster
Moderation:
Dr. Thomas Horstmann, Dezernent für Forschungs- und Transferservice an der Universität Leipzig

Werkstattbericht: FIS-Einführung an der CAU – Ein erster Blick durch den Türspalt

Das seit Herbst 2015 vollständige, dreiköpfige Projektteam kümmert sich um die praktische Umsetzung der FIS-Einführung. Vorangegangen war 2014 ein entsprechender Präsidiumsbeschluss sowie die Entscheidung für die Software Pure.

Wie im Positionspapier beschrieben ist auch unser FIS-Projekt eines
•    dessen „Zahl und Diversität der Stakeholder […] teils erhebliche Komplexität in der Kommunikation“ mit sich bringt,
•    bei dessen Umsetzung sich „schon die Stammdaten zu Personal und Organisation als problematisch“ erweisen können
•    und dessen vorgesehene Quellsysteme „selten über Schnittstellen koppelbar“  sind (alle Zitate aus Ebert, Barbara et al. (2015): Forschungsinformationssysteme in Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Positionspapier. Zenodo. 10.5281/zenodo.14828, S. 12, 30, 9, 11).

Eine gewisse Besonderheit sind die vielen aktuellen Entwicklungen an der CAU:
•    die Einführung eines Campus Management Systems läuft,
•    im Rahmen eines Projekts wurde eine Virtuelle Forschungsumgebung aufgebaut,
•    eine Leitlinie zum Forschungsdatenmanagement ist erlassen,
•    in der zentralen Verwaltung wird die Einführung einer elektronischen Drittmittelakte angestrebt und
•    die Universitätsbibliothek erwägt eine Neuordnung ihres Projekts Hochschulbibliographie
– um nur einige Beispiele zu nennen.

Diese Dynamik stellt das FIS-Projekt einerseits vor große Herausforderungen: Die ständig neuen Konstellationen von Bedarfen und Möglichkeiten müssen kontinuierlich berücksichtigt, die Projektziele ggf. spezifiziert und der Zeitplan angepasst werden.
Gleichzeitig entspringt aus der Dynamik jedoch ein besonderes, für das FIS-Projekt sehr vorteilhaftes Veränderungspotenzial: Da man auf allen Seiten an neuen nachhaltigen Lösungen arbeitet, ist die Bereitschaft zur Zusammenarbeit im Allgemeinen sehr hoch. So konnte das FIS-Projekt z.B. im Bereich Abbildung der Organisationen von den für das Campus Management System geleisteten Vorarbeiten profitieren. Im Rahmen der angestrebten Einführung einer elektronischen Drittmittelakte wurde eine AG Metadaten ins Leben gerufen, um gemeinschaftlich mit allen Beteiligten zu erarbeiten, welche Informationen über Projekte zukünftig wo und durch wen erfasst werden könnten.
Und nicht nur weil das FIS-Projekt so sehr von den Vorarbeiten und der Zusammenarbeit mit allen Kolleginnen und Kollegen profitiert, freuen wir uns darauf, dass hoffentlich zukünftig auch das FIS-Projekt anderen die Arbeit erleichtern und vielleicht sogar einen Ansatzpunkt für neue Wege bieten kann.

Mehr Informationen auf der Webseite des FIS-Projekts der CAU, unter https://www.fis.uni-kiel.de/de.

[SAVE-THE-DATE] Workshop „Der Kerndatensatz Forschung – und nun? Nutzen, Grenzen und Umsetzungsstrategien des Kerndatensatz Forschung und von Forschungsinformationssystemen“

Wann?
20. und 21.02.2017

Wo?
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin

Programm und weitere Informationen
http://dini.de/veranstaltungen/workshops/kerndatensatz-forschung/

Zielgruppe
Verantwortliche und Nutzer von Forschungsinformationen und Forschungsinformationssystemen, Beauftragte zur Umsetzung des Kerndatensatz Forschung, Forschungsreferent(inn)en, Hochschulplaner, Verantwortliche in Bibliotheken und Rechenzentren, Vertreterinnen von Bundes- und Landesministerien und Forschungsförderern

Hintergrund
Hochschulen und Forschungseinrichtungen sehen sich zunehmend vor der Herausforderung, Auskunftsfähigkeit über Forschungsleistungen her- und nachhaltig sicherzustellen. Dafür werden vielerorts Forschungsinformationssysteme betrieben, eingeführt oder zumindest geplant. So unterschiedlich die Ansprüche und Ausgangssituationen dabei sind, so verschieden sind auch die Umsetzungsansätze.

