Pure – ein Steckbrief

Eckdaten

Das Forschungsinformationssystem Pure ist ein modulares System, das von der dänischen Firma Atira entwickelt wurde. Seit 2012 gehört es zur Produktpalette des Elsevier-Konzerns im Bereich Research Intelligence Solutions.

Pure ist z.B. für die Erfassung von Publikationen, Anträgen, Bewilligungen und Projekten sowie Forschungsdaten, Presse- und Medienberichten, Auszeichnungen und Aktivitäten (wie Gremienarbeit, Tagungsteilnahmen usw.) geeignet. Mit Hilfe des Berichtsmoduls können verschiedene Abfragen erstellt und gespeichert werden, ohne dass dafür Programmierkenntnisse erforderlich wären; mögliche Ausgabeformate sind z.B. xls, docx und html. Schnittstellen, wie z.B. Webservices und OAI-PMH, ermöglichen die Weitergabe der Pure-Daten. Darüber hinaus gibt es auch Portallösungen für die Außendarstellung im WWW.

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Welches System für welchen Zweck? Neue Blog-Serie der AG-FIS

In dieser neuen Serie von Beiträgen bitten wir Praktiker, ihre Forschungsinformationssysteme vorzustellen und zu berichten, was den Ausschlag für die Auswahl der jeweiligen Lösung gegeben hat. Außerdem geben wir einen Ausblick auf neue Entwicklungen am Markt. Damit wollen wir all denjenigen helfen, die sich akut mit Fragen von Investitionen und Systemwahl auseinandersetzen.

Die AG-FIS hatte im Positionspapier von 2015 bereits einen Überblick der Systemlandschaft gegeben (http://doi.org/10.5281/zenodo.14828, S. 26ff.). Was ist seitdem passiert?

Bei den Einrichtungen sehen wir nach wie vor ein hohes Interesse an Dokumentations- und Berichtssystemen, vielleicht auch weil die 2016 veröffentlichte Spezifikation des Kerndatensatz Forschung (KDSF) recht breite Wahrnehmung findet. Diese führt auch zu neuen Anforderungen an die FIS-Anbieter. Das Spektrum der Anbieter hat sich seit 2015 nur graduell verändert: Neben den kommerziellen Produkten wie Pure (Elsevier), Converis (Clarivate Analytics), Symplectic Elements (Symplectic/Digital Science) oder FactScience (QLEO) finden die Open Source Systeme DSpace-CRIS und VIVO zunehmend Interessenten. Wie man hört, wollen auch auch SAP und die HIS auf die Nachfrage nach Forschungsinformationssystemen mit entsprechenden Angeboten reagieren. Zudem stellen sich eine Reihe von Einrichtungen der Herausforderung, selbst FIS-Bausteine zu entwickeln.

Über diese und weitere Entwicklungen werden wir in den nächsten Wochen berichten und freuen uns auf Kommentare und Ergänzungen aus der Community! Am Montag, den 19. Februar geht es mit dem ersten Blogbeitrag los.

Ihre/Eure AG Forschungsinformationssysteme

PS: Lesenswert in diesem Zusammenhang:

  • Wolff, Stefan, Reichert, Sandro, & Gausmann, Ulrike. (2017). Was für ein FIS passt zu uns? Anregungen zur Konzeptionierung. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.321448
  • Ebert, B., Tobias, R., Beucke, D., Bliemeister, A., Friedrichsen, E., Heller, L., … Riechert, M. (2015, February 4). Forschungsinformationssysteme in Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Positionspapier. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.14828

Diese und weitere Veröffentlichungen unserer AG-FIS-Mitglieder sind bei Zenodo hinterlegt:
https://zenodo.org/communities/ag-fis/

Einladung zur CRIS 2018 – International Conference on Current Research Information Systems

Vom 13.-16. Juni 2018 findet die traditionelle euroCRIS Konferenz statt – diesmal in Umea, Schweden. Die Konferenz ist ein praktisches Forum für den Austausch über Entwicklungen und Patentrezepte im internationalen Raum, von denen man auch für sein Projekt zuhause profitieren kann.

Wer selbst ein Projekt vorstellen möchte: Der Call for Papers läuft noch bis zum 1. März.

Link zur Konferenzseite: http://www.cris2018.se/

Workshop „Kerndatensatz Forschung“: Tag 2

Auch der zweite Tag des DINI AG FIS Workshops „Kerndatensatz Forschung – und nun?“  war sehr intensiv und geprägt vom vielseitigen Austausch und lebhaften Diskussionen. Phantasievoll und anschaulich waren die verwendeten Metaphern und Vergleiche zur Notwendigkeit und Erfahrung mit FIS und reichten von Loriot bis Bowie: Das Leben ohne Forschungsinformationssystem ist möglich aber sinnlos und (fast) alle sind (noch) Absolute Beginners. Außerdem wurde klar: Forschungsinformation ohne Informationssystem sind ähnlich sinnvoll wie Wirtschaftsinformatik ohne Computer. Die Frage nach dem Preis eines Forschungsinformationssystems ist hingegen genauso (wenig) einfach zu beantworten wie etwa die Frage nach „Was kostet mich ein Haus?“

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Workshop „Kerndatensatz Forschung“: Tag 1

Der erste Vormittag war geprägt von zwei Richtungen der Diskussion: Zum einen wurde diskutiert, ob (intendiert oder nicht) Wertungen mit dem KDSF verbunden sind und welche Folgen sich daraus ergeben. Weiterhin ging es um die Fragen nach Datenautonomie und Transparenz sowie ihr Verhältnis zueinander.
Zum anderen war die Zukunft des KDSF Thema, seine Implementierung und Weiterentwicklung: Erfreulich war zu hören, dass der geplante Helpdesk am DZHW eingerichtet ist. Finanziert von der GWK soll hier Hilfestellung zur Interpretation geleistet und bei der Formulierung von Abfragen unterstützt werden. Außerdem gehören die Dokumentation von Fällen und Lösungen und die Förderung der Vernetzung zu den Aufgaben, nicht aber die Beratung bei FIS-Einführung. Zentraler Diskussionspunkt war die Freiwilligkeit der Einführung des KDSF – sowohl auf Seiten von Datennehmern als auch -gebern: Die Frage blieb offen, wer den entscheidenden ersten Schritt macht, um die Umsetzung des KDSF in die Fläche zu tragen.

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Datenschutz in Forschungsinformationssystemen

Forschungsinformationssysteme (FIS) dienen der Bündelung und Verarbeitung von Informationen zu Aktivitäten und Prozessen einer Forschungseinrichtung, um diese für unterschiedliche interne und externe Verwendungszwecke (wie etwa für das interne Controlling oder die externe Berichtslegung) bereitzustellen. Institutionelle Forschungsinformationssysteme verarbeiten und verknüpfen damit eine große Menge an individuellen Daten (zu z.B. Forscher/innen, Projekten, Programmen oder Publikationen) – auch über unterschiedliche Personen hinweg.

Diese personenbezogenen Daten sind vielfach öffentlich verfügbar: über Expertenprofile, Publikationslisten, Informationen zu Drittmittelprojekten in öffentlichen Datenbanken, veröffentlichte Vorträge usw. Auch werden viele dieser Daten an Forschungseinrichtungen bereits isoliert verarbeitet – etwa über Personal- oder Drittmittelverwaltungssysteme. Grundlage dieser Systeme und für die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung der entsprechenden personenbezogenen Daten sind spezifische Verarbeitungszwecke, die definieren, welche Daten wofür verwendet werden dürfen, um datenschutzrechtlichen Vorgaben zu entsprechen.

Die Zusammenführung vormals isoliert verarbeiteter personenbezogener Daten in integrierten Forschungsinformationssystemen darf ebenfalls ausschließlich unter Beachtung des Datenschutzes und der definierten Verwendungszwecke erfolgen. Die Frage der Schutzwürdigkeit dieser Daten und Informationen im Rahmen ihrer Zusammenführung ist allerdings klärungsbedürftig, da bei dem Einsatz von Forschungsinformationssystemen – z.B. für die interne Steuerung oder für die externe Darstellung von institutionellen Forschungsleistungen – oftmals andere Zwecke der Datenverarbeitung zugrunde gelegt werden, als bei der ursprünglichen Erhebung der personenbezogenen Daten vorgesehen.