Vor ca. fünf Jahren fand zu diesem Themenkomplex ein Auftaktworkshop in Karlsruhe statt. Nicht zuletzt mit der Veröffentlichung der Spezifikation des Kerndatensatz Forschung (KDSF) haben sich auf diesem Gebiet zwischenzeitlich zahlreiche Neuerungen ergeben. Dies bietet Anlass für eine erneute Standortbestimmung.

Daher werden im Rahmen eines zweitägigen Workshops insbesondere Herausforderungen und Potenziale des KDSF für die Forschungsberichterstattung beleuchtet. Der Workshop widmet sich einerseits wissenschaftspolitischen Fragestellungen. Andererseits greift er praktische Aspekte und Herausforderungen der Umsetzung des Kerndatensatz Forschung sowie der Einführung und des Betriebs von Forschungsinformationssystemen auf und bietet ein Forum für einen unmittelbaren Informations- und Erfahrungsaustausch.

Veranstalter
DINI AG Forschungsinformationssysteme | Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW)

Logo CRIS 2016 Website

Einladung zur CRIS 2016 – International Conference on Current Research Information Systems

Vom 8.-11. Juni 2016 findet die traditionelle euroCRIS Konferenz statt – diesmal in Schottland. Die Konferenz ist ein praktisches Forum für den Austausch über Entwicklungen und Patentrezepte im internationalen Raum, von denen man auch für sein Projekt zuhause profitieren kann. Early Bird Registration ist noch bis 25. April.

Link zum vorläufigen Programm:
http://CRIS2016.co.uk

Initiative OA2020 fordert Datenanalyse in Bibliotheken

Unter Federführung der Max Planck Digital Library ist kürzlich eine internationale Initiative Open Access 2020 (OA2020) entstanden, die in einer Expression of Interest eine schnellere Transformation des wissenschaftlichen Publikationswesens hin zu Open Access fordert. Unter den aktuell 37 Unterzeichnern sind viele namhafte Wissenschaftseinrichtungen, aus Deutschland bspw. Wissenschaftsrat, HRK, DFG, MPG, Leibniz, Helmholtz, Fraunhofer und so weiter.

In der begleitenden Roadmap, die praktische Schritte vorschlägt, wird den Bibliotheken eine maßgebliche Rolle zugeschrieben:  „As libraries are the organizers of the cash flows in the subscription system, they are the ones who must show leadership in grasping that their acquisition budgets need to be liberated and reinvested in open access publishing services.“

Es werden in der Roadmap weiterhin fünf Themenbereiche adressiert, zu denen konkrete Empfehlungen gegeben werden. Im Kontext von Forschungsinformationssystemen ist insbesondere der Punkt Datenanalyse interessant:

2) Analysis: Get a better understanding of publishing output and cost distribution
– Improve data analytics capacities; in general, libraries must become better informed about where their researchers publish
– Monitor publishing output in terms of OA shares and publisher distribution
(…)

Für die anstehenden Verhandlungen und die Neuorganisation von Zahlungsströmen können Forschungsinformationssysteme eine empirische Grundlage liefern. Die Roadmap der Initiative OA2020 ist damit auch ein Appell an wissenschaftliche Bibliotheken sich mit Forschungsinformationssystemen an ihren Einrichtungen zu beschäftigen und den möglichen Nutzen für die Erwerbungspolitik und die OA-Transformation zu evaluieren.

Die DINI AG FIS beim BID-Kongress 2016 in Leipzig

Auch in diesem Jahr beteiligt sich die Arbeitsgruppe „Forschungsinformationssysteme“ der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation (DINI e.V.) wieder aktiv am Programm des Bibliothekskongresses.

Am Dienstag, dem 15. März, geht es im Seminarraum 14/15 von 16 bis 18 Uhr um das Thema:

Mehr als eine Hochschulbibliographie: Forschungsinformation im Umfeld von nationaler Standardisierung und überregionaler Vernetzung – Best practice und aktuelle Trends von Forschungsinformationssystemen (FIS)

Die DINI AG Forschungsinformationssysteme stellt in diesem Workshop aktuelle Entwicklungen im Bereich Forschungsberichterstattung zur Diskussion. Von besonderer Relevanz ist hierbei die Frage, wie Bibliotheken dazu beitragen können, die aktuellen Standardisierungsvorschläge des Kerndatensatz Forschung, welcher vom Wissenschaftsrat initiiert wurde, an ihren wissenschaftlichen Einrichtungen umzusetzen. Zu diesem Zwecke führt ein kurzer Impuls zu Beginn des Workshops in das Themenfeld ein.