Die DINI-AG „Forschungsinformationssysteme“ weist in ihrem Positionspapier „Forschungsinformationssysteme in Hochschulen und Forschungseinrichtungen“ auf die Bedeutung des Datenschutzes bei dem Aufbau und der Ausgestaltung von FIS hin:

„Die bestehenden Unsicherheiten hinsichtlich der Verwendbarkeit der überwiegend personenbezogenen Daten im Bereich der Forschungsdokumentation müssen übergreifend angegangen werden, besonders wenn die Daten nach außen und für Internetanwendungen genutzt werden sollen. In Zeiten von Internet und Big Data ist Datenschutz ein wichtiges Thema, das sorgfältig gegen die Vorteile der vielfach geforderten „Transparenz“ und „besseren Auffindbarkeit“ abgewogen werden muss. Bislang gibt es wenig Spezialliteratur zu dem Thema. Diese Lücke wäre im Dreieck zwischen Datenschutzstellen, Rechtswissenschaft und Anwendern zu schließen.“

Zur Identifizierung der zu schließenden Lücken fand im Frühjahr 2015 ein von der DINI-AG FIS organisierter Workshop zum Thema „Datenschutz und Forschungsinformationssysteme“ statt, bei dem neben Fachvorträgen zu allgemeinen Anforderungen des Datenschutzes an FIS auch Praxisbeispiele präsentiert wurden.

Darüber hinaus hat die Zentrale Datenschutzstelle der Universitäten in Baden-Württemberg (ZENDAS) ein Hintergrundpapier mit dem Titel „Datenschutz bei Forschungsinformationssystemen“ veröffentlicht, in welchem allgemeine Grundsätze und Hinweise zu den Anforderungen des Datenschutzes bei Aufbau und Betrieb eines FIS zusammengefasst dargestellt werden.

Programmiertes Scheitern? Zentrale Forschungsinformationssysteme als Herausforderung für die Organisation Universität

Die Einführung von zentralen Forschungsinformationssystemen an Universitäten wird in Deutschland seit einigen Jahren verstärkt betrieben. Die Organisation eines solchen Projektes, das gleichermaßen Aspekte der IT und der Organisationsentwicklung umfasst, weist besondere Herausforderungen für alle Beteiligten auf. Anhand von Projekten aus drei unterschiedlichen Entwicklungsstadien wird versucht zu ergründen, unter welchen Voraussetzungen diese Projekte an einer Hochschule erfolgreich betrieben werden können.

Vor diesem Hintergrund werden im Rahmen der Jahrestagung des Netzwerk Wissenschaftsmanagement, die am 17. und 18.11.2016 in Leipzig stattfindet, im Forum „Programmiertes Scheitern? Zentrale Forschungsinformationssysteme als Herausforderung für die Organisation Universität“ u.a. folgende Fragen beleuchtet:

  • Welche Strategien in der Projektsteuerung waren erfolgreich?
  • Wie sahen/sehen typische Konflikte aus? Wie geht man mit nicht lösbaren Konflikten um?
  • Welche Randbedingungen erleichtern die Einführung eines Forschungsinformationssystems?

Referenten:
Dr. Reingis Hauck, Dezernentin an der Universität Hannover
Dr. Sebastian Herwig, Abteilungsleiter für Forschungsinformationen und Forschungsberichterstattung an der Universität Münster
Moderation:
Dr. Thomas Horstmann, Dezernent für Forschungs- und Transferservice an der Universität Leipzig

Werkstattbericht: FIS-Einführung an der CAU – Ein erster Blick durch den Türspalt

Das seit Herbst 2015 vollständige, dreiköpfige Projektteam kümmert sich um die praktische Umsetzung der FIS-Einführung. Vorangegangen war 2014 ein entsprechender Präsidiumsbeschluss sowie die Entscheidung für die Software Pure.

Wie im Positionspapier beschrieben ist auch unser FIS-Projekt eines
•    dessen „Zahl und Diversität der Stakeholder […] teils erhebliche Komplexität in der Kommunikation“ mit sich bringt,
•    bei dessen Umsetzung sich „schon die Stammdaten zu Personal und Organisation als problematisch“ erweisen können
•    und dessen vorgesehene Quellsysteme „selten über Schnittstellen koppelbar“  sind (alle Zitate aus Ebert, Barbara et al. (2015): Forschungsinformationssysteme in Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Positionspapier. Zenodo. 10.5281/zenodo.14828, S. 12, 30, 9, 11).

Eine gewisse Besonderheit sind die vielen aktuellen Entwicklungen an der CAU:
•    die Einführung eines Campus Management Systems läuft,
•    im Rahmen eines Projekts wurde eine Virtuelle Forschungsumgebung aufgebaut,
•    eine Leitlinie zum Forschungsdatenmanagement ist erlassen,
•    in der zentralen Verwaltung wird die Einführung einer elektronischen Drittmittelakte angestrebt und
•    die Universitätsbibliothek erwägt eine Neuordnung ihres Projekts Hochschulbibliographie
– um nur einige Beispiele zu nennen.