In best-practice Beispielen soll ferner gezeigt werden, wie die Kooperation von Bibliotheken mit weiteren Stakeholdern innerhalb einer Forschungseinrichtung, wie bspw. dem Forschungsmanagement, bei der Einführung eines FIS aussehen kann, und wie sich vorhandene Datenquellen und Anwendungen (Hochschulschrift, OA-Repository, lizensierte Datenquellen wie bspw. das Web of Science aber auch Personal- und Finanzsysteme, Campusmanagement wie auch Data Warehouse und Business Intelligence-Umgebungen etc.) mit einer ggf. neu einzuführenden FIS-Anwendung kombinieren lassen.

Wie kann über institutionelles Controlling und reine Forschungsberichterstattung hinaus durch Veröffentlichen bestimmter Forschungsinformationen im Web ein zusätzlicher Nutzen aus diesen Informationen gewonnen werden, insbesondere die Entdeckbarkeit von Forschern und ihren Aktivitäten im WWW basierend auf Forschungsinhalten? Der Fokus kann dabei auf einzelne Fachcommunities, Fachgesellschaften oder auch eine nationale Forschungslandschaft gerichtetsein. Ressourcen und Forscher können über Institutionsgrenzen hinweg vernetzt und damit besser entdeckbar gemacht werden – sowohl für die Forscher selbst als auch für interessierte Dritte. Hierzu werden überblickartig aktuelle Entwicklungen im Bereich Persistent Identifier sowie Linked Open Data vorgestellt.

Programm:

  • Begrüßung und Einführung (Regine Tobias)
  • Vorhaltung des Kerndatensatz Forschung in Forschungsinformationssystemen – Nutzen und Herausforderungen für Hochschul – und Forschungsbibliotheken (Mathias Riechert)
  • Einführung und Betrieb eines Forschungsinformationssystems aus Sicht einer Universitätsbibliothek (Thorsten Ahlers)
  • FIS-Einführung als gemeinsame Aufgabe von Bibliothek und Technischer Universität (Henrike Berthold und Ulrike Gausmann)
  • Vernetzung und Sichtbarkeit von Forschungsinformationen im Internet. Ein Werkstattbericht der Leibniz-Gemeinschaft (Andreas Bliemeister)

Zielgruppe: Akteure in Bibliotheken und anderen Informationseinrichtungen, die an Aufbau und Betrieb von Forschungsprofildiensten oder integrierten Forschungsinformationssystemen mitwirken.

Willkommen beim Blog der DINI AG Forschungsinformationssysteme

Über diesen Blog werden die Arbeitsergebnisse der DINI AG FIS zeitnah publiziert und einer größeren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Inhalte kreisen um die Hauptthemen der Arbeit der AG und bieten einen Überblick über Standards, best practice und aktuelle Trends der Forschungsinformationssysteme.

Inhalte:

  1. Kern des Blogs ist das Positionspapier der DINI AG FIS vom Februar 2015 mit strategischen und handlungspraktischen Hinweisen für die Einführung und Betrieb von Forschungsinformationssystemen. Im Blog steht es der Allgemeinheit mit der Option zur Annotierung zur Verfügung. Ziel soll sein, das Papier mit neuen Erkenntnissen anzureichern und dabei auch Anmerkungen aus der Wissenschaftscommunity einzubeziehen.
  2. Weitere Ergebnisse aus den Workshops sowie der aktuellen Arbeit der DINI AG FIS werden in aufbereiteter Form regelmäßig über den Blog verbreitet.
  3. Ausgewählte Forschungseinrichtungen informieren in Werkstattberichten über aktuelle Arbeiten im Umfeld von Forschungsinformationssystemen an unterschiedlichen Standorten in Deutschland.

Interesse?

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FIS veröffentlichen?

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Mail an den Blog-Verantwortlichen Daniel Beucke (beucke@sub.uni-goettingen.de).