Diese Dynamik stellt das FIS-Projekt einerseits vor große Herausforderungen: Die ständig neuen Konstellationen von Bedarfen und Möglichkeiten müssen kontinuierlich berücksichtigt, die Projektziele ggf. spezifiziert und der Zeitplan angepasst werden.
Gleichzeitig entspringt aus der Dynamik jedoch ein besonderes, für das FIS-Projekt sehr vorteilhaftes Veränderungspotenzial: Da man auf allen Seiten an neuen nachhaltigen Lösungen arbeitet, ist die Bereitschaft zur Zusammenarbeit im Allgemeinen sehr hoch. So konnte das FIS-Projekt z.B. im Bereich Abbildung der Organisationen von den für das Campus Management System geleisteten Vorarbeiten profitieren. Im Rahmen der angestrebten Einführung einer elektronischen Drittmittelakte wurde eine AG Metadaten ins Leben gerufen, um gemeinschaftlich mit allen Beteiligten zu erarbeiten, welche Informationen über Projekte zukünftig wo und durch wen erfasst werden könnten.
Und nicht nur weil das FIS-Projekt so sehr von den Vorarbeiten und der Zusammenarbeit mit allen Kolleginnen und Kollegen profitiert, freuen wir uns darauf, dass hoffentlich zukünftig auch das FIS-Projekt anderen die Arbeit erleichtern und vielleicht sogar einen Ansatzpunkt für neue Wege bieten kann.

Mehr Informationen auf der Webseite des FIS-Projekts der CAU, unter https://www.fis.uni-kiel.de/de.

[SAVE-THE-DATE] Workshop „Der Kerndatensatz Forschung – und nun? Nutzen, Grenzen und Umsetzungsstrategien des Kerndatensatz Forschung und von Forschungsinformationssystemen“

Wann?
20. und 21.02.2017

Wo?
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin

Programm und weitere Informationen
http://dini.de/veranstaltungen/workshops/kerndatensatz-forschung/

Zielgruppe
Verantwortliche und Nutzer von Forschungsinformationen und Forschungsinformationssystemen, Beauftragte zur Umsetzung des Kerndatensatz Forschung, Forschungsreferent(inn)en, Hochschulplaner, Verantwortliche in Bibliotheken und Rechenzentren, Vertreterinnen von Bundes- und Landesministerien und Forschungsförderern

Hintergrund
Hochschulen und Forschungseinrichtungen sehen sich zunehmend vor der Herausforderung, Auskunftsfähigkeit über Forschungsleistungen her- und nachhaltig sicherzustellen. Dafür werden vielerorts Forschungsinformationssysteme betrieben, eingeführt oder zumindest geplant. So unterschiedlich die Ansprüche und Ausgangssituationen dabei sind, so verschieden sind auch die Umsetzungsansätze.

Vor ca. fünf Jahren fand zu diesem Themenkomplex ein Auftaktworkshop in Karlsruhe statt. Nicht zuletzt mit der Veröffentlichung der Spezifikation des Kerndatensatz Forschung (KDSF) haben sich auf diesem Gebiet zwischenzeitlich zahlreiche Neuerungen ergeben. Dies bietet Anlass für eine erneute Standortbestimmung.

Daher werden im Rahmen eines zweitägigen Workshops insbesondere Herausforderungen und Potenziale des KDSF für die Forschungsberichterstattung beleuchtet. Der Workshop widmet sich einerseits wissenschaftspolitischen Fragestellungen. Andererseits greift er praktische Aspekte und Herausforderungen der Umsetzung des Kerndatensatz Forschung sowie der Einführung und des Betriebs von Forschungsinformationssystemen auf und bietet ein Forum für einen unmittelbaren Informations- und Erfahrungsaustausch.

Veranstalter
DINI AG Forschungsinformationssysteme | Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW)

Logo CRIS 2016 Website

Einladung zur CRIS 2016 – International Conference on Current Research Information Systems

Vom 8.-11. Juni 2016 findet die traditionelle euroCRIS Konferenz statt – diesmal in Schottland. Die Konferenz ist ein praktisches Forum für den Austausch über Entwicklungen und Patentrezepte im internationalen Raum, von denen man auch für sein Projekt zuhause profitieren kann. Early Bird Registration ist noch bis 25. April.

Link zum vorläufigen Programm:
http://CRIS2016.co.uk